Elektromobilitätstag

Bundesweiter Nachholbedarf bei Ladestationen für E-Autos

Dr. Ilona Lange. Hauptgeschäftsführerin der IHK Arnsberg, und Andreas Rother, Präsident der IHK Arnsberg, testen den Elektro-SUV NIO ES8 auf dem 2. Südwestfälischen Elektromobilitätstag.

Dr. Ilona Lange. Hauptgeschäftsführerin der IHK Arnsberg, und Andreas Rother, Präsident der IHK Arnsberg, testen den Elektro-SUV NIO ES8 auf dem 2. Südwestfälischen Elektromobilitätstag.

Foto: Ulrich Hufnagel / FUNKE Foto Services

Warstein.  NRW ist wichtiger Impulsgeber bei der Elektromobilität. Staatssekretär Wittke ist am 2. Südwestfälischen Elektromobilitätstag zuversichtlich.

Von Null auf 100 in 4,4 Sekunden, ein Batteriewechsel in nur drei Minuten - schneller als einmal volltanken. Der NIO ES8, ein 7-Sitzer-Elektro-SUV, war beim 2. Südwestfälischen Elektromobilitätstag in Warstein-Belecke einer von vielen Elektroautos, der das Interesse der Besucher aus den Bereichen Industrie, Wirtschaft und Politik auf sich zog. „Bisher wird der NIO ES8 nur in China verkauft“, erklärte Thomas Frye, Geschäftsbereichsleiter für die Themen Standortpolitik, Innovation und Umwelt der IHK Arnsberg. „In Deutschland soll er ab 2023 auf den Markt kommen.“ Fünfte E-Zapfsäule diesmal in Herdecke-Ende eröffnet

Kein Wunder also, dass die meisten den innovativen SUV genau unter die Lupe nehmen wollten. Auch Andreas Rother, Präsident der IHK Arnsberg, setzte sich für einen Moment hinter das Steuer. „Was sich vor zwei Jahren abgezeichnet hat, ist heute oder in naher Zukunft Realität“, sagte er in seiner Eröffnungsrede.

Großer Nachholbedarf

Vor zwei Jahren - auf dem 1. Südwestfälischen Elektromobilitätstag - habe man die E-Mobilität mit einer Ketchup-Flasche verglichen, so Rother. „Man weiß, dass etwas raus kommt, man weiß nur nicht genau wann.“ Heute würde der Ketchup zwar tröpfeln, aber nur sehr sparsam, denn: „Wir sind noch weit entfernt von den Plänen der Bundesregierung“, fuhr Rother fort. Gemeint ist damit unter anderem der Ausbau eines flächendeckenden und bedarfsgerechten Netzes von Schnelllade- und Normalladestationen.

Mindestens 15.000 neue Ladestationen sollen bis 2020 entstehen. Die Bundesregierung stellt dafür 300 Millionen Euro bereit. Zwar seien bereits Anträge für 17.000 Ladepunkte bewilligt, 5.200 der geförderten Ladepunkte seien davon aber erst in Betrieb. „Wir haben einen großen Nachholbedarf. Hier sind die Kommunen gefragt“, meinte Oliver Wittke, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin. „Das Geld ist da, es muss jetzt nur verbaut werden.“ Bottroper Tuner Brabus zeigt Weltpremieren auf der IAA

Wichtig dabei sei aber, dass der Ausbau bedarfsgerecht dort erfolge, wo Tourismus, Pendler, Verkehrsströme und weitere sozio-ökonomische Faktoren eine Ladestation rechtfertigen. Nordrhein-Westfalen liegt aktuell (Stand Juli 2019) mit 3385 öffentlich zugänglichen Ladepunkten auf Platz 3, dicht hinter Baden-Württemberg (3404) und Spitzenreiter Bayern mit 4904 Ladestationen.

Wichtiger Standort

Und Südwestfalen? „Die Region ist ein wichtiger Standort der Automobilindustrie“, so Wittke. Schließlich seien hier in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen die ersten Elektroautos entwickelt worden. Er forderte dennoch die Unternehmen auf, gemeinsam mit der Politik eine größere Euphorie zu leben und gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Der Staatssekretär zeigte sich dennoch zuversichtlich: „Ich glaube, da ist noch sehr viel drin.“ Die deutsche Wirtschaft dürfe sich nur nicht abhängen lassen und wichtige Bestandteile der Wertschöpfungsketten nach Asien abgeben. Made in Gelsenkirchen- High-Tech-Ladesäule von Thyssenkrupp

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