Verkehr

Nur Hälfte der Bahnstrecken ins Ausland ist elektrifiziert

Ein ICE der Deutschen Bahn. Die Grünen kritisieren, dass es zu wenig elektrifizierte Bahnstrecken in Deutschland gibt.

Ein ICE der Deutschen Bahn. Die Grünen kritisieren, dass es zu wenig elektrifizierte Bahnstrecken in Deutschland gibt.

Foto: David Young / dpa

Berlin  Elektrifiziert Schienen sind laut Experten klimafreundlich. Doch Deutschland hinkt einem Bericht zufolge im EU-Vergleich hinterher.

Weniger als die Hälfte der Bahn-Grenzübergänge sind nach Auskunft der Bundesregierung elektrifiziert. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die unserer Redaktion vorliegt.

Demnach gibt es im deutschen Schienennetz 61 Grenzübergänge mit einem Anschluss an das Netz eines Nachbarlandes. „27 Strecken mit Grenzübergängen sind elektrifiziert und 34 nicht elektrifiziert“, heißt es in dem Regierungspapier.

Özdemir: „Klimapolitisch schädlich“

Die Grünen fordern von der Bundesregierung mehr Tempo bei der Schienen-Modernisierung. „In Sachen Bahnpolitik blamiert sich Deutschland mit verlässlicher Regelmäßigkeit vor unseren europäischen Nachbarn“, sagte Cem Özdemir (Grüne), Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag, unserer Redaktion. „Dank CSU-Nostalgiepolitik kann über die Hälfte der Grenzübergänge nur mit Dieselloks befahren werden.“

Wie unpünktlich ist die Deutsche Bahn wirklich?

Deutschland brauche ein Schienennetz, das mithalten kann mit der Leistungsstärke unserer Volkswirtschaft, sagte Özdemir. „Alles andere ist europapolitisch peinlich, klimapolitisch schädlich und wirtschaftspolitisch untragbar.“ Bis 2030 müssten mindestens 75 Prozent des deutschen Streckennetzes elektrifiziert sein.

Laut Zahlen der EU-Kommission sind in Deutschland 60 Prozent des Schienennetzes elektrifiziert. Andere Länder sind da viel weiter, vor allem die Schweiz (100 Prozent), Belgien (86 Prozent), die Niederlande (76 Prozent) und Schweden (75 Prozent). (fmg)

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