Immobilien-Markt

Immobilienmarkt im Ruhrgebiet bricht Rekorde

Wirtschaftsförderer Rasmus Beck

Wirtschaftsförderer Rasmus Beck

Foto: Dietmar Wäsche

Essen.   Investoren kauften und bauten 2017 so viele Handelshäuser, Büros und Logistikzentren wie nie. Neue Online-Plattform soll das weiter forcieren.

Investoren haben 2017 rund 3,5 Milliarden Euro in Gewerbeimmobilien im Ruhrgebiet investiert – so viel wie nie zuvor. Im Jahr davor waren es nur gut zwei Milliarden Euro. Das teilte die Business Metropole Ruhr (BMR) mit. Damit habe die Region die A-Städte Köln (2,15 Milliarden Euro) und Düsseldorf (2,4 Milliarden Euro) überholt. „Steigende Preise in den A-Städten richten den Fokus institutioneller Anleger auf die Metropole Ruhr“, sagte BMR-Chef Rasmus Beck. Zur Metropole Ruhr zählen 53 Städte vom Niederrhein bis Hamm.

Die meisten Gelder flossen in den Erwerb von Einzelhandelsflächen, gefolgt von Büros und Logistik-Immobilien. Dabei stach eine Transaktion in Mülheim hervor: Das Rhein-Ruhr-Zentrum und das Forum City wurden für 420 Millionen Euro an einen Investmentfonds von Morgan Stanley verkauft. Attraktiver werden Handelsflächen wegen der gestiegenen Kaufkraft an Rhein und Ruhr sowie steigenden Ladenmieten (zuletzt auf 215 Euro je Quadratmeter in 1a-Lagen).

Viele Neubauten von Logistikzentren und Bürohäusern

Bei den Büro- und Logistik-Immobilien standen in den Revier-Städte im vergangenen Jahr Neubauten im Fokus. So wurden 2017 laut BMR 220 000 Quadratmeter neue Büroflächen fertiggestellt, die Leerstandsquote sank auch deshalb deutlich von 4,7 auf 4,0 Prozent der verfügbaren Büroflächen. Zum Vergleich: In Düsseldorf stehen mit 7,1 Prozent deutlich mehr Büros leer. Laut BMR erwarten die Prognosen bis 2021 einen weiteren Anstieg der Bürobeschäftigten von 764 000 auf dann 785 000, was für Investoren stabile Renditen verheißt.

Der Logistik-Boom im Ruhrgebiet mit dem Bau neuer Großlager von fast allen Branchenriesen hat 2017 zum Rekord von 750 000 fertiggestellten Quadratmetern Nutzfläche geführt. Für dieses Jahr wird eine ähnliche Größe erwartet.

Um die Vermarktung weiter anzukurbeln, hat die BMR gestern Ihre neue Plattform „www.Invest.Ruhr“ gestartet, auf der sämtliche Daten aus den Kommunen für mögliche Investoren gebündelt werden. Markdaten wie Mieten, Renditen, Kaufkraft und mehr werden nach Städten geordnet aufbereitet. „Mit ­Invest.Ruhr möchten wir die Sichtbarkeit und Vermarktung der Region weiter optimieren“, so Beck. Die BMR nennt Invest.Ruhr die erste digitale Investmentplattform für eine ganze Region.

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