Dortmund.

Wie WizzAir Dortmund zum "Tor nach Osteuropa“ machte

WizzAir hat Dortmund zum "Tor nach Osteuropa" gemacht.

WizzAir hat Dortmund zum "Tor nach Osteuropa" gemacht.

Foto: www.blossey.eu

Dortmund.   11 Millionen Passagiere seit 2004: Als WizzAir vor 14 Jahren von Dortmund aus nach Osteuropa startete, war mit diesem Erfolg kaum zu rechnen.

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Jörn Herwig ist ein typischer Wizz-Air-Gast am Dortmunder Flughafen. Einmal im Monat fliegt er für seine Firma nach Rumänien, um dort in der Produktion nach dem Rechten zu schauen. „Für mich ist es die perfekte Anbindung, früher musste ich von Düsseldorf aus fliegen.“ Kurze Wege vom Firmensitz Herdecke bis zum Airport in der Nachbarstadt, wenig Hektik, zügiges Boarding – und gestern wurde Herwig für seine Treue zum Stammflughafen und der ungarischen Fluglinie überraschend auch noch mit einem Reisegutschein belohnt. Er war der elfmillionste Passag ier, der in knapp 14 Jahren von Dortmund mit Wizz Air geflogen ist.

Seit Juni 2004 startet die ungarische Gesellschaft von Dortmund. Seitdem hat sich daraus eine Erfolgsgeschichte entwickelt, nicht zuletzt für den Flughafen. Wizz Air lockt längst die meisten der rund zwei Millionen Fluggäste, die in Dortmund im vergangenen Jahr gezählt wurden, und zwar mit Zielen in Osteuropa. Vom Baltikum über Polen bis Bulgarien und sogar bis nach Georgien reicht das Angebot, das in diesem Jahr noch erweitert wird. „Dortmunds Spezialität ist, dass wir für NRW und das Ruhrgebiet das Tor nach Osteuropa sind. Das unterscheidet uns von allen anderen dezentralen Flughäfen in Deutschland“, sagt Flughafenchef Udo Mager.

Airport nach wie vor hoch subventioniert

Im März muss er seinem Aufsichtsrat die Geschäftszahlen für 2017 und einen Ausblick präsentieren, wie es weiter geht. Schließlich ist der Airport nach wie vor hoch subventioniert von Anteilseignern wie der Stadt Dortmund. Mager geht von weiterem Wachstum aus – und dabei spielt ihm die Entwicklung von Wizz Air voll in die Karten.

Die Airline gehört zu den am stärksten wachsenden Fluggesellschaften Europas. Gerade habe man neue Flugzeuge des Typs Airbus A321 bestellt. „In den nächsten zehn Jahren werden weitere 300 Flugzeuge dazu kommen, und damit auch entsprechend viele Jobs“, versichert Wizz-Air-Sprecher Gabor Vasarhelyi. Das rasante Wachstum erscheint fast ein bisschen beängstigend, denkt man an das vergangene Jahr und den Aufstieg und Fall von Air Berlin.

Udo Mager sieht weder einen Nachteil noch ein Risiko darin, dass Wizz Air am Dortmunder Flughafen eine dominante Rolle spielt: „Die Geschäftsbeziehung ist stabil und von Beginn an nur durch Wachstum geprägt.“ Dass Osteuropa von Dortmund aus funktioniert, scheint kein Zufall zu sein. 25 Prozent der Passagiere sind Geschäftsleute. Die restlichen Dreiviertel sind zu ungefähr gleichen Teilen Touristen, die es zu Städtereisen nach Budapest, Prag oder Danzig zieht, oder seit neuestem auch zum Urlauben in Masuren, und sogenannte „ethnische“ Passagiere, also Nordrhein-Westfalen mit osteuropäischen Wurzeln, die in ihre alte Heimat fliegen.

2004 nicht mit Langzeiterfolg gerechnet

Als Wizz Air 2004 den Flugbetrieb von der Westfalenmetropole aufnahm, hatte man dort nicht unbedingt mit dem Langzeiterfolg gerechnet. Damals waren andere im Fokus. Easyjet etwa – die Gesellschaft strich 2008/09 Dortmund mit damals jährlich rund 700 000 Passagieren vom Plan. Später Air Berlin, die mit einer Kapazität von 100 000 schließlich im Jahr 2014 abdrehte. Dortmunds Marketingleiter Guido Miletic erinnert sich noch sehr gut. „Wir hatten damals eher auf Easyjet gesetzt. Heute sind wir froh, dass Wizz Air mit uns gemeinsam wachsen wird.“ Oder umgekehrt.

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