Klimaschutz

Scheuer: Bahn soll zwölf Jahre früher auf Ökostrom umstellen

Nicht nur der ICE soll ab dem Jahr 2038 vollständig von Ökostrom angetrieben werden – so will es Verkehrsminister Scheuer.

Nicht nur der ICE soll ab dem Jahr 2038 vollständig von Ökostrom angetrieben werden – so will es Verkehrsminister Scheuer.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Berlin.  Die Deutsche Bahn soll zwölf Jahre früher – 2038 – vollständig auf Ökostrom umstellen. So will es Verkehrsminister Andreas Scheuer.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat der Deutschen Bahn strengere Vorgaben für den Klimaschutz gemacht. Er habe die Führung des Unternehmens aufgefordert, „zügig ein Konzept vorzulegen, wie wir zwölf Jahre früher als bisher geplant auf 100 Prozent Ökostrom umstellen – nämlich ab 2038 statt 2050“, sagte der CSU-Politiker unserer Redaktion.

„Ich will, dass die Bahn einen noch größeren Beitrag zum Erreichen der CO2-Reduzierung leistet.“ Im vergangenen Jahr lag der Ökostrom-Anteil bei 57 Prozent – Stein- und Braunkohle, Erdgas und Atomenergie spielen für die Bahn noch eine wichtige Rolle.

Eine starke Schiene bedeute für ihn aktiven Klimaschutz, sagte der Minister. Am Montag hatte Scheuer im Verkehrsministerium mit Bahnchef Richard Lutz und Bahnvorstand Ronald Pofalla über die Klimaziele des Konzerns gesprochen.

Bahn betreibt Fernzüge bereits mit Ökostrom

Nach bisherigen Plänen sollen die Züge der Deutschen Bahn spätestens 2050 klimaneutral rollen. Als Zwischenschritt für das Jahr 2030 gilt ein Ökostrom-Anteil von 80 Prozent. Damit erreiche das Unternehmen bereits eine Halbierung der Kohlendioxid-Emissionen gegenüber dem Jahr 2006.

Die Fernzüge der Deutschen Bahn fahren nach Konzernangaben seit 1. Januar 2018 bereits ausschließlich mit Ökostrom – damit betrage der CO2-Ausstoß pro gefahrenem Kilometer und Passagier weniger als ein Gramm. Auch die 15 größten Bahnhöfe in Deutschland betreibt das Unternehmen mit Ökostrom.

Wenige Nebenstrecken elektrifiziert

Ausgenommen aus der Rechnung sind einzelne Fernzüge, die noch mit Dieselloks unterwegs sind – und der Regionalverkehr. Hier liegen die Kohlendioxid-Emissionen im Durchschnitt bei 51 Gramm pro Kopf und Kilometer. Viele Nebenstrecken sind noch nicht elektrifiziert. Nach Angaben der Allianz pro Schiene können E-Loks in Deutschland nur auf 60 Prozent der Strecken fahren.

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Dagegen seien Länder wie die Schweiz mit 100 Prozent, die Niederlande (76) oder Österreich (72) viel weiter. Der Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung sieht vor, den Anteil der elektrifizierten Strecken bis 2025 auf 70 Prozent zu steigern.

„Deutschland-Takt“ soll Fahrgastzahl verdoppeln

Die Koalition will zudem bis 2030 die Zahl der Fahrgäste verdoppeln und das Angebot mit einem „Deutschland-Takt“ enger verzahnen. Erste Zeichen sollen bereits Ende 2021 sichtbar werden: Zum Fahrplanwechsel im Dezember hat die Bahn alle 30 Minuten einen ICE zwischen Berlin und Hamburg angekündigt. Weitere Änderungen bei der Bahn stehen für Verbraucher im Juni an. Denn dann kommt das Aus für das „Schönes Wochenende“-Ticket – das sind Alternativen.

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