Energiekonzern

Säureanschlag auf Innogy-Manager: Polizei fasst Verdächtigen

Bernhard Günther, Finanzvorstand des Ökostrom-Konzerns Innogy, trägt seit dem Säureanschlag bei Auftritten ein Stirnband.

Bernhard Günther, Finanzvorstand des Ökostrom-Konzerns Innogy, trägt seit dem Säureanschlag bei Auftritten ein Stirnband.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Essen/Haan.  Der Innogy-Manager Bernhard Günther wurde bei einem Säureanschlag schwer verletzt. Nun haben Ermittler einen Verdächtigen gefasst.

Vor eineinhalb Jahren überfielen zwei Männer Innogy-Manager Bernhard Günther und schütteten ihm Säure ins Gesicht, nun meldet die Staatsanwaltschaft Wuppertal eine Festnahme. Details will sie im Laufe des Tages bekannt geben, erklärt ein Sprecher. Ein anonymer Hinweis hatte zur Ergreifung eines Tatverdächtigen geführt. Für Hinweise, die zur Aufklärung des Attentats auf seinen Finanzvorstand führen, hatte Innogy eine Belohnung von bis zu 80.000 Euro ausgesetzt. Auch eine Plakatkampagne startete der Essener Energiekonzern.

Der Säure-Anschlag gibt bis heute Rätsel auf. Günther schilderte den Überfall so: Am 4. März, einem Sonntag, sei er beim morgendlichen Joggen von zwei unbekannten Männern in einem Park in Haan unvermittelt angegriffen und zu Boden gerissen worden. Sie schütteten ihm eine ätzende Flüssigkeit ins Gesicht. Das Motiv der Täter blieb im Dunkeln.

Dass Innogy als Unternehmen eine Prämie für die Ergreifung der Täter aussetzte und nicht Günther als Privatmann, wurde in Kreisen des Konzerns damit begründet, dass es darum gehe, mögliche Gefahren für andere Führungskräfte abzuwenden.

Sollte es einen beruflichen Hintergrund der Tat geben, könnte dieser ermittelt werden, hieß es. Günther habe zugesagt, die Belohnung zu zahlen, falls sich der Angriff als Privatangelegenheit herausstelle.

Öffentliche Auftritte des Innogy-Vorstands sind rar

Ende 2018 nahm Günther die Arbeit wieder auf, am 13. März diesen Jahres zeigte er sich das erste Mal wieder der Öffentlichkeit. Er gehe Schritt für Schritt, sagte er damals. „Auch im Privatleben. Erst waren es kleinere Kreise, jetzt werden die Kreise größer. Je bekannter mir die Gruppe von Menschen ist, denen ich mich zeige, umso leichter fällt es mir.“

Er äußerte auch Hoffnung, dass der Fall aufgeklärt werde: „Ich fände es schwer erträglich, wenn dieser Fall tatsächlich unaufgeklärt bleiben sollte – sowohl von meinem Gerechtigkeitsgefühl her als auch für die Sicherheit meiner Person und meiner Familie. Das kann wohl jeder nachvollziehen, der selber Familie hat.“

Finanzchef Bernhard Günther ist der einzige Innogy-Vorstand, der nach der Übernahme durch Eon seinen Job behält. (mit dpa)

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