Tabakkonzern

Neuer Deutschlandchef von Philip Morris rät vom Rauchen ab

Markus Essing, Deutschland-Chef von Philipp Morris, in einem Iqos-Store in Berlin.

Markus Essing, Deutschland-Chef von Philipp Morris, in einem Iqos-Store in Berlin.

Foto: Reto Klar / reto Klar

Berlin  Der Tabakkonzern Philip Morris geht seit kurzem ungewohnte Wege. Er wendet sich von Zigaretten ab und wirbt stattdessen für Erhitzer.

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Der Tabakkonzern Philip Morris (PM) setzt zunehmend auf Tabakerhitzer. „Bis zum Jahr 2025 wollen wir weltweit 30 Prozent unseres Absatzes mit potenziell risikoreduzierten Produkten erwirtschaften“, sagte der neue PM-Deutschlandchef Markus Essing unserer Redaktion. Ende des dritten Quartals 2017 seien es bereits mehrere Zehntausend Nutzer in Deutschland gewesen.

In Dresden baut der Konzern ein neues Werk zur Produktion von Tabaksticks. „Hier schaffen wir mindestens 500 Arbeitsplätze“, sagte Essing. Der Standort Berlin, wo Zigaretten produziert werden, soll dennoch weiter bestehen.

Deutschland-Chef gegen Entschädigung für Raucher

Essing fordert eine Reform der Besteuerung von Tabak und auch der Warnhinweise auf Verpackungen: „Wir würden uns die Einführung einer eigenen Kategorie wünschen, die unterscheidet zwischen Produkten, die verbrannt werden, und solchen, die erhitzt werden und weniger Schadstoffe produzieren. Das gilt im Übrigen nicht nur für die steuerliche Behandlung, sondern auch für Fragen der Kommunikation und der korrekten Warnhinweise“, sagte er.

Warum Alkohol Lust auf Zigaretten macht
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Der Konzern würde „heute manches anders machen“, sagte Essing mit Blick auf die Vergangenheit von PM. „Die Menschen sehen uns skeptisch. Und das auch zu Recht“. Auch seinen Kindern würde er sagen: „Rauchen ist schädlich, fangt nicht damit an.“

Eine Entschädigung für Raucher lehnt er ab. „Das Bewusstsein um die gesundheitlichen Folgen des Rauchens ist seit Jahren gestiegen, und es steht auch ein Warnhinweis auf der Packung“. Man stehe aber in der Pflicht zu sagen: „Nehmt das bessere Produkt.“

(FMG)

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