Krebserregend

Ethylenoxid-Rückruf in NRW: Diese Produkte sind betroffen

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Ethylenoxid-Rückruf in NRW: Immehr mehr Produkte sind von der Verunreinigung betroffen. Hier gibt es die Liste. (smybolbild)

Ethylenoxid-Rückruf in NRW: Immehr mehr Produkte sind von der Verunreinigung betroffen. Hier gibt es die Liste. (smybolbild)

Foto: Fabian Sommer/dpa

Essen.  Weitere Produkte werden in NRW zurückgerufen, sie enthalten Spuren des krebserregendes Stoffes Ethylenoxid. Diese Produkte stehen auf der Liste:

Immer mehr und mehr Produkte werden in NRW aus den Supermarkt-Regalen zurückgerufen: Die Hersteller warnen vor Spuren von Ethylenoxid. Nach Aussage des Bundesinstituts für Risikobewertung ist dieser Stoff "erbgutverändernd und krebserzeugend. Einen Richtwert ohne Gesundheitsrisiko gibt es somit nicht und Rückstände des Stoffes in Lebensmitteln sind grundsätzlich unerwünscht."

Hintergrund der Rückrufe ist eine Verunreinigung des Zusatzstoffes E410 (Johannisbrotkernmehl). "Große Mengen des Zusatzstoffs Johannisbrotkernmehl (E410) sind mit dem krebserregenden Ethylenoxid belastet und müssen öffentlich zurückgerufen werden", fordert die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch. Auch Sesam und Guarkernmehl können von der Verunreinigung mit Ethylenoxid betroffen sein.

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Ethylenoxid-Rückruf in NRW: Froneri lässt Eissorten trotz Foodwatch-Kritik im Handel

Zudem wirft der Verbraucherverein Foodwatch dem Speiseeishersteller Froneri vor, mit Ethylenoxid belastete Produkte weiter zu vertreiben und sie nicht zurückzurufen. Froneri ist Hersteller verschiedener Eissorten, wie Mövenpick oder Schöller.

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Auf Nachfrage der Organisation teilt Froneri mit, dass der Konzern die Situation sorgfältig geprüft habe. "Dabei konnten wir feststellen, dass die Zutat nur in äußert geringen Mengen in der Speiseeisproduktion verwendet wird", schreibt Froneri. Der Konzern habe in den vergangenen Wochen mit den Behörden eng in Kontakt gestanden. Diese hätten sich gegen einen Rückruf entschieden.

Ethylenoxid-Rückruf in NRW: Diese Produkte sind betroffen

  • Reeva Instant Nudeln Huhn: Mindesthaltbarkeiten 29. Juni 2022 und 30. Juni 2022
  • Vitasia Wok Noodles Curry, 300 g: MHD 04.2022, Charge L161ULB3A - verkauft bei Lidl
  • Vitasia Instant Nudeln Geschmack Garnele, 85 g: MHD 04.07.2022; Charge L141UQA1A - verkauft bei Lidl
  • Provamel Soja Kochcrème 250ml: MHD 22/11/2021, 29/11/2021, 06/12/2021, 13/12/2021, 20/12/2021, 03/01/2022, 17/01/2022, 24/01/2022, 31/01/2022, 14/02/2022, 07/03/2022
  • SCHANI Ginger Powder - Ingwer, gemahlen, 100g: MHD 08/23

Krebserregender Stoff: Produktrückruf bei Seitenbacher

Auch die Firma Seitenbacher ruft zwei Produkte zurück. "Eine minimale Belastung mit dem Biozid Ethylenoxid kann nicht ausgeschlossen werden", teilt der Hersteller mit. Betroffen sind zwei Sorten der Fitness-Riegel mit und ohne Schokolade, die auch in NRW verkauft wurden.

  • Bezeichnung: Fitness-Riegel ohne Schoko 50 g, Fitness-Riegel mit Schoko 50 g
  • Kennzeichnung: A-NR 213753, A_NR 213852
  • Haltbarkeiten: betroffen sind alle Mindesthaltbarkeitsdaten bis Juli 2022

"Konsument und Konsumentinnen, welche die betroffenen Riegel gekauft haben, können sich mit den Produktdaten und Fotos der Verpackung an unseren Verbraucherservice wenden", teilt der Hersteller mit.

Spuren von krebserrgenden Ethylenoxid: Hersteller ruft vegane Produkte zurück

Der Hersteller "Wefo GmbH" muss zwei seiner Produkte zurückrufen: Sowohl bei den veganes Sticks Cheese Style als auch beim veganen Mozzarella wurden erhöhte Gehalte von Ethylenoxid entdeckt.

Vor diesen veganen Artikeln wird gewarnt:

  • Name: Vemondo Vegane Sticks Cheese Style 250 Gramm Verpackung
  • Mindesthaltbarkeitsdaten: 07.01.2022, 07.03.2022, 06.05.2022
  • Name: Vemondo veganer Mozzarelli 100 Gramm Tüte
  • MHD: 20.08.2021

Beide Produkte der Firma "Wefo GmbH" werden bei "Lidl" verkauft. Die Einzelhandelskette habe bereits reagiert und die betroffenen Produkte aus dem Sortiment genommen. Die Artikel können zurückgegeben werden, der Kaufpreis wird erstattet, erklärte der Hersteller in einer Mitteilung.

