Schuhhandel

Deichmann wächst gegen den Trend auf Rekordniveau

Heinrich Deichmann am neuen Touchscreen in einer Essener Filiale.

Foto: Deichmann

Heinrich Deichmann am neuen Touchscreen in einer Essener Filiale. Foto: Deichmann

Essen.   Das Essener Unternehmen Deichmann fuhr 2016 einen Umsatzrekord ein – gegen den Trend der Branche. Deichmann verkaufte 173 Millionen Paar Schuhe.

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Während der deutsche Schuheinzelhandel ein schwaches Jahr 2016 beklagt, präsentierte der Familienkonzern Deichmann am Mittwoch seinen höchsten Umsatz in der mehr als hundertjährigen Unternehmensgeschichte. Die Essener verkauften im vergangenen Jahr rund 173 Millionen Paar Schuhe und steigerten ihren Umsatz währungsbereinigt um 5,6 Prozent auf netto 4,8 Milliarden Euro.

Deichmann verkauft seine Schuhe in 23 europäischen Ländern und in den USA. „Uns ist es gelungen, uns vom Markttrend abzukoppeln“, erklärte Inhaber Heinrich Deichmann. Während der Bundesverband des Deutschen Schuheinzelhandels für 2016 einen Umsatzrückgang um zwei Prozent verkündete, fuhr Deichmann hierzulande ein Plus von 5,9 Prozent auf netto 1,9 Milliarden Euro ein.

73 Millionen Paar Schuhe in Deutschland verkauft

In den 1424 Filialen – 33 mehr als 2015 – und über die Onlineshops verkaufte die Kette in Deutschland 73 Millionen Paar Schuhe. „Wir konnten dabei auch vom anhaltenden Trend zu Markensportschuhen profitieren“, sagte Heinrich Deichmann.

Das ohnehin schon dichte Ladennetz will Deichmann in diesem Jahr noch weiter ausbauen. Der Konzern kündigte gestern die Eröffnung von 61 neuen und die Schließung von 28 Filialen an. 370 Neueinstellungen und die Besetzung von 800 Ausbildungsplätzen seien geplant. In Deutschland ar­beiteten zuletzt 15 750 Menschen für Deichmann. Das waren 260 mehr als im Vorjahr. Gewachsen ist den Angaben zufolge auch die Hauptverwaltung im Essener Stadtteil Schönebeck, die das Geschäft international steuert: Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich hier um 48 auf 817.

Onlineshop-Test im Ruhrgebiet

Von den rund 232 Millionen Euro, die Deichmann im laufenden Jahr weltweit investieren will, sollen 92 Millionen Euro auf Deutschland entfallen. Das Geld soll in die Modernisierung der Filialen und in die Digitalisierung fließen. „Unsere Umsatzentwicklung ist in hohem Maße auch durch das Online-Wachstum getrieben“, betonte Heinrich Deichmann. Im Netz sei das Unternehmen mit 29 Shops und vier Marktplätzen präsent.

Um Läden und Internet besser miteinander zu verzahnen, testet Deichmann unter anderem in den Essener Filialen Rüttenscheider und Kettwiger Straße sowie im Oberhausener Centro Touchscreen-Monitore, über die Kunden nicht vorrätige Schuhe bestellen und das Sortiment nach ihren Wünschen durchsuchen können. Mit dem ersten Onlineshop war Deichmann im Jahr 2000 gestartet.

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