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Wie Stromkunden im Ruhrgebiet sparen können

Viele Energieversorger im Ruhrgebiet halten die Strompreise derzeit stabil – dennoch gibt es Sparpotenziale.

Foto: PaulMcArdleUK

Viele Energieversorger im Ruhrgebiet halten die Strompreise derzeit stabil – dennoch gibt es Sparpotenziale. Foto: PaulMcArdleUK

Essen.   Die Stadtwerke im Ruhrgebiet halten ihre Preise zum Jahreswechsel stabil. Verbraucherschützer sehen dennoch große Sparpotenziale.

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Trotz der steigenden Ökostrom-Umlage halten viele Energieversorger aus dem Ruhrgebiet ihre Strompreise zum Jahreswechsel stabil. So verzichten unter anderem die Stadtwerke in Bochum, Duisburg, Dortmund und Essen sowie Eon und Innogy auf Preiserhöhungen. Verbraucherschützer raten den Kunden dennoch zu Preisvergleichen. „Auch wenn viele Versorger die Strompreise zum Jahreswechsel stabil halten, gibt es vielerorts erhebliche Sparpotenziale“, sagt Jürgen Schröder von der Verbraucherzentrale NRW.

Nach Angaben des Vergleichsportals Check 24 wollen zum Jahreswechsel 16 Grundversorger in NRW ihre Preise erhöhen – um durchschnittlich 2,3 Prozent. Das entspricht im Schnitt Mehrkosten von 34 Euro jährlich für eine vierköpfige Familie bei einem Durchschnittsverbrauch von 5000 Kilowattstunden. Betroffen sind Kommunen wie Lemgo, Detmold und Jülich. Bundesweit erhöhen 307 Grundversorger die Preise im Schnitt um 3,6 Prozent. 117 Preiserhöhungen betreffen Bayern, wo die Preise im Schnitt um 4,5 Prozent steigen. „Erfahrungsgemäß werden für Februar bis April noch einige Versorger nachziehen“, sagt Oliver Bohr von Check 24.

Günstigere Einkaufskosten für Stadtwerke

In den großen Ruhrgebietsstädten bleiben die Strompreise zunächst unverändert. Obwohl staatliche Umlagen und Abgaben je nach Stromtarif um durchschnittlich 4,1 Prozent steigen, werden die Verbraucher „unter dem Strich nicht zusätzlich belastet“, betonte Duisburgs Stadtwerke-Chef Marcus Wittig. Bochums Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Thiel verwies unter anderem auf günstigere Einkaufskosten an den Stromhandelsmärkten.

Zum Jahreswechsel steigt die EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom erneut – von 6,35 auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Rein rechnerisch wären damit bei einem Durchschnittsverbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts von 3500 Kilowattstunden pro Jahr Mehrkosten von etwa 22 Euro verbunden gewesen.

Während die Netzentgelte in nördlichen Bundesländern und in Bayern in die Höhe schnellen, bleiben die Kosten in NRW vergleichsweise konstant – oder der Anstieg fällt zumindest recht gering aus.

Sparpotenzial für Kunden in der Grundversorgung

„Bei Preiserhöhungen sollten Verbraucher grundsätzlich einen Wechsel in Erwägung ziehen“, rät Jürgen Schröder von der Verbraucherzentrale NRW. Insbesondere Verbraucher, die noch in der Grundversorgung sind, könnten durch Anbieterwechsel Geld sparen, sagt Schröder. Verbraucher können innerhalb von 14 Tagen auch ohne besonderen Grund ihren Grundversorger verlassen. Sie sollten allerdings vorher einen Vertrag bei einem anderen Anbieter abgeschlossen haben. „Wer bewusst bei seinem Regionalversorger bleiben möchte, kann auch vor Ort nach günstigeren Tarifen nachfragen“, regt Schröder an.

Das Vergleichsportal Switchup verweist darauf, dass die Grundversorgung bei Stadtwerken im Ruhrgebiet meist deutlich teurer ist als ein Tarif bei einem günstigeren Anbieter. Bei einem Verbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts von 3500 Kilowattstunden fallen demnach in Essen Kosten beim Grundversorger Innogy von knapp 1100 Euro im Jahr an. Bei einem Wechsel zu einem seriösen günstigeren Anbieter könnten Kunden bis zu 227 Euro im Jahr sparen, mit einem einmaligen Bonus ergebe sich im ersten Jahr sogar ein Sparpotenzial von 373 Euro. Ähnlich fällt die Analyse von Switchup für Duisburg und Dortmund aus.

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