Math 42

Millionen-Deal für Gründer nach Absage in „Höhle der Löwen“

TV: Mit diesen vier Regeln überlebt man die "Höhle der Löwen"

„Die Höhle der Löwen“: In der Vox-Show präsentieren Start-up-Unternehmer ihre Ideen. Mit diesen vier Regeln ist der Erfolg (fast) garantiert.
Mi, 04.10.2017, 17.01 Uhr

TV: Mit diesen vier Regeln überlebt man die "Höhle der Löwen"

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Berlin  In der „Höhle der Löwen“ erhielten die Nitsche-Brüder keinen Deal für Math 42. Dafür gab es jetzt aber ein deutlich besseres Geschäft.

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Manchmal ist ein Scheitern in der „Höhle der Löwen“ auch eine Chance. Zumindest für Maxim und Raphael Nitsche war das zumindest so. Denn nachdem es bei den Investoren der Vox-Sendung im Jahr 2015 nur Absagen gab, hat nun ein anderer Investor bei der Mathe-Hilfe-App zugeschlagen. Und das bringt den jungen Gründern aus Berlin insgesamt bis zu 20 Millionen Euro ein.

Über den Deal freuen sich nicht nur Maxim und Raphael Nitsche: Die Brüder werden unter anderem von ihrem Vater Thomas unterstützt, der Mathematik und Spieltheorie studiert hat. Die Technik-Branche ist für Thomas Nitsche nichts Neues. Er hat mehrere Schachcomputer entwickelt und ein Start-up gegründet, das Kontext-Werbung im Internet optimiert.

Kein erfolgreicher Deal in der „Höhle der Löwen“ für Math 42

In der „Höhle der Löwen“ hatte das Produkt der Familie zwar für Interesse gesorgt, investieren wollte jedoch keiner der prominenten Unternehmer. Maxim Nitsche (damals 18 Jahre alt) bewertet die Erfahrung in der Show im Gespräch mit unserer Redaktion dennoch positiv. „’Die Höhle der Löwen’ war für uns ein Erfolg, obwohl wir keinen Deal bekommen haben. Wir sind dadurch bekannt geworden und hatten in der Woche nach der Sendung 300.000 mehr Downloads der App“, sagt Nitsche.

Potenzielle Nutzer für die App gibt es Millionen. Math 42 bietet vor allem für Mathematikaufgaben aus der Schule Lösungen und zudem Erklärungen an. Nutzer können in die App ihre Formeln und Aufgaben eingeben und erhalten dann eine Lösung. Viele andere Apps bieten dagegen nur Lösungen zu vorgefertigten Aufgaben an.

"Die Höhle der Löwen": Das sind die Juroren

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US-Firma Chegg hat bereits 12,5 Millionen Euro gezahlt

Seit dem Fernsehauftritt 2015 haben Gründer die App weiterentwickelt – oder wie Maxim Nitsche sagt: „eigentlich komplett neu entwickelt“. Das Grundprinzip sei gleich geblieben: Schüler sollen durch die App auf langfristige und teure Nachhilfe verzichten können. Mittlerweile „ist die Technik auch in den universitären Bereich vorgestoßen, was zum Beispiel das Berechnen von Integralen betrifft“, sagt Maxim Nitsche.

Die Weiterentwicklung hat sich offensichtlich ausgezahlt. 12,5 Millionen Euro haben die Gründer von Math 42 schon vom amerikanischen Unternehmen Chegg erhalten, weitere 7,5 Millionen Euro könnte Chegg laut einer eigenen Meldung noch zahlen. Chegg hat Cogeon, die Firma hinter der App, erworben. Die US-Firma betreibt unter anderem einen Online-Handel für Schulbücher und vertreibt Lern-Apps. Mit der Technik von Cogeon wird Chegg im kommenden Jahr eine eigene App herausbringen: Chegg Math.

Gründer wollen in Deutschland bleiben

Die Nitsche-Brüder werden nach der Übernahme durch Chegg nicht mehr als Geschäftsführer tätig sein. „Wir werden das Team von Chegg-Math leiten. Bei Chegg haben wir die Leute und die Struktur, um ein Produkt noch größer aufzubauen“, sagt Maxim Nitsche.

Eigentlich habe man Cogeon gar nicht verkaufen wollen, doch bei Chegg habe für die Gründer alles zusammengepasst. Und auch wenn nun eine spannende Arbeit mit Teams in den USA oder Israel vor ihnen liegt, bleiben die beiden Brüder der deutschen Hauptstadt erhalten. „Wir werden weiterhin hauptsächlich in Berlin bleiben“, stellt Maxim Nitsche klar.

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