Staubsauger

Nie wieder selbst Staubsaugen - Drei Roboter im Praxistest

Der autonome Staubsauger: Das aktuelle Gerät des Herstellers iRobot.

Der autonome Staubsauger: Das aktuelle Gerät des Herstellers iRobot.

Foto: Kai Kitschenberg

Essen.   Es soll ja Menschen geben, die gerne Staub saugen. Bei einer Umfrage von TNS Infratest gaben 35 Prozent der Deutschen an, dass Staubsaugen ihre liebste Arbeit im Haushalt ist. Etwa jeder fünfte Befragte liebäugelt indes mit dem Kauf eines Staubsauger-Roboters. Wir haben drei Modelle getestet.

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Wie ist es eigentlich, wenn eine Maschine die lästige Hausarbeit erledigt? Unser Autor hat eine Woche lang drei kleine Roboter für sich Staub saugen lassen.

Selbstversuch mit drei Geräten

Während dieser Text entsteht, wuseln drei Staubsauger-Roboter um den Schreibtisch herum. Hin und wieder stößt einer der Roboter ans Stuhlbein, ein anderer rumst gegen die Bürotür. Das mechanische Summen der Geräte übertönt das kleine Radio auf der Fensterbank. Wir haben getestet, was diese kleinen Helferlein leisten können. Dafür haben wir sie nicht etwa ins Labor geschickt, sondern eine Woche lang in der heimischen Wohnung unter die Lupe genommen.

Wie von Geisterhand

Eines haben alle Staubsauger-Roboter gemeinsam: Die kleinen, runden Maschinen fahren eigenständig durch die Wohnung und saugen den unter ihnen liegenden Schmutz in einen eingebauten Auffangbehälter. Rotierende Bürsten an den Unterseiten der Geräte schubsen Krümel und Wollmäuse in Richtung Saugöffnung. Die Bedienung ist einfach.

Meist genügt ein einziger Knopfdruck, um die Geräte arbeiten zu lassen. Die laufende Pflege des Roboters ist ähnlich simpel: Staub-Tank ausleeren, hin und wieder die Bürsten erneuern – fertig. Kabel sind nicht an den Robotern befestigt. Sie werden von Akkus betrieben. Sind die Batterien leer, fahren manche Roboter sogar eigenständig zurück zur Ladestation – und setzen ihre Arbeit später fort, sobald der Akkustand dafür ausreichend ist. Was sie drauf haben, zeigen die Roboter besonders auf glatten Böden: Parkett, Laminat, Fliesen. Mit Läufern oder Teppichen (hochflorig oder mit Fransen) haben manche Roboter ihre Probleme.

Ein Roboter für Einsteiger 

Das niederländische Unternehmen Philips hat den „Easy Star“ entworfen. Der Roboter ist ein Leichtgewicht – und besonders flach. Gerade einmal fünf Zentimeter misst er in der Höhe. Mühelos robbt er selbst unters niedrige Sofa und unters Bett. Wunderbar: Nie wieder muss man auf den Knien mit einem langen Staubsauger-Rohr unter der Schlafstätte hantieren. Jedes Mal, wenn der Roboter irgendwo aneckt – Bumms! – , wechselt er seine Richtung und macht weiter.

Infrarot-Sensoren an der Unterseite des Geräts kontrollieren laufend die Beschaffenheit des Bodens – so wird verhindert, dass der Roboter versehentlich an einem Treppenabgang in die Tiefe stürzt. Preislich ist der „Easy Star“ in der Einsteiger-Liga einzusortieren: Der Hersteller nennt 250 Euro, im Internet gibt es den Roboter auch schon für 100 Euro weniger. Der „Kleine“ reinigt aber wie die „Großen“. Wer nicht viel Geld ausgeben möchte, ist mit dem „Easy Star“ schon gut bedient.

Leuchttürme sagen dem "Roomba", wo er saugen soll 

Seit über zehn Jahren stellt das US-Unternehmen „iRobot“ Staubsauger-Roboter her. Legendär ist der „Roomba“, der immer weiter entwickelt worden ist. Schon beim Auspacken des aktuellen Modells „780“ wird deutlich, dass man es hier mit einem Roboter aus einer anderen Preisklasse zu tun hat: Robust und hochwertig. Der „Roomba“ wird mit viel Zubehör ausgeliefert: eine Fernbedienung ist dabei, und zusätzlich gibt es kleine Leuchttürme. Diese batteriebetriebenen Plastikaufsteller sind Signalgeber für den Roboter: Mit ihnen lässt sich die zu reinigende Fläche begrenzen.

Soll der Roboter nur die Küche saugen, stellt man die Leuchttürme in die Küchentüre und schafft so eine unsichtbare Barriere, die er nicht überquert. Dann nimmt das Gerät seine Arbeit auf, analysiert dabei laufend den Boden, saugt gründlicher an stärker verschmutzten Stellen – und dank seiner Roboter-Intelligenz „merkt“ er sich laufend, wo er bereits gewesen ist.

Eine Timer-Funktion macht es möglich, dass der Roboter seine Arbeit auch dann aufnimmt, wenn man nicht zuhause ist. Insgesamt ein prima Gerät, das sehr gründlich arbeitet. Einziger Haken: Für den Kauf des Geräts muss man knapp 650 Euro aus der Haushaltskasse nehmen.

Sauger der Luxusklasse saugen auch in Ecken gründlich 

Das Nonplusultra-Gerät? Zumindest nach dem heutigen Stand der Technik ist der „Navi-Bot“ von Samsung ganz vorn mit dabei. Sein Alleinstellungsmerkmal im Test: Die

Reinigungsbürsten des „Navi-Bot“ sind an beweglichen Armen montiert. Sie klappen sich automatisch aus, wenn er in eine Zimmerecke kommt. Dadurch können auch die Winkel erreicht werden, die von den runden Geräten üblicherweise nur bedingt abgedeckt werden. Ausgeliefert wird der „Navi-Bot“ ebenfalls mit zusätzlichen Navigations-Leuchttürmen und Fernbedienung.

Per Knopfdruck legt der Benutzer fest, ob der Roboter im Automatik-Modus eine große Fläche reinigt, sich auf eine einzelne, stärker verschmutzte Zone beschränkt, zur Aufladestation zurückfahrt – oder den Turbo einlegt. In diesem Fall gibt der kleine Roboter richtig Gas. Leider geht dieser Roboter auch beim Preis ab wie eine Rakete: 839 Euro ist die Hersteller-Empfehlung.

Fazit

Die drei Roboter machen alle ihre Arbeit. Sie saugen Staub! Und das sogar sehr gründlich. Für viele Kaufinteressierte dürfte der Preis ein entscheidendes Kriterium sein.

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