Corona-Impfung

Donuts, Aktien, Joints - wo man für die Impfung belohnt wird

Lesedauer: 3 Minuten
Zehntausende demonstrieren in Montréal gegen Corona-Beschränkungen

Zehntausende demonstrieren in Montréal gegen Corona-Beschränkungen

Im kanadischen Montréal sind zehntausende Menschen gegen die Corona-Beschränkungen der Regierung auf die Straße gegangen. Medien sprachen von etwa 30.000 Teilnehmern.

Beschreibung anzeigen

Berlin.  Nach der ersten Impfwelle locken Staaten mit kuriosen Anreizen. Was sie Impfmuffeln bieten - und wie es damit in Deutschland aussieht.

Während sich in Deutschland viele Menschen nach einer schnellen Impfung gegen Corona sehnen, versuchen andere Länder bereits, ihre Impfmuffel mit besonderen Anreizen zum Spritzen zu locken. Ob Geldgutscheine in Russland, Joints oder Donuts in den USA oder deutlich größere Freiheiten für Geimpfte – viele Staaten versuchen, möglichst alle Bürger und Bürgerinnen von einer Impfung zu überzeugen.

Impfen gilt als der wichtigste Schlüssel im Kampf gegen die Pandemie. Erfolgreich ist dies aber erst, wenn mindestens 70 bis 85 Prozent der Bevölkerung geimpft sind - und damit die Herdenimmunität eintritt. Doch dieses Niveau hat bislang kein Land erreicht. In Deutschland sind nach einer Umfrage drei Viertel der Menschen bereit, sich impfen zu lassen.

Selbst in den USA, wo das Impftempo besonders hoch ist, haben aktuell nur 55 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten. Laut Umfragen will sich jeder fünfte Erwachsene in den Vereinigten Staaten nicht impfen lassen. Um auch diese Skeptiker zu gewinnen, greifen Unternehmen, Bundesstaaten und sogar Museen zu besonderen Verlockungen. Wie sehen die aus?

  • Der US-Bundesstaat West Virginia belohnt alle Jüngeren mit einem Wertpapier für 100 US-Dollar (rund 83 Euro). Dieses Geschenk gibt es für alle 16- bis 35-Jährigen, die sich gegen Corona impfen lassen. Auch wer in dieser Altersgruppe schon geimpft wurde erhält den Gutschein rückwirkend.
  • Die amerikanische Donut-Kette Krispy Kreme belohnt jeden Geimpften am Tag der Impfung mit einem Donut, wenn er seinen Impfpass vorzeigt. Viele andere Firmen in New York verschenken Käsekuchen oder Hot Dogs am Tag der Impfung.
  • Auch in Deutschland werden Lockerungen für vollständig Geimpfte diskutiert. Genauso wie Genesene oder Getestete sollen sie voraussichtlich ohne Schnelltest zum Friseur oder zum Einkaufen gehen können. Weitere Erleichterungen werden beim Reisen überlegt. Von Süßigkeiten oder Gutscheinen ist hier bislang nicht die Rede.

Hintergrund:Corona: Fällt der Sommer-Urlaub in diesem Jahr aus?

  • Das Naturkundemuseum in New York bietet allen an, sich unter der 30 Metzer langen Nachbildung eines Blauwals impfen zu lassen. Danach dürfen die Geimpften kostenlos das Museum besuchen.
  • Marihuana-Freunde locken in New York mit kostenlosen Joints für alle, die sich impfen lassen. Die Aktion wird unter anderem von Lobbygruppen unterstützt, die sich für die Legalisierung von Cannabis in weiteren Bundesstaaten stark machen.
  • Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat die Maskenpflicht für vollständig Geimpfte in der Öffentlichkeit zurückgenommen. Dieser neuen Masken-Freiheit könnten weitere Erleichterungen für alle Geimpften folgen. So sollen immunisierte Amerikaner im Sommer nach Europa reisen dürfen.
  • In Russland bekommen über 60-Jährige nach ihrer ersten Impfung einen Gutschein im Wert von 1000 Rubel (rund elf Euro). Diesen können sie in ausgewählten Geschäften, Apotheken und Cafés einlösen.

Lesen Sie auch:Wendepunkt in der Corona-Krise: Impfen statt schimpfen

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wirtschaft

Leserkommentare (5) Kommentar schreiben