Schwarzer Kapitalmarkt

Bafin räumt verstärkt bei dubiosen Finanzanbietern auf

Die Bafin geht verstärkt gegen dubiose Finanzanbieter vor.

Die Bafin geht verstärkt gegen dubiose Finanzanbieter vor.

Foto: Arne Dedert / dpa

Essen.  Die Bafin greift bei dubiosen Finanzanbietern durch. Im Internet tummeln sich Geschäftemacher mit unseriösen Renditeversprechen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) geht zunehmend gegen Anbieter am sogenannten schwarzen Kapitalmarkt vor. „Wir stellen fest, dass verstärkt Unternehmen am Markt auftreten, die Geschäfte betreiben, für die sie nicht die erforderliche Erlaubnis vorweisen können“, sagte Bafin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir sind in diesem Jahr bereits 128 Mal förmlich eingeschritten. Im vergangenen Jahr waren es 87 Fälle. Wir haben die Intensität der Verfolgung stark erhöht, um solchen Unternehmen möglichst schnell und nachhaltig das Handwerk zu legen.“

Insbesondere im Internet tummeln sich dubiose Geschäftemacher mit unseriösen Renditeversprechen. „Der Schaden, der entstehen kann, ist immens. Zuweilen geht es um hohe, auch um dreistellige Millionenbeträge“, sagte Bafin-Exekutivdirektor Pötzsch. „Das Image des gesamten Finanzmarkts leidet darunter, wenn die Anzahl der schwarzen Schafe hoch ist.“ Gegen Unternehmen ohne erforderliche Erlaubnis schreite die Bafin ein, „sobald wir von ihnen Kenntnis erlangen und unterbinden solche Geschäfte“.

Unser Interview mit Bafin Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch zu dem Thema im Wortlaut:

Herr Pötzsch, im Internet tummeln sich dubiose Geschäftemacher mit unseriösen Renditeversprechen. Was kann die Bafin dagegen tun?

Pötzsch: Wir stellen fest, dass verstärkt Unternehmen am Markt auftreten, die Geschäfte betreiben, für die sie nicht die erforderliche Erlaubnis vorweisen können. Gegen diese Unternehmen schreiten wir ein, sobald wir von ihnen Kenntnis erlangen und unterbinden solche Geschäfte.

Wie häufig kommt das vor?

Pötzsch: Wir sind in diesem Jahr bereits 128 Mal förmlich eingeschritten. Im vergangenen Jahr waren es 87 Fälle. Wir haben die Intensität der Verfolgung stark erhöht, um solchen Unternehmen möglichst schnell und

nachhaltig das Handwerk zu legen. Der Schaden, der entstehen kann, ist immens. Zuweilen geht es um hohe, auch um dreistellige Millionenbeträge. Das Image des gesamten Finanzmarkts leidet darunter, wenn die Anzahl der schwarzen Schafe hoch ist.

Wie können sich Anleger schützen?

Pötzsch: Anleger sollten sich zunächst einmal gründlich informieren. Wenn man beim Kauf einer Waschmaschine im Internet eine Stunde lang surft, um Preise und Qualität zu vergleichen, sollte man das erst recht tun, wenn es um die Geldanlage geht. Auf der Website der Bafin findet sich eine Liste aller zugelassenen Unternehmen, unsere förmlichen Untersagungen machen wir auch dort bekannt. Verbraucherschutzportale bieten weitere Informationen. Auch ein Blick ins Impressum der Onlineanbieter lohnt sich. Wenn dort die Cayman Islands oder andere exotische Orte auftauchen oder Angaben zum Sitz des Unternehmens gar fehlen, ist Vorsicht geboten.

Woran noch lässt sich erkennen, ob ein Anbieter seriös ist?

Pötzsch: Es gibt ein Naturgesetz der Geldanlage: hohe Rendite, hohes Risiko, geringe Rendite, geringes Risiko. Die wundersame Geldvermehrung gibt es nur im Märchen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben