Immobilienpreise steigen weiter

An Rhein und Ruhr.   Der Immobilienboom treibt inzwischen im siebten Jahr in Folge die Preise in die Höhe. Vor allem in den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr müssen Käufer von Wohnungen und Häusern im laufenden Jahr zwischen vier und neun Prozent mehr auf den Tisch legen als noch im Jahr zuvor.

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Der Immobilienboom treibt inzwischen im siebten Jahr in Folge die Preise in die Höhe. Vor allem in den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr müssen Käufer von Wohnungen und Häusern im laufenden Jahr zwischen vier und neun Prozent mehr auf den Tisch legen als noch im Jahr zuvor.

„Inzwischen sind die Preisanstiege auch in den kleineren und mittelgroßen Städten im Umfeld der Metropolregionen angekommen“, sagt Axel Quester, Vize-Vorsitzender des Immobilienverbands IVD West, in dem sich Makler zusammengeschlossen haben. Nach dessen Zahlen steigen die Preise für Eigentumswohnungen NRW-weit aktuell um 6,3 Prozent, in den Städten mit mehr als 300 000 Einwohnern sogar um 9,5 Prozent.

Mega-Aufschläge wie in Köln (+19 Prozent) oder Münster (+17) beobachten die Makler hierzulande nur in Essen (+17) auf 1200 Euro pro Quadratmeter. Bis auf Duisburg dreht sich die Preisspirale in allen Großstädten nach oben. Allein in Bottrop zeichnet sich ein Wertverlust um elf Prozent ab.

Bei freistehenden Häusern steigen die Preise laut IVD in diesem Jahr im Landesdurchschnitt um 4,5 Prozent, in kleineren Städten sind es nur zwei Prozent. Am teuersten seien Eigenheime in Düsseldorf, Dortmund, Essen, Duisburg und Bochum, weil hier die Nachfrage am höchsten sei, teilte der Immobilienverband gestern mit. Am Niederrhein beispielsweise seien die Häuser um rund ein Drittel günstiger als in den Metropolen.

Nicht im direktenEinzugsbereich

Am tiefsten in die Tasche greifen muss man in Düsseldorf, wo freistehende Gebäude mit 550 000 Euro zu Buche schlagen. Aber auch in Essen sind sie mit durchschnittlich 370 000 Euro teuer. In Oberhausen zahlen Interessenten „nur“ 210 000 Euro.

Gerade am nördlichen Niederrhein beobachten die Makler Tiefpreise. Der Grund: Diese Region liegt nicht mehr im direkten Einzugsbereich der Ballungsregion Rhein-Ruhr. In Kleve müssen Häuslebesitzer beispielsweise im Schnitt 175 000 Euro auf den Tisch legen, in Emmerich 150 000.

Düsseldorf steht auch ganz oben bei bezugsfertigen Reihenhäusern. In mittleren Lagen sind dafür 400 000 Euro fällig. Essen ist allerdings ebenfalls ein teures Pflaster mit 255 000 Euro. Nicht viel günstiger ist es in Mülheim, wo Preise von 230 000 Euro ausgerufen werden. Mit 170 000 Euro sind Reihenhäuser in Bottrop, Gelsenkirchen und Oberhausen vergleichsweise günstig, in Kleve kosten sie sogar nur 125 000 Euro.

Die Gründe für den ungebrochenen Preisauftrieb am Immobilienmarkt haben nach Einschätzung des IVD zwei Gründe: die niedrigen Zinsen und die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland. Das blühende Geschäft mit dem Eigentum wirkt sich nach Einschätzung von Makler Axel Quester nun auch auf Mietwohnungen aus. „Durch die Käufer gibt es eine gewisse Entlastung. Der Mietmarkt normalisiert sich wieder“, sagt der Duisburger. Die Folge: Die Kaltmieten steigen nicht mehr so rasant wie bislang. Bei landesweit 2,5 Prozent spricht der IVD von einer „moderaten“ Steigerung. Die Landeshauptstadt verzeichnet auch hier die höchsten Kurse. In mittleren Wohnlagen sind pro Quadratmeter 9 Euro fällig, dies bei gleichbleibender Tendenz. Die Rangliste der teuersten Wohnungsmieten führen im Ruhrgebiet Essen (7,40 Euro pro Quadratmeter) sowie Mülheim (6,50 Euro) an. Hier sei der Strukturwandel der Region geglückt, heißt es beim Immobilienverband.

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