Autobauer erleben Turbulenzen

Bochum.  Es sind wichtige Wochen für die deutschen Autobauer: Zum einen legen sie jetzt ihre Zahlen für 2017 auf den Tisch, und es sind noch immer meist Rekordzahlen. Doch der PR-Gau mit den Tierversuchen bei Dieselabgasen wirft Volkswagen, Daimler und BMW zumindest in der öffentlichen Meinung weiter zurück. Und in einigen Wochen steht in Leipzig ein folgenschweres Urteil zu möglichen Dieselfahrverboten an, der das Dieseldebakel noch mal teurer werden lassen könnte.

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Es sind wichtige Wochen für die deutschen Autobauer: Zum einen legen sie jetzt ihre Zahlen für 2017 auf den Tisch, und es sind noch immer meist Rekordzahlen. Doch der PR-Gau mit den Tierversuchen bei Dieselabgasen wirft Volkswagen, Daimler und BMW zumindest in der öffentlichen Meinung weiter zurück. Und in einigen Wochen steht in Leipzig ein folgenschweres Urteil zu möglichen Dieselfahrverboten an, der das Dieseldebakel noch mal teurer werden lassen könnte.

Die Autowelt ist im Umbruch, doch die deutschen Hersteller tun sich noch schwer mit der neuen Welt, auch wenn sie gerne auf neue Modelle und E-Antriebe in den kommenden Jahren verweisen. „Wir bewegen uns in diesen Wochen immer noch zwischen Vergangenheitsbewältigung und Neuausrichtung für die Zukunft“, sagte VW-Vorstandschef Matthias Müller per aufgezeichneter Videobotschaft an die Teilnehmer des Bochumer Auto-Branchenkongresses CAR Symposium am Donnerstag. Laut Kongress-Gastgeber und Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Auto-Marktforscher Center for Automotive Research (CAR) hatte Müller Termine in Österreich mit den Gesellschaftern des Konzerns als Grund für seine Verhinderung angegeben.

Vorbild Volvo

Finanzchef Frank Witter gab zu, dass auch andere Dinge den Konzern derzeit stark beschäftigen. „Wenn jetzt Details über die Studien der EUGT bekannt werden, an denen wir leider beteiligt waren, dann ist das nichts anderes als beschämend“, sagte Witter mit Blick auf Tierversuche mit Diesel-Abgasen, die VW zusammen mit Daimler und BMW über den Lobbyverband EUGT finanziert hatte.

Auf dem Branchentreff durfte sich etwa der chinesische Autokonzern Zhejiang Geely ins Licht rücken. Dudenhöffer pries die Chinesen als „dynamischstes Unternehmen“ der Industrie. Der chinesische Milliardär Li Shufu, der bei Geely das Sagen hat, streckt die Fühler in viele Richtungen aus. 2010 kaufte er dem US-Autobauer Ford die schwedische Traditions-Pkw-Marke Volvo ab. Nach hohen Investitionen zeigt Volvo mit dem Management-Team um Hakan Samuelsson den europäischen Massenherstellern seit Jahren, wie man mit SUVs blendend Geld verdienen kann.

Zuletzt berichteten das „Handelsblatt“ und die „Bild am Sonntag“, Li könne sich auch groß beim deutschen Traditionskonzern Daimler einkaufen. Konkret sind die Planspiele bislang zumindest in nennenswertem Umfang nicht geworden.

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