Einfuhren

Trump eskaliert Handelsstreit mit China und hebt Zölle an

Donald Trump.

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Foto: JONATHAN ERNST / Reuters

Washington  Die Strafzölle gegen China sollen bald flächendeckend bei 25 Prozent liegen. Das kündigte Präsident Trump am Sonntag auf Twitter an.

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Im Handelskrieg mit China hat US-Präsident Donald Trump am Sonntag überraschend für eine massive Verhärtung der Fronten gesorgt. Weil die seit Monaten laufenden Verhandlungen mit dem Riesenreich im fernen Osten aus seiner Sicht „zu langsam“ voran kämen und Peking „nachzuverhandeln“ versuche, hat Trump für diese Woche eine erhebliche Erhöhung der Einfuhrzölle auf chinesische Waren und Güter angekündigt.

So sollen ab kommenden Freitag Waren im Volumen von rund 200 Milliarden Dollar aus China nicht mehr wie seit zehn Monaten mit zehn Prozent Sonderzoll belegt werden – sondern mit 25 Prozent. Mit diesem Satz werden bereits gesondert High-Tech-Produkte im Volumen von 50 Milliarden Dollar aus China extra besteuert. Trump will aber noch weitergehen. Weitere Waren-Importe in der Größenordnung von 325 Milliarden Dollar, die bisher aus China von Sonderzöllen befreit ihn die USA exportiert werden können, sollen kurzfristig ebenfalls mit der 25-Prozent-Strafzoll belegt werden, erklärte der Präsident auf Twitter.

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Trump lehnt Nachverhandlungen ab

Mit der einseitigen Maßnahme kündigt Trump nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten in Washington den im Dezember beim G 20-Gipfel in Argentinien beschlossenen Waffenstillstand zwischen Washington und Peking mit anschließender Verhandlungsaufnahme „so gut wie auf“. Welchen Stand die Gespräche, die wechselseitig in Peking und Washington stattfinden, tatsächlich haben, ist öffentlich verlässlich nicht bekannt. Vor allem die US-Regierung gab in den vergangenen Wochen lediglich Wasserstandsmeldungen ab.

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Tenor: Man mache Fortschritte, aber es sei noch eine längere Wegstrecke zu gehen. In welchem Punkt Peking nachverhandeln will, wie Trump in seiner gestern Mittag per Twitter in die Welt gesetzten Verlautbarung behauptet, ist ebenfalls nicht bekannt. Nur so viel: Trump lehnt Nachverhandlungen ab. In seiner Twitter-Botschaft erklärte Trump, dass die bisherigen Strafzölle gegen China „teilweise verantwortlich für die großartigen wirtschaftlichen Ergebnisse“ Amerikas seien. Ökonomen hielten dem entgegen, dass der Präsident damit ein falsches Bild zeichne.

Die Sonderzölle würden von US-Importeuren gezahlt - und nicht von der chinesischen Regierung. Importeure erhöhten dann im Nachgang die Preise für die Endverbraucher in Amerika. Sie seien es, die die Zeche zahlten. Ein Beispiel unter vielen: Waschmaschinen kosten in den USA im Schnitt heute 100 Dollar mehr als vor rund einem Jahr. (Dirk Hautkapp)

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