Energie

Kraftwerkskonzern Uniper warnt vor einem Blackout

Uniper-Chef Klaus Schäfer beim Besuch in der Redaktion.

Uniper-Chef Klaus Schäfer beim Besuch in der Redaktion.

Foto: Sebastian Konopka

Essen.   Der Chef des Energiekonzerns Uniper, Klaus Schäfer, warnt vor Stromausfällen – und plant langfristig mit dem Kraftwerk in Datteln.

Der Chef des Kraftwerksbetreibers Uniper, Klaus Schäfer, warnt vor einem Blackout im deutschen Stromnetz. „Gott sei Dank hat es einen größeren Stromausfall zuletzt nicht gegeben. Und wir tun alles dafür, dass es nicht dazu kommt“, sagte Schäfer der WAZ. „Richtig ist aber auch: „Unsere Energieversorgung ist unsicherer geworden. Das lässt sich auch daran ablesen, wie häufig die Netzbetreiber eingreifen müssen, um Schlimmeres zu verhindern.“ Das Thema Versorgungssicherheit sollte daher „ganz oben auf der Liste der Aufgaben“ der Bundesregierung stehen. Uniper macht sich unter anderem für Reserve-Kraftwerke stark, die einspringen, wenn wenig Strom aus Wind und Sonne produziert wird.

Mit dem umstrittenen neuen Kohlekraftwerk in Datteln plant der Eon-Ableger Uniper langfristig. „Wir haben eine unbeschränkte Betriebsgenehmigung, und von der Technik her könnte die Anlage 40 oder 50 Jahre laufen“, sagte Klaus Schäfer. Die Anlage in Datteln werde allerdings „das letzte große Kohlekraftwerk in Deutschland sein“. Das Uniper-Kraftwerk soll im großen Stil Strom für die Deutsche Bahn liefern.

„Erfolgreich ist die Energiewende noch nicht“

Die Zukunft des Gaskraftwerks Irsching in Bayern sieht Schäfer kritisch. Uniper erwägt sogar eine Stilllegung. „Am liebsten würde ich das Kraftwerk im Vollastbetrieb laufen lassen. Aber das rechnet sich derzeit nicht“, sagte er. Das habe mit dem Vorrang von Energie aus Wind und Photovoltaik zu tun, aber auch mit den Rohstoffkosten im Vergleich zu Stein- und Braunkohle. „Ich hoffe, dass die Politik durch entsprechende Entscheidungen dafür sorgt, dass hochmoderne Gaskraftwerke in Deutschland eine Zukunft haben. Wir können es uns schlichtweg nicht leisten, ein Kraftwerk zu erhalten, mit dem wir kein Geld verdienen“, sagte der Uniper-Chef.

Gas sollte Schäfer zufolge künftig im Energiemix eine wichtigere Rolle spielen. Doch dafür sei der Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid viel zu niedrig. „Eigentlich ist es doch das Ziel der Energiewende, dass der CO2-Ausstoß sinkt. Die Energiewende hat in den letzten fünf Jahren aber nicht zu sinkenden Emissionen geführt“, sagte Schäfer. „Erfolgreich ist die Energiewende also noch nicht.“

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