Ethylenoxid: Produktrückruf bei Mars

Der Lebensmittelhersteller Mars ruft einzelne Chargen Eiscreme der Marken Snickers, Bounty, Twix und M&M's zurück. Auch hier wurde das verunreinigte Johannisbrotkernmehl (E410) als Zutat verwendet. Mars hatte sich nach eigenen Angaben zunächst gegen einen Rückruf entschieden, hat dies nun aber geändert. Dem Unternehmen zufolge sind die Konzentrationen von Ethylenoxid nur sehr gering, auch weil das Johannisbrotkernmehl nur in kleinen Mengen eingesetzt worden sei.

> Lesen Sie hier: Rückruf: Vor diesen Produkten in NRW warnt der Verbraucherschutz

Rückruf bei Mars: Diese Produkte sind betroffen

  • Snickers Ice cream bar, Packungsgrößen eins und sechs mit den Haltbarkeitsdaten 31. Oktober 2022, 30. November 2022, 31. Januar 2023, 31. März 2023 und 30. April 2023. Zudem beim Sechserpack 28. Februar 2023 und beim Einzelpack 31. Dezember 2022.
  • Snickers Crisp Ice cream bar, Packungsgrößen eins und sechs mit den Haltbarkeitsdaten 30. November 2022, 31. Dezember 2022, 28. Februar 2023 und 30. April 2023.
  • Snickers White Ice cream bar, Packungsgrößen eins und sechs der Haltbarkeitsdaten 31. Dezember 2022 und 28. Februar 2023 betroffen, beim Sechserpack zudem 31. März 2023.
  • Bounty Ice cream, Sechserpack der Mindesthaltbarkeitsdaten 28. Februar, 31. März, 30. April, 31. Dezember 2022 sowie 28. Februar, 31. März und 30. April 2023 zurück.
  • Bounty Ice cream, Einerpack mit den Haltbarkeitsdaten 28. Februar, 30. April 2022, 31. Oktober 2022 und 31. Dezember 2022, 28. Februar 2023 und 30. April 2023.
  • Twix Ice cream bar, Sechserpack mit den Haltbarkeitsdaten 31. Oktober und 31. Dezember 2022 sowie 28. Februar, 31. März und 30. April 2023.
  • Twix Ice cream bar, Einerpack mit den Haltbarkeiten um 31. März, 30. April 2022 und 31. Dezember 2022 sowie 28. Februar und 30. April 2023.
  • M&M's choco Ice cream stick single mit Mindesthaltbarkeitsdatum 31. Januar 2023
  • M&M's peanut Ice cream Stieleis single mit den Mindesthaltbarkeitsdaten 31. August 2021, 31. Oktober 2021, 31. Mai 2022 und 31. Juli 2022 zurückgerufen.

Krebserrgendes Ethylenoxid: Tasty Bite ruft Currys zurück

Und auch der Herrsteller Tasty Bite ruft einige seiner Produkte zurück, auch hier wurde Johannisbrotkernmehl (E410) verwendet. Zwar seien die nach Herstellerangaben "nicht gesundheitsschädlich". Allerdings erhalten die Produkte geringe Mengen von Ethylenoxid:

  • Diese Produkte von Tasty Bite sind betroffen: Thai Curry EAN: 5010034009097; Bombay Curry EAN: 5010034009059; Madras Curry EAN: 5010034009073; Channa Masal EAN: 5010034009011

Konsumentinnen und Konsumenten, die das betroffene Produkt gekauft und noch vorrätig haben, können sich mit den Produktdaten und Fotos der Verpackung an den Verbraucherservice von Tasty Bite wenden.

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Kühne ruft Rote Grütze zurück: Spuren von Ethylenoxid

Kühne gibt an, nach dem Bekanntwerden einer "möglichen Belastung von Johannisbrotkernmehl mit Ethylenoxid" Selbstkontrollen durchgeführt zu haben. Nach der Analyse stellt der Konzern fest: "Für die Produktion der Roten Grütze lag eine geringe Belastung mit Ethylenoxid vor". Auch in diesem Produkt wird Johannisbrotkernmehl verarbeitet.

Rückruf bei Kühne: Dieses Produkt ist betroffen

  • Kühne Rote Grütze 375 g Glas mit der Endcodierung ME26

Betroffene Konsumenten und Konsumentinnen könnten laut Kühne das Produkt an den Verkaufsstellen gegen Erstattung zurückgeben oder sich an den Kundenservice (kundenservice@kuehne.de) wenden.

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Die Mitgliedsstaaten der EU hatten sich Mitte Juli darauf verständigt, dass alle Lebensmittel öffentlich zurückgerufen werden müssen, die mit Ethylenoxid belastetes E410 enthalten - auch wenn im Endprodukt die Nachweisgrenze nicht überschritten wird. Darauf regierten die Behörden in Frankreich früher als in Deutschland und in NRW.

Spuren von Ethylenoxid: Foodwatch fordert alle Hersteller auf, betroffene Produkte zurückzurufen

In einem Brief an die Verbraucherminister und Ministerinnen der Länder äußerte Foodwatch die Sorge, „dass Lebensmittelunternehmen die Problematik nicht mit ausreichender Priorität behandeln“. Die Länderministerien müssten ihre Lebensmittelüberwachungsbehörden anweisen, alle Hersteller, die E410 verwenden, zu überprüfen. Rückrufe gegenüber den Unternehmen seien konsequent durchzusetzen, forderte Foodwatch.

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