Elliott

Investor schickt bösen Brief an Thyssenkrupp-Chef Hiesinger

Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger ist unter Zugzwang.

Foto: Ralf Rottmann

Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger ist unter Zugzwang. Foto: Ralf Rottmann

Essen.   Der Investor Elliott setzt Thyssenkrupp-Chef Hiesinger weiter unter Druck. An diesem Mittwoch tagt der Aufsichtsrat zur Stahlfusion.

Kurz vor einer wichtigen Aufsichtsratssitzung zur Stahlfusion von Thyssenkrupp mit Tata steigt der Druck auf Konzernchef Heinrich Hiesinger. Der US-Investor Elliott, der kürzlich bei Thyssenkrupp eingestiegen ist, habe in einem Brief an Hiesinger den Plan für die Allianz mit Tata zu den bisher verabredeten Bedingungen kritisiert, berichtet die FAZ. Demnach verweist Elliott darauf, dass sich die Bewertungsgrundlagen für das geplante Gemeinschaftsunternehmen geändert hätten, da sich Thyssenkrupp im Stahlgeschäft zuletzt besser entwickelt habe als Tata.

Mit ähnlichen Bedenken hatte sich unlängst auch Thyssenkrupp-Konzernbetriebsratschef Wilhelm Segerath zu Wort gemeldet. „Die unterschiedliche Entwicklung der beiden Gesellschaften unterstreicht unsere Bedenken hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des europäischen Tata-Geschäftes“, hatte Segerath unserer Redaktion gesagt. Er zweifle daher, ob das Bündnis „unter diesen Vorzeichen eine tragfähige Lösung sein kann“.

Auch Grummeln in den Niederlanden

Auch der europäische Betriebsrat von Tata Steel geht auf Konfrontationskurs zu Thyssenkrupp. Die Arbeitnehmervertreter warfen dem Thyssenkrupp-Management fehlende Gesprächsbereitschaft vor. Viele Details seien unklar. Für eine Zustimmung müssten zahlreiche Forderungen erfüllt werden.

Elliott wiederum habe Hiesinger Nachverhandlungen mit Tata nahegelegt, so die FAZ. Um die für das Stahl-Bündnis geplante ausgeglichene Eigentümerstruktur aufrechtzuerhalten, müsste Tata nach Berechnung des Investors beispielsweise einen Milliardenbetrag als Ausgleich zahlen. Es gilt als denkbar, dass Elliott auch Angriffsflächen für mögliche Klagen gegen das Thyssenkrupp-Management suchen könnte. Dem Vernehmen nach will der US-Fonds Hiesinger zu Fall bringen.

Hiesinger möchte mit Tata Europas zweitgrößten Stahlkonzern mit 48.000 Mitarbeitern formen. Der neue Konzern soll Thyssenkrupp Tata Steel heißen und über eine Holding in den Niederlanden geführt werden. An diesem Mittwoch (13. Juni) trifft sich dazu der Thyssenkrupp-Aufsichtsrat. Bis Ende Juni, so hat es Hiesinger angekündigt, soll es Klarheit zur Fusion geben.

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