Warenhäuser

Ringen um künftige Konzernzentrale von Karstadt und Kaufhof

Die Zukunft der Karstadt-Zentrale in Essen ist ungewiss.

Die Zukunft der Karstadt-Zentrale in Essen ist ungewiss.

Foto: Lars Heidrich

Essen.   Ringen um die künftige Konzernzentrale nach einer Fusion von Karstadt und Kaufhof: Essen muss weiter um die Hauptverwaltung bangen.

Vor der geplanten Fusion der beiden Warenhausketten Karstadt und Kaufhof ist noch unklar, in welcher Stadt der künftige Konzernsitz sein soll. Spekulationen zufolge steht die Karstadt-Zentrale in Essen auf dem Prüfstand. Als möglicher neuer Standort wird Köln gehandelt, wo sich die Hauptverwaltung von Kaufhof befindet.

Der Noch-Kaufhof-Eigentümer HBC kämpfe vehement für Köln, berichtet „Der Spiegel“ unter Berufung auf Verhandlungskreise. Der Erhalt der Karstadt-Zentrale in Essen soll allerdings pro Jahr mindestens sechs Millionen Euro günstiger sein als der Verbleib in der Kaufhof-Zentrale in Köln.

„Wenn es zu einer Fusion kommt, werden wir für den Karstadt-Standort Essen kämpfen“, sagte Arno Leder, der Betriebsratsvorsitzende der Essener Karstadt-Hauptverwaltung, im Gespräch mit unserer Redaktion. „Es scheint so zu sein, dass wir wesentlich günstiger sind als die Verwaltung in Köln.“ Zur Standort-Frage habe der Karstadt-Betriebsrat bereits Gespräche mit der Geschäftsleitung geführt. Auch zur Stadt Essen gebe es Kontakte.

„Würfel sind noch nicht gefallen“

„Die Würfel sind noch nicht gefallen“, sagte Leder. Auch in Kreisen von HBC heißt es, es gebe noch keine Entscheidung. Vor einigen Wochen waren auch Erwägungen zu einem Umzug des künftigen Warenhauskonzerns an einen neutralen Ort in NRW laut geworden.

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) warb für einen Verbleib der Warenhauskette in der Stadt: „Karstadt ist ein Essener Traditionsunternehmen.“ Bereits seit den 1950er Jahren sei Karstadt mit Teilen der Hauptverwaltung in Essen, seit 1969 in der damals neu gebauten Immobilie im Essener Süden. Für Köln spricht, dass HBC kürzlich massiv in neue Büros in der Kaufhof-Zentrale investiert hat. Eine wichtige Rolle dürften auch die anstehenden Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern spielen.

Bis zum Abschluss einer Fusion vergehen Monate

Nach einer Unterschrift zu einem Fusionsvertrag könnte es noch einige Monate dauern, bis die Verwaltungen der Konzerne neu aufgestellt sind. Zumal auch eine Prüfung des Bündnisses von Karstadt und Kaufhof durch das Kartellamt einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte.

Bei Betriebsräten und der Gewerkschaft Verdi sorgten Spekulationen über einen möglichen Stellenabbau für Unruhe. „Es ist skandalös, als Vertretung der Beschäftigten über Medien erfahren zu müssen, dass angeblich 5000 Stellen gestrichen werden sollen“, kritisierte der Vorsitzende des Kaufhof-Gesamtbetriebsrats, Uwe Hoepfl.

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