Fleischersatz

Rügenwalder Mühle stellt die Currywurst-Produktion ein

Die Currywurst von Rügenwalder Mühle fällt der Herstellung von Fleischalternativen zum Opfer.

Die Currywurst von Rügenwalder Mühle fällt der Herstellung von Fleischalternativen zum Opfer.

Foto: Rügenwalder Mühle

Berlin  Die Tage der Currywurst sind beim Unternehmen Rügenwalder Mühle offenbar gezählt. Stattdessen jetzt im Fokus: pflanzliche Alternativen.

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Die Currywurst zählt zu den beliebtesten Speisen der Deutschen, doch beim niedersächsischen Familienunternehmen Rügenwalder Mühle scheint man auf einen anderen Geschmack gekommen zu sein. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, werde die Produktion der hauseigenen Currywurst eingestellt – um sich stärker auf Fleischersatzprodukte konzentrieren zu können.

„Unsere Geschäftszahlen für 2018 bestätigen uns einmal mehr darin, dass vegetarische / vegane Fleischalternativen mehr sind als ein kurzer Hype“, wird Geschäftsführer Godo Röben zitiert. Demnach verdreifachte sich der Absatz der fleischfreien Produkte im Vergleich zum Vorjahr. Und sorgte damit für rund ein Drittel des gesamten Umsatzes von etwa 212 Millionen Euro – ein Plus von 5 Prozent.

Rügenwalder Mühle opfert Currywurst für Fleischersatzprodukte

Rügenwalder Mühle ist nach eigenen Angaben Marktführer im fleischfreien Segment. Was wohl mit der Vorreiterrolle des Unternehmens in Deutschland zusammenhängen dürfte. Denn früher startete kein anderer deutscher Fleischhersteller mit der Produktion vegetarischer und veganer Produkte.

„Zur Markteinführung 2014 wurden wir zum Teil noch belächelt“, sagte Röben der FAZ. „Wir wollten zu Beginn fünf Tonnen die Woche herstellen, waren aber in kürzester Zeit schon bei einhundert Tonnen.“ Das erste fleischfreie Produkt damals: vegetarische Schinken Spicker.

Hintergrund:

Inzwischen hat aber auch die Konkurrenz erkannt, wie lukrativ der Markt der Ersatzprodukte ist. Selbst Fast-Food-Ketten entdecken Pflanzliches für sich. So testete Burger Kind vor Kurzem einen veganen Whopper mit Labor-Fleisch. Fast gleichzeitig kämpfte auch McDonald’s um Kunden, ein neuer veganer Burger kam.

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Fleischfreie Produkte werden aber auch kritisch betrachtet.

Ärger aus anderer Richtung kommt aus der Politik. Nach einem Vorstoß im EU-Parlament diskutiert man darüber, ob der Veggie-Burger bald nicht mehr Burger heißen darf. Zuvor wollte schon der damalige Agrarminister Christian Schmidt Fleischnamen für Vegetarisches verbieten.

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Nichtsdestotrotz: Auf Fleisch zu verzichten – oder den Konsum zumindest zu reduzieren – lohnt sich. Denn der Umstieg auf pflanzliche Lebensmittel ist gut für die Umwelt: So ernährt man sich gesund, ohne dem Klima zu schaden.

(cho)

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