Energie

Strompreise in Deutschland sind hoch – und steigen weiter

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Bundesregierung verschärft ihre Klimaziele

Bundesregierung verschärft ihre Klimaziele

Die Bundesregierung will das Emissionsziel für 2030 auf minus 65 Prozent CO2 verschärfen. Das kündigten Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) als einen zentralen Punkt des geplanten neuen Klimaschutzgesetzes an. Klimaneutralität soll in Deutschland im Jahr 2045 erreicht werden, fünf Jahre früher als bislang vorgesehen. of the German economy

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Berlin.  Strom ist in Deutschland besonders teuer. Und die Kosten steigen immer weiter, während sie 2020 in Europa eigentlich gesunken sind.

Für Strom zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland schon lange weit mehr als anderswo in Europa. Nur in Belgien und Dänemark sind die Kosten ähnlich hoch. Nachdem die Bundesrepublik 2019 die Führung bei den höchsten Strompreisen in Europa vom nördlichen Nachbarn ausgenommen hatte, sind die Kosten im Jahr 2020 nochmals gestiegen.

Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die die Linksfraktion im Bundestag angefordert hatte und unserer Redaktion vorliegen.

Demnach mussten kleine Haushalte mit einem Stromverbrauch von 1200 Kilowattstunden im vergangenen Jahr 34,30 Cent je Kilowattstunde zahlen. 2019 waren es noch 33,49 Cent. Auch für größere Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden ist es deutlich teurer geworden. Sie zahlten den Angaben zufolge im Schnitt 30,43 Cent pro Kilowattstunde nach 29,83 Cent im Vorjahr.

Dabei sind die Strompreise im europäischen Durchschnitt im vergangenen Jahr sogar gesunken: Im Euroraum um 0,53 Cent auf 22,47 Cent je Kilowattstunde. Und in den 27 Ländern der Europäischen Union um 0,51 Cent auf 21,26 Cent. Verbraucher-Tipp:So finden Sie den besten Ökostrom-Tarif

Wird die Energiewende zu teuer?

„Deutschland ist ‘Europameister’ bei den Strompreisen. Sie sind inakzeptabel hoch und müssen deutlich sinken“, sagte Dietmar Bartsch, Vorsitzender der Linke-Fraktion im Bundestag, unserer Redaktion. Das Versprechen aus dem Klimapaket sei nicht gehalten worden. Weiterlesen:Klimaneutralität bis 2045 – Sind die neuen Ziele zu schaffen?

Der Staat dürfe auch nicht länger als Preistreiber agieren, betonte Bartsch. „Die Stromsteuer muss für Privathaushalte abgeschafft und die EEG-Umlage grundlegend reformiert werden“, forderte er. „Das Grundkontingent für Haushalte sollte besonders günstig sein. Strom und Energie dürfen nicht zum Luxusgut werden.“

Grund für die hohen Strompreise sind unter anderem die ausufernden Kosten für die Energiewende. Zuletzt hatte etwa der Präsident des Bundesrechnungshofes, Kay Scheller, gewarnt, die Energiewende drohe Privathaushalte und Unternehmen finanziell zu überfordern. So viel Geld gibt der Bund für neue Energietechnologien aus.

Nach Berechnungen des Vergleichsportals Check24 haben die Haushalte in Deutschland im vergangenen Jahr rund 37,8 Milliarden Euro für Strom bezahlt – 900 Millionen Euro mehr als noch 2019.

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