Gastronomie

Vapiano: Der Chef muss gehen, die Aktionäre sind unzufrieden

Vapiano braucht dringend neue Impulse – am Mittwoch treffen sich die Aktionäre.

Vapiano braucht dringend neue Impulse – am Mittwoch treffen sich die Aktionäre.

Foto: Oliver Berg / dpa

Berlin.  Vapiano in der Krise, der Chef ist weg: Am Mittwoch beginnt die Hauptversammlung der Aktionäre – die Stimmung könnte schon besser sein.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Viele schwören auf die schnellen Gerichte von Vapiano – die Restaurantkette hat sich in vielen deutschen und internationalen Städten an prominenten Lagen niedergelassen. Problem für das Unternehmen: Viele sind nicht genug. Die Kette macht Verluste, der Chef Cornelius Lenke hat gerade seinen Abgang verkündet. Was macht das mit den Aktionären? Zumindest keine Begeisterung auslösen.

Die Hauptversammlung begann am Mittwochmorgen in Köln, mit Everke. Es dürfte sein letzter großer Auftritt als Vapiano-Chef sein, denn am Wochenende hatte er überraschend seinen Rücktritt zum Monatsende bekanntgegeben.

Vapiano: Aktionäre der Restaurantkette treffen sich – Kritik und Hoffnung

Die Aktionäre hatten bereits vor Beginn der Hauptversammlung Kritik geäußert. Die Firma habe die Komplexität ihres Expansionskurses völlig unterschätzt, erklärte Frank Rothauge, Geschäftsführer der AHP Capital Management GmbH, die über einen Fonds an Vapiano beteiligt ist. „Es dauert nun mal, bis ein neues Restaurant sich vor Ort etabliert hat und profitabel wird.“

Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sagte mit Blick auf den Aktien-Kursverfall, hohe Verluste und ein geplatztes US-Geschäft: „Was bei Vapiano passiert ist, kann Anlegern nicht gefallen.“

Ursprünglich wollte Manager Everke, der erst seit Dezember 2018 auf dem Posten ist, die Firma mit einem Sanierungsplan wieder auf Vordermann bringen. Er setzte darauf, die Expansion zu verlangsamen, defizitäre Läden zu schließen und die Speisekarte zu verschlanken.

Vapiano – die Bilanz der jüngsten Zeit

  • Vapiano ist als einziger deutscher Gastro-Konzern börsennotiert
  • Derzeit hat Vapiano weltweit 234 Restaurants
  • Seit Jahresbeginn kamen acht neue dazu
  • Fünf wurden aufgegeben
  • 2018 hatte Vapiano einen Verlust von 101 Millionen Euro eingefahren
  • Der Umsatz lag bei 372 Millionen Euro

Trotz der angespannten Situation äußerten Anleger aber auch zaghafte Hoffnung. „Die Schwierigkeiten sind überwindbar“, sagte Fondsmanager Rothauge. „Sie rühren aus der zu hastigen Expansion und nicht aus einer fundamentalen Schwäche des Gesamtkonzeptes.“ Kleinaktionär Klaus Teitscheid sagte: „Vielleicht wird das hier irgendwann doch noch eine große Sache.“

Laut Vapiano folgt auf Everke Vanessa Hall. „Um in der aktuellen Situation Kontinuität in der Unternehmensleitung zu gewährleisten, beabsichtigt der Aufsichtsrat, die Aufsichtsratsvorsitzende Frau Vanessa Hall für den Fall ihrer Wiederbestellung in den Aufsichtsrat auf der diesjährigen Hauptversammlung vorübergehend als Mitglied und Vorsitzende in den Vorstand zu entsenden“, teilte das Unternehmen mit. Hall habe sich bereiterklärt, das Unternehmen bis mindestens Ende April 2020 zu führen.

Zuletzt hatte sich Vapiano Millionenkredite gesichert und die Bilanz verschoben. Zuvor hatte es große Pläne gegeben, wie die Kette wieder Gewinn machen kann. Die kamen auch von Lenke – der überhaupt erst 2018 aufgrund der Krise der Restaurantkette den Chefposten bekommen hatte. (ses/dpa)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben