Hochtief-Deal

Benetton-Clan steigt bei Hochtief ein

Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes.

Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes.

Foto: Lukas Schulze

Essen.   Der von der Unternehmerfamilie kontrollierte Atlantia-Konzern kauft 24 Prozent Anteile. Gemeinsam übernehmen sie spanischen Mautbetreiber Abertis

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Der Benetton-Clan mischt künftig beim Essener Baukonzern Hochtief mit: Die italienische Familiendynastie hat nach eigenen Angaben mit ihrem Atlantia-Konzern 23,9 Prozent der Hochtief-Anteile von der spanischen Muttergesellschaft ACS übernommen. Damit einher geht auch der Anspruch auf einen Sitz im Aufsichtsrat.

Damit besiegelten Atlantia, Hochtief und ACS zugleich den gemeinsamen Kauf des spanischen Mautstraßenbetreibers Abertis. Der Einstieg der Italiener bei Hochtief ist Teil eines komplexen Geschäfts, mit dem die Unternehmen eine Bieterschlacht um Abertis vermieden und stattdessen gemeinsam übernommen haben.

Zweifel nach dem Brückeneinsturz von Genua

Die italienische Atlantia-Gruppe betreibt selbst Mautstraßen, ist auf ihrem Heimatmarkt nach dem folgenschweren Brückeneinsturz in Genua im August aber unter Druck geraten. Die italienische Regierung drohte dem von der Benetton-Familie beherrschten Konzern mit Lizenzentzügen.

Die Zweifel, ob Atlantia seinen Teil der Finanzierung des Abertis-Deals noch würde leisten können, sind nun beseitigt. Die Italiener zahlten ACS 2,4 Milliarden Euro für die Hochtief-Aktien. Der Anteil der Spanier am größten deutschen Baukonzern sank damit auf 50,4 Prozent.

Abertis betreibt weltweit 8600 km Mautstraßen. Die neuen italienisch-deutsch-spanischen Besitzer sehen sich gemeinsam als eine der weltweit führenden Gruppen für den Bau und Betrieb von Verkehrsinfrastruktur wie Straßen und Brücken.

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