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Machtkampf um Media Saturn: Ceconomy-Chef Werner soll gehen

Um Media Markt und Saturn ist offenbar ein Machtkampf entbrannt.

Um Media Markt und Saturn ist offenbar ein Machtkampf entbrannt.

Foto: Armin Weigel / picture alliance/dpa

Düsseldorf.  Machtkampf um Elektronikketten Media Markt und Saturn: Chef des Mutterkonzerns Ceconomy, Jörn Werner, soll offenbar seinen Posten verlieren.

Die kriselnde Elektronikketten Media Markt und Saturn kommen nicht zur Ruhe: Nach nur einem halben Jahr im Amt will der Aufsichtsrat der Düsseldorfer Muttergesellschaft Ceconomy am Donnerstag (17. Oktober) über die mögliche Abberufung des Vorstandsvorsitzenden Jörn Werner beraten. Anlass ist offenbar ein Machtkampf, der unter den Top-Managern des Unternehmens tobt.

Werner, ehemaliger Chef der Auto-Werkstattkette ATU und des Elektronikhändlers Conrad Electronic, war erst im März nach Düsseldorf gekommen, um Media Saturn aus der Krise zu führen. Die Ketten leiden unter schwachen Geschäften und haben keine schlüssige Antwort auf Onlinehändler wie Amazon gefunden. Nach der Abspaltung von der Metro AG wurde Media Saturn eine komplizierte Organisationsform übergestülpt. Werner ist Chef der Ceconomy AG, die 76 Prozent an Media Saturn hält. Das operative Geschäft der Märkte und des Onlineshops jedoch leitet der ehrgeizige Spanier Ferran Reverter.

Insider berichten, dass die Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Managern zuletzt eskaliert sein sollen. Dabei ging es offenbar um die Frage, inwieweit Werner von Düsseldorf aus in Reverters Tagesgeschäft funken darf, das dieser von Ingolstadt aus steuert. Media Markt und Saturn beschäftigen rund 62.000 Mitarbeiter und betreiben mehr als 1000 Märkte mit einem Jahresumsatz von rund 21 Milliarden Euro. Es ging aber auch um Tempo und Ziel der Neuausrichtung.

Dem Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Fitschen ist es augenscheinlich nicht gelungen, den Konflikt zwischen den beiden Unternehmenslenkern zu schlichten. Offenbar nach einer Indiskretion musste Fitschen am späten Dienstagabend in einer börsenpflichtigen Ad-hoc-Mittleilung öffentlich machen, dass sich der Aufsichtsrat am Donnerstag mit der Frage einer vorzeitigen Vertragsauflösung Werners beschäftigen werde. Dass der Aufsichtsrat dem Ceconomy-Chef doch noch das Vertrauen aussprechen könnte, gilt jetzt als unwahrscheinlich.

Dabei stand Werner offenbar kurz davor, eine Verschmelzung von Ceconomy und Media Saturn zu ermöglichen, von der auch der streitbare Media-Saturn-Minderheitseigentümer Convergenta um die Gründerfamilie Kellerhals profitiert hätte. Convergenta ist bislang mit 21 Prozent nur an Media Saturn, nicht aber an Ceconomy beteiligt. Größte Aktionäre der Ceconomy sind die Duisburger Familien Haniel (22,71 Prozent) und Schmidt-Ruthenbeck (14,33 Prozent).

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