Merz rechnet mit Merkels Politik ab

Düsseldorf.   Der frühere CDU-Politiker Friedrich Merz (Foto) hat seinen ersten öffentlichen Auftritt seit der Nominierung als Brexit-Beauftragter der schwarz-gelben Landesregierung zu einer Abrechnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel genutzt. Bei möglichen Neuwahlen 2018 müsse der Wahlkampf der Union „ein völlig anderer werden als der des Jahres 2017“, forderte Merz bei einer Rede vor dem CDU-Wirtschaftsrat in Düsseldorf.

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Der frühere CDU-Politiker Friedrich Merz (Foto) hat seinen ersten öffentlichen Auftritt seit der Nominierung als Brexit-Beauftragter der schwarz-gelben Landesregierung zu einer Abrechnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel genutzt. Bei möglichen Neuwahlen 2018 müsse der Wahlkampf der Union „ein völlig anderer werden als der des Jahres 2017“, forderte Merz bei einer Rede vor dem CDU-Wirtschaftsrat in Düsseldorf.

„Die Strategie, möglichst alle Wähler auf der anderen Straßenseite ins Koma zu versetzen, dürfte sich erledigt haben“, giftete Merz, ohne den Namen Merkel in den Mund zu nehmen. Es dürfe nicht mehr egal sein, „mit wem man eine beliebige Regierung zusammenschustert“. Für Merz sind die gescheiterten Jamaika-Verhandlungen „eine tiefe Zäsur“. Vielleicht gebe sie der CDU jedoch die Chance, gründlich zu analysieren, was bei der Bundestagswahl am 24. September eigentlich passiert sei. „Der Arzt, der über die Station läuft und sagt, dem nebenan geht es noch schlechter, ist kein guter Arzt“, sagte Merz.

Grenzöffnung historische Umwälzung

Die umstrittene Grenzöffnung der Kanzlerin für Flüchtlinge aus Ungarn im Hebst 2015 stellte er in eine Reihe historischer Umwälzungen mit der Brexit-Entscheidung der Briten und der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten: „Die Tatsache, dass wir alleine eine solche Entscheidung über Nacht getroffen haben, ist keine besonders überlegte europäische Politik gewesen.“

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), enger Vertrauter von Merkel und Befürworter der Flüchtlingspolitik, macht Merz ab 2018 zum Brexit-Beauftragten, der die Folgen des britischen EU-Austritts 2019 für Firmen, Bürgerkontakte und Wissenschaft abmildern soll. Der Multi-Funktionär aus dem Sauerland, der in Diensten des US-Vermögensverwalters Blackrock steht, soll zudem Aufsichtsratschef des Flughafens Köln/Bonn werden.

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