Zentralbank

EZB kündigt Ende der Anleihenkäufe im Euroraum an

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB).

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB).

Foto: Arne Dedert / dpa

Frankfurt am Main  Die Europäische Zentralbank vollzieht eine Wende – zumindest bei den umstrittenen Anleihenkäufen. In einem Punkt ändert sich nichts.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Ende der billionenschweren Anleihenkäufe in Europa zu beenden. Die vor allem in Deutschland umstrittenen Transaktionen sollen zum Jahresende auslaufen, wie die EZB nach ihrer Zinssitzung in Riga mitteilte.

Ab Oktober will die Notenbank das Volumen der monatlichen Käufe zunächst von derzeit 30 Milliarden Euro auf 15 Milliarden Euro verringern. Ende Dezember könnte das Programm dann auslaufen. Das beschloss der EZB-Rat am Donnerstag, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte. Beobachter sehen diesen Schritt als Kehrtwende zur bisherigen Politik der EZB. Aktuell kauft die EZB pro Monat Staats- und Unternehmensanleihen im Wert von 30 Milliarden Euro. Seit Beginn des Programms im März 2015 hat die Notenbank Wertpapiere im Gesamtwert von gut 2,4 Billionen Euro erworben.

In einem Punkt bleibt die EZB allerdings konsequent: beim Leitzins. Diese bleibe im Euroraum weiter auf dem Rekordtief von null Prozent. Zudem müssen Geschäftsbanken, die Geld bei der EZB parken, dafür weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Das Zinsniveau dürfte sich nach Einschätzung der Währungshüter bis mindestens Sommer 2019 nicht ändern.

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Mit viel billigem Geld versucht die EZB seit Jahren, der Konjunktur in den 19 Euroländern auf die Sprünge zu helfen und zugleich die Teuerung anzuheizen. Angestrebt wird Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent – weit genug entfernt von der Nullmarke.

Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben – das könnte die Konjunktur abwürgen. Im Mai stieg die Jahresinflationsrate im Euroraum nach einer ersten Schätzung des Statistikamtes Eurostat getrieben vor allem von höheren Energiepreisen auf 1,9 Prozent. (rtr/dpa)

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