Versand

Deutsche Logistiker erwarten Rekord-Paketflut im Advent

Ein Mitarbeiter der neuen DHL Paket-Zustellbasis in Chemnitz (Sachsen) sortiert Paketsendungen.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Ein Mitarbeiter der neuen DHL Paket-Zustellbasis in Chemnitz (Sachsen) sortiert Paketsendungen. Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Bonn  Unternehmen wie die Post suchen händeringend Zusteller. Der boomende Onlinehandel führt vor Weihnachten wohl zu einem Versandrekord.

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Die Paket- und Sortierzen­tren laufen auf Hochtouren, die Fahrzeuge der Zusteller sind prall gefüllt: Für die Paketbranche rund um die Dienstleister Post DHL, Hermes, DPD & Co beginnt jetzt die lukrative Jahres­endsaison. Und eines steht schon fest: Der Boom im Onlinehandel wird wieder alle Rekorde brechen.

„Es gibt keine Anzeichen von Wachstumsschwäche“, heißt es beim Handelsverband Deutschland, der in diesem Jahr im Onlinehandel einen Zuwachs zehn Prozent auf 48,7 Milliarden Euro erwartet. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel prognostiziert sogar einen Zuwachs von elf Prozent. Und das ist die Basis für noch schneller steigende Umsätze bei den Paketlogistikern.

In der Spitze bis zu 15 Millionen Sendungen täglich erwartet

Um die Weihnachtszeit müssen vor allem die Zusteller wieder schwer schleppen: Der Bundesverband Paket & Expresslogistik (BIEK) rechnet damit, dass bis zu 30 Millionen Pakete mehr an der Haustür abgegeben werden als vor einem Jahr. 15 Millionen Sendungen täglich sollen es an einem Spitzentag werden. Peter Rey vom Paketlogistiker DPD aus Aschaffenburg schätzt das Paketvolumen um die Weihnachtszeit auf 50 Prozent über der Menge eines durchschnittlichen Zustelltages.

Allein die Deutsche Post rechnet vor den Weihnachtsfeiertagen mit „signifikant über acht Millionen Paketen“, an Spitzentagen sogar mit 8,7 Millionen am Tag. Konkurrent Hermes, eine Tochterfirma der Otto-Gruppe, taxiert den Zuwachs des Paketvolumens im Jahresendgeschäft auf 15 Prozent. „Wir erwarten ein Weihnachtsgeschäft, das die gesamte deutsche Logistikbranche vor eine Kraftprobe stellen wird“, sagt Dirk Rahn aus der Geschäftsführung.

In Absprache mit den Onlinehändlern werde Hermes erstmals regionale Mengenobergrenzen einführen, um die flächendeckende Versorgung abzusichern. „Der Transport von Privatpaketen bleibt davon aber unberührt.“

Post hat 300 Aushilfsjobs ausgeschrieben

Mehr Fahrzeuge, mehr Personal – seit Wochen sucht die Branche händeringend Arbeitskräfte. Auch Branchenprimus Deutsche Post gehört dazu. „Freuen Sie sich auf einen Job, in dem Sie als Weihnachtsmann täglich an der frischen Luft unterwegs sind“, wirbt der gelbe Riese in der unternehmenseigenen Jobbörse um Aushilfskräfte.

Allein im Oktober hatten die Bonner auf ihrer Internetseite mehr als 300 Aushilfsjobs ausgeschrieben. Bundesweit bietet der Konzern über mehrere Monate gut 10.000 befristete Jobs in Sortierzentren und in der Zustellung. Auch unter Flüchtlingen hat die Post Arbeitskräfte angeheuert. Der Versandhändler Amazon, der selbst in einigen Städten in der Zustellung aktiv ist, will sich bundesweit mit 13.000 Saisonkräften für den Ansturm rüsten.

Amazon will von Privatpersonen liefern lassen

„Für die Unternehmen wird es tatsächlich immer schwieriger, den zunehmenden Bedarf an geeigneten Zustellern zu decken“, sagt Elena Marcus-Engelhardt, Sprecherin des BIEK. Amazon will in Berlin sogar Privatpersonen als selbstständige Paketboten einsetzen. „Wir wollen in den nächsten Wochen die ersten Kunden beliefern“, sagte eine Amazon-Sprecherin dem „Tagesspiegel“. Interessenten müssten über ein eigenes Auto verfügen und über eine spezielle Handy-App.

Das Programm richte sich an Menschen, die gelegentlich Pakete liefern wollten. Die Lieferpartner könnten sich ihre Aufträge je nach Verfügbarkeit frei einteilen. Als Arbeitsaufwand wurden Blöcke von vier Stunden genannt. Ein Gewerbeschein ist nötig. (dpa)

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