Thyssenkrupp

Krupp-Stiftung plant Sondersitzung zur Krise im Konzern

Bei der Thyssenkrupp-Hauptversammlung im Januar in Bochum zeigten sich Stiftungschefin Ursula Gather und Vorstandschef Heinrich Hiesinger noch gemeinsam.

Bei der Thyssenkrupp-Hauptversammlung im Januar in Bochum zeigten sich Stiftungschefin Ursula Gather und Vorstandschef Heinrich Hiesinger noch gemeinsam.

Essen.   Angesichts der Führungskrise beim Essener Industriekonzern Thyssenkrupp plant die Krupp-Stiftung eine Sondersitzung am Freitag.

Dass sich das Kuratorium der Krupp-Stiftung versammelt, ist selten. Noch seltener sind außerplanmäßige Treffen des prominent besetzten Gremiums, das sich in aller Regel im Stiftungsgebäude auf dem Gelände der Essener Villa Hügel versammelt. Wie unsere Redaktion aus dem Kreis der Kuratoriumsmitglieder erfahren hat, steht am Freitag (13. Juli) eine Sondersitzung an. Unter der Leitung von Stiftungschefin Ursula Gather will sich die Führungsriege mit der aktuellen Lage nach dem überraschenden Rücktritt von Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger befassen. Die Stiftung ist mit rund 21 Prozent größter Einzelaktionär des Industriekonzerns. Das Kuratorium ist das wichtigste Führungsgremium der Krupp-Stiftung.

Oft war in den vergangenen Tagen von mangelndem Rückhalt durch die Stiftung als Rücktrittsgrund die Rede. Zumindest habe die Stiftung dem Konzernchef nicht die Unterstützung signalisiert, die Hiesinger wohl erwartet habe, berichteten Insider. Gather betonte hingegen, sie habe mit großem Bedauern „den überraschenden Wunsch“ von Hiesinger aufgenommen, sein Mandat zu beenden. Sie habe Hiesinger „stets unterstützt, die Vorschläge des Vorstandes begrüßt und sie in den Entscheidungen mitgetragen“, betonte Gather, die auch Mitglied des Thyssenkrupp-Aufsichtsrats ist.

Verblüffung über den Rückzug von Hiesinger

Auch aus dem Stiftungskuratorium ist Verblüffung über die Darstellung von angeblich mangelnder Unterstützung für Hiesinger zu hören. Es sei davon auszugehen, dass das Kuratorium Stiftungschefin Gather bei der Sitzung am Freitag den Rücken stärken werde. Gather war wegen des Hiesinger-Rücktritts in die Kritik geraten.

Zuletzt hatte sich das Stiftungskuratorium Anfang Juni versammelt. Nach dem Termin, bei dem Hiesinger seine Pläne für die Stahlfusion mit Tata erläuterte, war noch von einem guten Treffen die Rede. Das von Gather geführte Kuratorium ist ein verschwiegener Kreis, zu dem unter anderem die Beitz-Tochter Susanne Henle sowie Persönlichkeiten wie RWI-Chef Christoph M. Schmidt, der Journalist Fritz Pleitgen und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) gehören.

Angesichts der Führungskrise demonstrierten Stiftung und die IG Metall Einigkeit. „Stiftung und Arbeitnehmervertreter haben immer auch gemeinsam für die Stabilität des Unternehmens eingestanden. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern“, erklärten Gather und Markus Grolms, der für die IG Metall Vize-Aufsichtsratschef im Konzern ist.

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