Flut-Katastrophe

RWE bietet Flut-Opfern Notwohnungen in Tagebau-Gebieten

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Merkel in Bad Münstereifel: "Es verschlägt einem die Sprache"

Merkel in Bad Münstereifel- Es verschlägt einem die Sprache

Angela Merkel (CDU) zeigt in der Hochwasserkatastrophe Präsenz: In Bad Münstereifel in Nordrhein-Westfalen zeigt sich die Bundeskanzlerin an der Seite von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betroffen vom Schicksal der Menschen und verspricht schnelle, unbürokratische Hilfe.

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Essen/Erftstadt.  Der Konzern RWE will Flutopfern Häuser in Umsiedlungsgebieten von Tagebauen zur Verfügung stellen. Hotelverband startet Zimmer-Vermittlung.

Der Energiekonzern RWE bietet Flut-Opfern Notwohnungen in Umsiedlungsgebieten von Tagebauen an. Konkret geht es um Häuser etwa im Bereich des Tagebaus Garzweiler II, die leer stehen, aber noch bewohnbar seien, sagte ein Unternehmenssprecher.

Die Stadt Erftstadt informierte Bürger am Mittwoch per Facebook über diese Nachricht. RWE-Power bestätigte die Informationen auf Nachfrage. „Alles ist noch sehr frisch, wir sind noch dabei, die Details zu regeln“, sagte ein Sprecher.

Wohnraum für Flut-Opfer: Häuser sind unmöbliert, aber haben Wasser, Strom und Gas

„Angesichts der Flut-Katastrophe wollen wir Menschen, die alles verloren haben, unbürokratisch helfen“, sagte RWE-Power-Sprecher Guido Steffen. Die betreffenden Häuser seien unter anderem im Bereich Garzweiler oder Düren, sagte Steffen.

Es geht um Gebäude, die RWE Power im Zuge der Ausweitung seiner Tagebaue von Eigentümern gekauft hat und die früher oder später vor dem Abriss stehen. Die Gebäude seien unmöbliert, „aber Wasser, Strom und Gas sind vorhanden“, erklärte der RWE-Sprecher. Interessentinnen und Interessenten aus den Flut-Gebieten sollen sich per Mail an RWE wenden, teilte die Stadt Erftstadt am Mittwoch mit.

RWE will Flut-Opfern unbürokratisch helfen

Die geeignete Unterkunft will RWE „individuell je nach Lage der Anfragenden“ suchen und bereitstellen, erklärte der Sprecher. Wie lange die Unterkünfte bewohnt werden können, sei offen: „Wir wissen, dass ein zerstörtes Gebäude nicht innerhalb von wenigen Monaten neu errichtet werden kann“, sagte Steffen.

Im Bereich des Tagebaus Garzweiler II stehen nach Informationen der Stadt Erkelenz alleine zwölf Ortschaften davor, in den kommenden Jahren für die Braunkohle-Gewinnung abgebaggert zu werden. 7600 Menschen müssen umsiedeln oder haben dies bereits getan.

Abrisshäuser für Flut-Opfer: Initiative kam von Braunkohle-Gegnern

Als Vermieter sei RWE bis dato nicht tätig, insofern betrete man in der Sache Neuland, erklärte Sprecher Steffen: „Wir werden so gut es geht den Menschen helfen“, sagte er. Anfragen von Betroffenen oder Kommunen können an wohnungswirtschaft@rwe.com gerichtet werden.

Angeregt wurde die Aktion offenbar von Braunkohle-Gegnern. Dies hatte die Initiative „Alle Dörfer bleiben“ am Sonntag auf ihrem Facebook-Kanal bekannt gegeben und schrieb, man erwarte von RWE zudem, „bereits abgeklemmte Häuser sofort wieder an die Versorgung anzuschließen.“

Dehoga-Hotline vermittelt 1000 Betten für Flut-Opfer

Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga NRW will Flut-Opfern jetzt Zimmer vermitteln. Über die Hotline mit der Telefonnummer 0800/9886071 sollen mehr als 1000 Betten, die Hoteliers kostenlos zur Verfügung gestellt haben, vermittelt werden. Hoteliers, die ihrerseits freie Zimmer für Flut-Opfer melden wollen, können dies per Mail tun: Eull@dehoga-nr.de.

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