Gehalt

Ostdeutsche arbeiten im Schnitt mehr und verdienen weniger

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Fünf Fakten zur Lohnfortzahlung

Fünf Fakten zur Lohnfortzahlung

Wer krank oder arbeitsunfähig ist, hat einen Anspruch auf eine Lohnfortzahlung. Doch dabei gibt es Regeln und Pflichten, die jeder Arbeitnehmer kennen sollte.

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Berlin.  Laut Statistischem Bundesamt verdienen Ostdeutsche fast 12.000 Euro weniger als Westdeutsche. Die Linke fordert eine Lohnangleichung.

Beschäftigte in den ostdeutschen Bundesländern haben im Jahr 2020 rund 12.000 Euro weniger an Gehalt als Beschäftigte in westdeutschen Bundesländern erhalten. Das geht aus einer Antwort des Statistischen Bundesamtes auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Nach Angaben der Wiesbadener Behörde verdienten ostdeutsche Beschäftigte im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich im Jahr 2020 durchschnittlich 39.462 Euro brutto und erhielten im Schnitt 2.642 Euro an Sonderzahlungen.

In den Bundesländern der früheren Bundesrepublik erhielten die Beschäftigten demnach 48.974 Euro brutto und 5096 Euro an Sonderzahlungen. Damit verdienten Beschäftigte in Ostdeutschland im Schnitt 11.967 Euro weniger als die Beschäftigten in Westdeutschland.

Gehalt: Höhere Wochenarbeitszeit im Osten

Zugleich war die bezahlte durchschnittliche Wochenarbeitszeit im Osten im Jahr 2020 mit 38,6 Stunden höher als im Westen mit 37,9 Stunden.

Das erste Pandemiejahr 2020 war vielerorts von Kurzarbeit geprägt. Im Vorpandemiejahr 2019 war die Differenz den Daten zufolge mit 12.354 Euro allerdings noch größer, der Arbeitszeitunterschied lag bei 0,5 Stunden (39,6 Stunden im Osten und 39,1 Stunden im Westen).

Linke fordert Angleichung der Löhne

Die Linke dringt auf eine Angleichung der Löhne. „Mehr arbeiten und deutlich weniger verdienen? Die Unterschiede zwischen Ost und West sind inakzeptabel“, sagte der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, unserer Redaktion. Er fordert gleichwertige Lebensverhältnisse und Leistungsgerechtigkeit ein. „Ostdeutsche kommen deutlich zu kurz. Das muss sich dringend ändern“, mahnte Bartsch.

Der neue Ostbeauftragte der Linksfraktion, Sören Pellmann, sieht die neue Bundesregierung in der Pflicht, die Lohndifferenzen zu begleichen. „Ziel muss es sein, dass bis 2025 zum Ende der Legislaturperiode die Löhne zwischen Ost und West deutlich angeglichen sind“, sagte Pellmann.

Unterschiede bei Bezahlung von Frauen und Männern

Deutliche Unterschiede gibt es den Daten zufolge nach wie vor auch beim Durchschnittslohn von Frauen und Männern. Während Männer im Jahr 2020 im Bundesdurchschnitt einschließlich Sonderzahlungen 55.095 Euro verdienten, lag der Durchschnittsverdienst bei Frauen nur bei 46.380 Euro.

Die Wochenarbeitszeit der Männer lag demnach im Durchschnitt bei 38,1 Stunden, die der Frauen bei 37,8 Stunden. Auch hierbei gab es deutliche Ost-West-Unterschiede. Frauen in Ostdeutschland arbeiteten im Schnitt 38,4 Stunden, Frauen in Ostdeutschland 37,7 Stunden. Bei den Männern kamen die Ostdeutschen auf 38,7 Stunden Arbeitszeit, die Westdeutschen auf 38,0 Stunden.

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