Aral-Studie

So soll die Tankstelle der Zukunft aussehen

Eine Studie sagt voraus, dass Zapfsäulen auch in Zukunft wichtig bleiben.

Eine Studie sagt voraus, dass Zapfsäulen auch in Zukunft wichtig bleiben.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Düsseldorf.   Marktführer Aral wirft mit einer Studie einen Blick ins Jahr 2040. Das autonome Fahren soll sich durchsetzen. Und der Diesel wird sich halten.

Fahren die Autos in 20 Jahren autonom und elektrisch? Teilt man sich das Fahrzeug? Fliegen die ersten Lufttaxis? Diese Fragen stellt sich Patrick Wendeler, Chef des Bochumer Mineralöl-Konzerns Aral, denn von den Antworten hängt ab, wie die Tankstelle der Zukunft aussehen muss. In seinem Auftrag hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das über sein Institut für Verkehrsforschung auch zu Lande wirkt, einen Blick auf die Straßen im Jahr 2040 geworfen.

Die wichtigsten Erkenntnisse zur Mobilität der Zukunft

Dem Hybridantrieb gehört die nahe Zukunft. Laut der DLR-Studie sind in rund 20 Jahren vor allem Benzin-Hybride (35 %) und Diesel-Hybride (23 %) unterwegs, also Autos, die zwischen Verbrennungs- und Elektroantrieb hin- und herschalten können. Den Strom produziert hier der eigene Motor. Hinzu kommen die Plug-In-Hybride (16 %), die über das Stromnetz geladen werden können.

Die Zahl der rein elektrisch angetriebenen Pkws veranschlagt das DLR für das Jahr 2040 mit nur 1,3 Millionen – was einem Anteil von drei Prozent entspricht. Dies widerspricht deutlich den Wunschvorstellungen der Bundesregierung, die das Ziel von 1 Million E-Fahrzeugen (inklusive Plug-In-Hybride) für 2020 ausgegeben hatte.

Der reine Diesel soll weiter eine große Rolle spielen mit 10 Prozent bei den privaten und 22 Prozent bei den gewerblichen Fahrzeugen.

Ein Viertel der Fahrzeuge soll in rund 20 Jahren autonom unterwegs sein. „Das ist ganz schön viel“, sagt Barbara Lenz, die Direktorin des Instituts für Verkehrsforschung, am Mittwoch bei der Vorstellung der Studie in Düsseldorf. „Man muss bedenken, dass ein Auto durchschnittlich 15 Jahre in Betrieb ist und es dauert, bis ein solcher Durchsatz erreicht ist.“

Getragen wird diese Entwicklung auch von neuen Mobilitätsdienstleistern, die Car-Sharing und Taxi-Dienste mit Robo-Fahrzeugen anbieten.

Es wird auf allen Straßen mehr Verkehr geben, denn die Zahl der auf der Straße zurückgelegten Kilometer wird um fast ein Viertel wachsen. Und dies, obwohl die Bevölkerung um 4,7 Millionen Menschen zurückgehen soll.

Und was bedeutet das für die Tankstellen?

Die Zapfsäule bleibt so wichtig, wie eh und je, auch wenn sie bald zunehmend als Ladesäule daherkommt. Denn Techniken wie das Ultra-Fast-Charging (UFC) ermöglichen das Laden eines Autos für 145 Kilometer Reichweite in nur fünf Minuten (mit 350 Kilowatt). Tatsächlich will Aral zu Testzwecken im Laufe des nächsten Jahres fünf Schnellladesäulen in ganz Deutschland bauen – eine soll in Bochum stehen. Die Kapazität soll allerdings zunächst nur rund 160 Kilowatt betragen – es gibt bislang nur vereinzelte Oberklasseautos, die dies ausnutzen können. Auch mit Batterieautomaten, zunächst für E-Bikes experimentiert Aral schon heute in Berlin.

Die Tankstelle soll zum Umsteigeplatz werden – vor allem mit Blick auf Car-Sharing und E-Bikes. Und bis per Handy bestellte autonome Fahrzeug anrollt, kann man im Wartebereich gleich noch einen Snack verspeisen.

Oder man holt sein Paket ab. Packstationen gibt es natürlich längst, aber dieser Service soll deutlich ausgebaut werden, kündigt der Aral-Vorstandsvorsitzende an. Vielleicht holt aber auch das Auto alleine das Paket ab.

Auch das Dach bleibt nicht länger ungenutzt. Hier könnten elektrische Lufttaxis nach dem Drohnenprinzip landen. In mehrgeschossiger Form könnten Tankstellen dann auch Wartebereiche oder gar Miet-Arbeitsstationen bieten.

Die autonomen Flotten der Zukunft wollen auch gewaschen, gewartet, geladen werden. Roboter bedienen Roboter. „Wie der Kaffee gehört der zwischenmenschliche Kontakt fest dazu“, verspricht Patrick Wendeler. „Das soll und darf in Zukunft nicht verloren gehen.“

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