Einkommen in NRW

Armutsbericht: Bürger in NRW verdienen weniger als anderswo

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Bedürftige holen sich Lebensmittel bei einer Tafel ab (Symbolbild). In den vergangenen Jahren ist die Schere zwischen Arm und Reich in NRW immer weiter auseinander gegangen.

Bedürftige holen sich Lebensmittel bei einer Tafel ab (Symbolbild). In den vergangenen Jahren ist die Schere zwischen Arm und Reich in NRW immer weiter auseinander gegangen.

Foto: dpa Picture-Alliance / Carmen Jaspersen / picture alliance / dpa

Düsseldorf.  Der Armuts- und Reichtumsbericht für NRW zeigt eine große Einkommensschere und große Ungleichheit. Insbesondere das Ruhrgebiet ist betroffen.

Die Einkommensentwicklung ist in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zu Gesamt-Westdeutschland weiterhin unterdurchschnittlich. Das geht aus dem jüngsten NRW-Sozialbericht hervor, mit dem sich der Gesundheitsausschuss des Düsseldorfer Landtags an diesem Mittwoch befassen wird.

Dabei gebe es starke örtliche Abweichungen, heißt es in dem 616 Seiten starken „Armuts- und Reichtumsbericht“, den das NRW-Sozialministerium einmal pro Legislaturperiode vorzulegen hat: „Am höchsten war das verfügbare Einkommen 2017 im Kreis Olpe mit 28.044 Euro und am niedrigsten in Gelsenkirchen mit 16.312 Euro.“ Der westdeutsche Durchschnitt habe bei 23.283 Euro gelegen - ohne Berlin. In NRW lag das verfügbare Einkommen im Durchschnitt bei 22.263 Euro - immerhin ein Plus von 4,2 Prozent im Vergleich zu 2013.

Ungleichheit der Einkommen ist weiter gestiegen

„Die Ungleichheit der Einkommensverteilung ist von 2014 auf 2017 weiter angestiegen“, bilanziert der Bericht. 2018 hat sich die Entwicklung demnach minimal verbessert. Die Zahlen zeigen aber immer noch eine große Schere: 2018 flossen dem einkommensreichsten Zehntel der betrachteten Bevölkerungsstichprobe 3,7 Mal so viel Einkommen zu wie dem einkommensärmsten Zehntel höchstens zur Verfügung standen.

Die Zusammenfassung der Sozialdaten enthält weitere schlechte Nachrichten für NRW: „Die Lohnentwicklung in Nordrhein-Westfalen blieb von 2015 bis 2019 hinter der in Westdeutschland und dem gesamten Bundesgebiet zurück“, heißt es dort. Zudem habe sich die Ungleichheit in der Lohnverteilung verschärft: sowohl zwischen Führungskräften und Ungelernten als auch zwischen Vollzeitbeschäftigten mit und ohne deutsche Staatsangehörigkeit.

Hohe Niedriglohnquote - Auch Zahl der überschuldeten Menschen steigt weiter

Gleichzeitig sei die Niedriglohnquote in NRW weiter leicht gestiegen: Demnach lag der Anteil der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten, die einen Niedriglohn von weniger als 2289 Euro brutto im Monat erhalten, hier Ende 2018 bei 19,6 Prozent (2014: 19,0 Prozent).

Als wachsendes Problem bildet die Sozial-Statistik darüber hinaus die Überschuldung ab. 2019 waren rund 1,75 Millionen Menschen in NRW überschuldet. Damit lag die Schuldnerquote bei 11,7 Prozent. 2015 lag sie mit 1,69 Millionen Überschuldeten bei 11,5 Prozent. (dpa)

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