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Elternzeit: So stellen Sie sich finanziell gut auf

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Vor allem Frauen verlieren in der Elternzeit oft wertvolle Beitragsjahre für ihre Altersvorsorge. Hier unsere Tipps, solche Lücken zu vermeiden:

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Paare verlieren oft während der Elternzeit wertvolle Beitragsjahre für ihre Altersvorsorge. Das trifft vor allem Frauen, da zumeist sie wegen der Kinder zu Hause bleiben. Was bedeutet das, und wie können Frauen richtig vorsorgen?

Wer eine Familie gründet, denkt eher an Windeln als an Wertpapiere. Das Thema Rente scheint erst einmal weit weg. Geld im Alltag ist ohnehin knapp und die Ausgaben für das Kind stehen im Mittelpunkt. Wie viel eine Frau später als gesetzliche Rente bekommt, hängt davon ab, wie viel sie im Job verdient. Ausfälle kürzen die Rente.

Lange Laufzeiten ohne Unterbrechungen sind das Wichtigste beim Einzahlen in die Altersvorsorge. Wer also wegen der Kindererziehung zu Hause bleibt, sollte sich über seine finanzielle Vorsorge Gedanken machen. Experten der Sparkasse haben die zehn wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt.

1. Reden Sie Über Geld

Was einfach klingt, sieht in der Realität oft anders aus. „Über Geld spricht man nicht. Man hat es“, so heißt es. Doch Transparenz ist gerade für junge Eltern in ihrer neuen Lebensphase wichtig. Geld gehört immerhin zu den größten Konfliktursachen in einer Partnerschaft.

Sprechen Sie das Thema Geld offen an. Wie viel haben Sie zusammen pro Monat zur Verfügung? Wer legt wie viel für das Alter zurück? Wofür geben Sie Ihr Geld aus? Was können Sie sich leisten?

Im Alltag empfiehlt sich das 3-Konten-Modell: Damit kann ein Paar seine Finanzen gemeinsam planen. Gleichzeitig behält jeder einen Teil seiner Unabhängigkeit.

Das 3-Konten-Modell funktioniert so: Es gibt ein gemeinsames Konto, von dem alle gemeinschaftlichen Ausgaben für die Familie abgehen wie Miete, Telefon, Kita-Gebühren, Fondsparplan für das Kind, Urlaub, Anschaffungen, Versicherungen oder Telefon. Daneben behält jeder sein eigenes Konto. Die jeweiligen Einkünfte gehen auf das Gemeinschaftskonto. Was am Ende übrig bleibt, teilen sich beide zur Hälfte und überweisen es sich auf das eigene Konto.

2. Lassen Sie Ihre Altersvorsorge in der Elternzeit nicht ausfallen

Sind die Kinder erst einmal da, braucht ihre Betreuung viel Zeit. An den Job ist da erst einmal nicht zu denken. Meistens kümmern sich Frauen um den Nachwuchs. So arbeiten im ersten Lebensjahr des Kindes nur noch etwa 8,5 Prozent der Mütter, im zweiten Lebensjahr rund 42,8 Prozent. Das belegen Zahlen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.

„Wichtig ist, das Thema Altersvorsorge nicht immer weiter in die Zukunft zu verschieben oder sogar einfach ausfallen zu lassen“, sagt Expertin Birgit Heidenreich von der Deka. Die Zeit mit den Kindern ist für die Rente nicht verloren. Die gesetzliche Rentenversicherung berücksichtigt den Zeitraum, in dem Sie Elterngeld beziehen, als Kindererziehungszeit. Anerkannt werden insgesamt drei Erziehungsjahre.

Unser Tipp: Kümmern Sie sich rechtzeitig um die Anrechnung der Erziehungszeit und schließen Sie die Lücke, die Ihnen entsteht.

3. Halten Sie die berufliche Pause so kurz wie möglich

Beide Partner entscheiden sich für ein Kind. Doch die finanziellen Folgen trägt oft die Frau. Und das, obwohl Frauen und Männer etwa die gleichen Schulabschlüsse haben. Frauen haben sogar etwas häufiger die Hochschulreife.

