RAG-Stiftung

Darum gibt es jetzt auf Zollverein einen Werner-Müller-Platz

Zur Erinnerung an den im vergangenen Jahr verstorbenen Werner Müller bekommt ein Platz auf dem Essener Welterbe-Gelände Zollverein einen neuen Namen.

Zur Erinnerung an den im vergangenen Jahr verstorbenen Werner Müller bekommt ein Platz auf dem Essener Welterbe-Gelände Zollverein einen neuen Namen.

Foto: imago stock / imago

Essen.  Auf dem Essener Welterbe-Gelände Zollverein gibt es jetzt einen Werner-Müller-Platz. Dazu RAG-Stiftungschef Tönjes in einem kurzen Interview.

Auf dem Welterbe-Gelände der Essener Zeche Zollverein gibt es jetzt einen Werner-Müller-Platz, um Müllers Lebensleistung als Wirtschaftsminister, Konzernlenker und Stiftungschef zu würdigen. Müller, der in Mülheim wohnte, starb im Juli vergangenen Jahres nach schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren in Essen. Bis Mai 2018 stand Müller als Chef der RAG-Stiftung und als Vorsitzender der Aufsichtsräte von Evonik und RAG noch mitten im Arbeitsleben. Dann zwang ihn eine Krebserkrankung dazu, die Ämter aufzugeben. Wir haben Bernd Tönjes, Müllers Nachfolger als Stiftungschef, zur offiziellen Eröffnung des Platzes auf Zollverein drei Fragen gestellt.

Herr Tönjes, wofür steht Werner Müller – und damit im übertragenen Sinn auch der Werner-Müller-Platz?

Tönjes: Werner Müller stand für Veränderungsbereitschaft und für Weitsicht. Dank seiner großen Überzeugungskraft und seines Mutes, Ideen auch gegen Widerstände durchzusetzen, wurde dem Steinkohlenbergbau ein sozialverträgliches Auslaufen und Evonik der Gang an die Börse ermöglicht. Nicht zuletzt hat er die RAG-Stiftung als Garant für die Deckung der Ewigkeitskosten geschaffen. Der Werner-Müller-Platz steht für das große Erbe, das er uns hinterlassen hat und ich bin sicher, man wird sich auch in 100 Jahren noch an ihn erinnern, wenn man diesen Platz betritt.

Wie hätte Müller wohl in der aktuellen Corona-Krise gehandelt?

Tönjes: Sicher mit Ruhe und Bedacht aber niemals panisch. Ich habe Werner Müller nie die Fassung verlieren

sehen. Er hätte getan, was die besondere Situation verlangt. Ansonsten wäre er Zigarillo rauchend und mit Bach als Hintergrundmusik diszipliniert und unbeirrt seiner Arbeit nachgegangen.

Was bedeutet Ihnen Müller persönlich? Sehen Sie sich als eine Art Ziehsohn?

Tönjes: Mich hat eine lange gemeinsame Wegstrecke mit Werner Müller verbunden, die bis in seine Zeit als Bundeswirtschaftsminister zurückreicht. Für einen Ziehsohn bin ich vielleicht schon etwas zu alt. Seine Nachfolge bei der RAG-Stiftung anzutreten, war für mich aber stets eine besondere Ehre.

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