Tarifoptionen

Gericht: Vodafone-Pass darf nicht nur in Deutschland gelten

Das Vodafone-Logo steht vor der Vodafone-Deutschland-Zentrale in Düsseldorf.

Das Vodafone-Logo steht vor der Vodafone-Deutschland-Zentrale in Düsseldorf.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Berlin  Vodafone darf seinen „Vodafone-Pass“ nicht nur im Inland anbieten. Das widerspreche EU-Recht, urteilte das Landgericht Düsseldorf.

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Vodafone darf die Nutzung des sogenannten „Vodafone-Passes“ nicht auf Deutschland beschränken, sondern muss die Option EU-weit anbieten. Das entschied das Landgericht Düsseldorf nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

„Der „Vodafone-Pass“ verstößt in seiner derzeitigen Ausgestaltung gegen europäisches Recht”, sagt Jana Brockfeld, Rechtsreferentin beim vzbv. „Danach darf ein Mobilfunktarif für die Internetnutzung im EU-Ausland keinen höheren Preis vorsehen als im Inland.“

Vodafone hat gegen das Urteil des Landgerichts indes Berufung eingelegt. „Wir sind der Meinung, dass unsere Produkte konform mit den EU-Regelungen gehen und das einzelne Komponenten auch nur in Deutschland nutzbar sein können, wenn wir das eindeutig kommunizieren“, sagte Sprecher Thorsten Hoepken unserer Redaktion.

Der Vodafone-Pass“ ermöglicht es Kunden, bestimmte Dienste für Musik- oder Videostreaming nicht auf das Datenvolumen anrechnen zu lassen. Ähnliche Tarifoptionen bietet zum Beispiel auch die Telekom an, die ihr Pendant „Stream On“ nennt.

Einzelne Inhalte werden trotz „Vodafone-Pass“ angerechnet

Allerdings ist bei den Angeboten nicht die komplette Nutzung des jeweiligen Dienstes eingeschlossen. Wie aus den Tarifdetails hervorgeht, werden einzelne Inhalte wie Albencover beim Musikstreaming, Sprach- und Video-Telefonie sowie Werbung trotzdem auf das Datenvolumen angerechnet.

Welches Mobilfunknetz ist das beste in Deutschland?

Vodafone schließt zudem zum Beispiel bei den Diensten Deezer und Spotify die Übertragung von Podcasts aus dem „Vodafone Pass“ aus. Außerdem ist zu beachten, dass sich die Übertragungsgeschwindigkeit auch bei den Partnerdiensten auf 32 beziehungsweise 64 Kilobit pro Sekunde verringert, wenn das Datenvolumen insgesamt aufgebraucht ist.

Das Landgericht verurteilte Vodafone zudem zur Unterlassung irreführender Werbung. Das Unternehmen hatte auf seiner Internet-Seite für den Vodafone-Pass geworben, aber unzureichend über wesentliche Nutzungseinschränkungen informiert, heißt es auf der Seite des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).

Sprach- und Videotelefonie, Werbung und das Öffnen externer Links waren im Pass nicht enthalten – und führten deshalb auch bei den ausgewählten Apps zum Verbrauch des Datenvolumens. (les/dpa)

Das Urteil des Landgerichts Düsseldorf

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