Nach der Geburt eines Kindes gehen 44 Prozent der Mütter nach einem Jahr Pause im Job wieder arbeiten - in Voll- oder Teilzeit. Ist das jüngste Kind zwei Jahre alt, geht mit 58 Prozent mehr als die Hälfte der Mütter einer Erwerbsarbeit nach. Das belegen die Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Viele Frauen wollen besonders in den ersten Jahren möglichst viel Zeit mit dem Kind verbringen. Andere legen Wert darauf, dass ihr Kind früh betreut wird, um selbst schnell wieder in den Job einzusteigen. Doch Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren sind in vielen Orten knapp. In diesem Fall lohnt sich die Überlegung, ob der Mann im Beruf kürzertritt und so der Frau zu mehr beruflichem Spielraum verhilft.

Treffen Sie und Ihr Partner Vereinbarungen, wie Sie Kinderbetreuung und Job aufteilen möchten. Idealerweise teilen Sie sich die Elternzeit. Mit Elterngeld und Elterngeld Plus können Sie Ihre berufliche Wochenarbeitszeit individuell aufeinander abstimmen.

4. Fordern Sie einen finanziellen Ausgleich für die Kindererziehung

„Ist an der beruflichen Situation der Frau nichts zu ändern, sollten Sie diese Lücke unbedingt schließen: am besten mit einem Fondsparplan,“ sagt Birgit Heidenreich. Und: Die Beiträge dazu sollten Sie nicht von Ihrem eigenen Konto, sondern aus dem Familieneinkommen bezahlen.

Es sollte also mehr Geld aus der Familienkasse in die private Rente der Frau fließen. Heidenreich: „Ein Fondssparplan eignet sich deshalb so gut, weil man regelmäßige Sparbeträge jederzeit flexibel anpassen oder bei Bedarf auch einmal aussetzen kann. Und: In der aktuellen Niedrigzinsphase bietet im Prinzip nur Fondssparen die Aussicht auf die angestrebte Rendite.“

Auch der Staat hat ein Interesse daran, dass die gesetzliche Rente durch eine private Altersvorsorge ergänzt wird. Deshalb fördert er diese mit der staatlichen Riester-Förderung. Wenn Sie beispielsweise aus Ihrem Einkommen in einen zertifizierten Riester-Fondssparplan sparen und förderberechtigt sind, erhalten Sie vom Staat neben der Grundzulage in Höhe von 175 Euro jährlich noch die Kinderzulage von 300 Euro für jedes kindergeldberechtigte Kind.

5. Alternativen zu Teilzeitarbeit: flexible Arbeitsmodelle

Wenn die Kita spätestens am Nachmittag schließt, beginnt für viele Eltern die zweite Tageshälfte. Dann heißt es: Kinder abholen, sich um das Abendessen kümmern und die Kinder ins Bett bringen. Viele Eltern möchten vor allem in dieser Zeit mit ihren Kindern zusammen sein.

Die Arbeitszeiten in Deutschland sind eher familienunfreundlich, weil auf einen Acht-Stunden-Tag zugeschnitten. Das ist für Eltern oft zu viel. Die Folge: Die Frau übernimmt wieder die klassische Rolle. So kritisieren Experten, dass vor allem der Westen auf einem alten Stand geblieben sei.

Flexible Arbeitszeiten erleichtern die Arbeitsteilung in der Familie. Die Digitalisierung bietet neue Chancen. Hier findet derzeit in vielen Unternehmen ein Umdenken statt. Immer öfter fordern Mitarbeiter ortsunabhängiges Arbeiten ein und können dadurch den Stundenumfang erhöhen.

6. Sparen Sie schon kleine Beträge und legen Sie sie an

Fondsparpläne lassen sich schon mit regelmäßigen Sparbeträgen ab 25 Euro einrichten. Doch sobald Geld übrig ist, überweisen die meisten Deutschen es immer noch auf ein Sparbuch oder ein Tagesgeldkonto. Die Skepsis vor Aktien ist groß. Hauptsache, kein Risiko. So denken viele Menschen hierzulande.

39 Prozent ihres Geldvermögens legen die Deutschen laut Bundesbank als Bargeld oder als Einlagen auf Giro- und Tagesgeldkonten. Leider wird das Geld auf diesen Konten nicht mehr. Gemessen an der Kaufkraft verliert es sogar an Wert. 0,5 Prozent Zinsen oder weniger stehen circa zwei Prozent Inflation gegenüber.

Sparen bedeutet nicht nur Verzicht. Es ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg in Ihre eigene Unabhängigkeit.

>>> Sie möchten etwas für Ihre finanzielle Unabhängigkeit tun? Wir haben weitere spannende Themen und nützlich Informationen rund um das Thema Altervorsorge für Frauen.

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