Eigentum

Trotz Krisen: Die Superreichen werden immer reicher

Money, money, money: Die Reichen haben auch im Krisenjahr 2019 weltweit ihre Vermögen weiter vermehrt.

Money, money, money: Die Reichen haben auch im Krisenjahr 2019 weltweit ihre Vermögen weiter vermehrt.

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Berlin.  Die Superreichen konnten ihre Vermögen um neun Prozent vergrößern – auch in Deutschland. Was lässt ihre Vermögen immer weiter wachsen?

Die Superreichen werden immer reicher. Das Vermögen der reichsten Menschen der Welt ist im vergangenen Jahr weiter um neun Prozent gestiegen - und dies trotz internationaler Handelskriege, geopolitischer Spannungen und globalen Wirtschaftsabschwungs. Sie profitierten vor allem von gestiegenen Aktienkursen und Immobilienwerten. Dies hat der aktuelle World Wealth Report 2020 der Unternehmensberatung Capgemini ergeben.

Am meisten konnten die Dollar-Millionäre - so genannte High Net Worth Individuals (HNWI) – in Nordamerika ihr Vermögen mehren - und zwar um elf Prozent. Danach folgen die Europäer mit einem Plus von neun Prozent. Sie übertrumpften sogar die Top-Reichen in der Region Asien-Pazifik, die um acht Prozent zulegten.

In Deutschland leben 1,466 Millionen Dollar-Millionäre

In Deutschland leben 2019 laut Studie 1,466 Millionen Dollar-Millionäre - und damit 8,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Ihr Gesamtvermögen kletterte um 8,8 Prozent, nachdem es im Jahr zuvor noch um 3,9 Prozent gesunken war.

Ihr Vermögen aus Aktien, Investments, Bargeld sowie Immobilien, die nicht selbst genutzt wurden, stieg um 8,8 Prozent auf rund 5,48 Billionen Dollar (4,86 Billionen Euro). Zum Vergleich: Das Geldvermögen aller privaten Haushalte in Deutschland summierte sich Ende 2019 nach Angaben der Bundesbank auf rund 6,46 Billionen Euro - allerdings ohne Immobilien.

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Zehn Prozent der Deutschen besitzen 56 Prozent des gesamten Vermögens

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) besitzen in Deutschland die reichsten zehn Prozent mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens (56 Prozent). Auf die ärmere Hälfte entfiel dagegen nur ein Anteil von 1,3 Prozent.

Nach einer Berechnung der Entwicklungsorganisation Oxfam besitzen wiederum weltweit rund 2100 Milliardäre mehr Vermögen als 60 Prozent der Gesamtbevölkerung – also mehr als die ärmsten 4,6 Millionen Menschen der Erde.

Hintergrund: Größerer Reichtum in Deutschland kommt nicht bei allen an

Die meisten Millionäre gibt es in der USA, Japan, Deutschland und China

Deutschland zählt weltweit zu den Ländern mit den meisten Dollar-Millionären. Spitzenreiter sind jedoch die USA, gefolgt von Japan, Deutschland und China. Diese vier Länder stehen zusammen für rund 62 Prozent der Vermögenden weltweit. Nach einer Untersuchung der Boston Consulting Group halten Dollar-Millionäre weltweit mehr als die Hälfte des gesamten Finanzvermögens aus Bargeld, Aktien, Wertpapieren und Fonds.

Inwieweit die Corona-Krise sich auf die Vermögensverhältnisse niederschlagen wird, ist bisher schwer vorhersagbar. Den Rückgang des globalen Vermögens der Reichen schätzt die Unternehmensberatung seit Jahresbeginn bis Ende April 2020 auf 6 bis 8 Prozent. Ein Teil der Verluste sei aber durch die Erholung an den Börsen wieder aufgeholt worden. „Nach dem starken Einbruch im März gab es wieder einen erstaunlich starken Anstieg“, sagte Klaus-Georg Meyer, Experte bei Capgemini.

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