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Neuer Opel-Mutterkonzern PSA verzichtet auf Kündigungen

Der Autobauer Opel gehört seit August zum französischen PSA-Konzern, zu dem auch Peugeot gehört.

Foto: Arne Dedert / dpa

Der Autobauer Opel gehört seit August zum französischen PSA-Konzern, zu dem auch Peugeot gehört. Foto: Arne Dedert / dpa

Rüsselsheim  Die Opelaner können erst einmal aufatmen: Der neue Eigentümer PSA plant Großes mit dem Traditionsunternehmen – inklusive aller Werke.

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Bei seinem Neustart will der Autohersteller Opel ohne betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen auskommen. Die Lohnkosten sollen über Abfindungen, innovative Arbeitszeitkonzepte und Altersteilzeit gesenkt werden, kündigte das vom französischen PSA-Konzern übernommene Unternehmen am Donnerstag in Rüsselsheim an.

Die genaue Ausgestaltung wie auch der Zeitraum des Kündigungsschutzes ist allerdings noch Gegenstand von Verhandlungen mit den Arbeitnehmern. Bis Ende 2018 sind die rund 19.000 Opel-Beschäftigten in Deutschland ohnehin vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen gemeinsam mit der britischen Schwestermarke Vauxhall rund 38.000 Menschen an zehn europäischen Standorten.

Eisenach und Rüsselsheim sollen auf PSA-Plattformen umstellen

Opel will bei seinem Sanierungsprogramm „Pace“ (engl. Tempo) mit einem schnellen Schwenk auf die Technologie des neuen Mutterkonzern PSA in die Gewinnzone kommen. Dafür werden auch zwei bereits geplante Modelle, die noch auf der Technik des früheren Eigners General Motors basieren, in den Werken Eisenach und Rüsselsheim durch neue Projekte auf PSA-Plattformen ersetzt. Die Kosten pro hergestelltem Auto sollen um 700 Euro sinken, so dass bereits ab 800.000 Autos die Gewinnzone erreicht werde, kündigte Opel an.

Opel wird französisch - GM sagt nach 88 Jahren Goodbye

Die Übernahme des traditionsreichen Autobauers Opel durch den französischen PSA Peugeot Citroen-Konzern ist unter Dach und Fach. Für Opel und die britische Schwester Vauxhall zahlen die Franzosen 1,3 Milliarden Euro, wie Peugeot und der bisherige Opel-Eigentümer General Motors am Montag in einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärten. Weitere 900 Millionen Euro erhält GM für das europäische Geschäft der Autobank GM Financial, die Peugeot zusammen mit der französischen Bank BNP Paribas übernimmt. Insgesamt liegt das Transaktionsvolumen damit bei 2,2 Milliarden Euro. Am Opelstammwerk in Rüsselsheim war die Stimmung bei vielen verhalten: "Also, Fusionen haben noch nie mehr Arbeitsplätze bedeutet. Es werden Arbeitsplätze, meines Erachtens, auch über die Fusion abgebaut. Man muss jetzt nur sehen, wie sie abgebaut werden, wenn sie abgebaut werden, vom Zeitrahmen her et cetera und wie man damit umgeht. Und dann werden wir dann sehen, wo wir stehen und dann schauen wir mal weiter, sag ich jetzt mal dazu. Wenn die Arbeiter eingesetzt werden, dann ist ja okay. Und dann tun wir uns ein bisschen umschulen, et cetera. Und dann schauen wir mal, dass wir dann weiterhin zumindest mal für Opel weiter die Autos bauen." Die Franzosen wollen mit Opel den nach Volkswagen zweitgrößten Autobauer in Europa schmieden. Bis 2026 erwartet PSA durch den Zusammenschluss jährliche Synergien in Höhe von 1,7 Milliarden Euro.
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„Dies ist ein großer Tag für Opel“, sagte der neue Opel-Chef Michael Lohscheller. Es seien Elektrovarianten für jede Baureihe vorgesehen. Dabei spielt der noch von GM entwickelte Opel Ampera-E keine Rolle mehr.

E-Variante des Corsa bis 2020

Im Jahr 2020 will Opel mit PSA-Technologie bereits vier Elektro-Modelle inklusive des neuen Corsa auf dem Markt haben und vier Jahre später jedes Modell auch in einer E-Variante anbieten können. Zu diesem Zeitpunkt soll es keine Fahrzeuge auf GM-Basis mehr im Programm geben. Jeder neue Opel werde im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum geplant.

Durch eine schlankere Produktpalette, eine kostengünstigere Produktion sowie einen gemeinsamen Einkauf will Opel/Vauxhall bis 2020 jedes Jahr 1,1 Milliarden Euro Kosten einsparen. So soll ein operativer Gewinn in Höhe von zwei Prozent des Umsatzes erreicht werden. Danach sollen es sogar 1,7 Milliarden Euro jährliche Einsparungen sein, wie Lohscheller erklärte.

Bis 2022 will der Konzern 20 neue Märkte erschließen

Opel plant eine Exportoffensive, mit der bis 2022 rund 20 neue Märkte erschlossen werden sollen. Der Gang nach China und Brasilien werde darüber hinaus geprüft, kündigte der Opel-Chef an.

Der einstmals glanzvolle Autohersteller mit Stammsitz in Rüsselsheim hat unter der Ägide des bisherigen Besitzers General Motors seit 1999 keinen Jahresgewinn mehr geschafft. Zum 1. August dieses Jahres hat die Peugeot/Citroën-Mutter PSA das Unternehmen samt der britischen Schwestermarke Vauxhall übernommen. PSA-Chef Carlos Tavares hat die Opel-Fabriken als vergleichsweise ineffizient bezeichnet und das deutsche Management mit einem Sanierungsplan beauftragt. (dpa)

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