Nachhaltigkeitsbericht

Aldi gibt erstmals Einblicke in Zahlen und Konzernpolitik

Erstmals veröffentlicht Aldi Süd einen Nachhaltigkeitsbericht.

Erstmals veröffentlicht Aldi Süd einen Nachhaltigkeitsbericht.

Foto: Volker Hartmann/FUNKE Foto Services

Mülheim.   Aldi Süd gewährt mit seinem Nachhaltigkeitsbericht erstmals Einblick in Zahlen und Konzernpolitik. Engagement als Teil der Unternehmensphilosophie.

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Tue Gutes und rede darüber: Diesem Leitsatz der Öffentlichkeitsarbeit folgt nun auch Aldi – nach vielen Jahren, in denen eher im Verborgenen gewirkt wurde. Erstmals in der Geschichte der Unternehmen haben Aldi Nord und Aldi Süd umfangreiche Berichte zur Unternehmensverantwortung veröffentlicht. Die Konzerne sind nicht unbedingt für ihre Redseligkeit bekannt, jetzt aber geben sie freiwillige Einblicke in Zahlen, Daten, Unternehmenspolitik.

Unter den Lebensmitteldiscountern sind sie damit nach eigenen Angaben Vorreiter. „Wir wollen mit der Welt da draußen ins Gespräch kommen über das, was wir tun und das, was wir tun sollen“, sagt Christian Meyn, Leiter des Bereichs internationale Unternehmensverantwortung bei Aldi Süd. Lange Zeit habe man sich vor allem mit dem Preis beschäftigt, dann sei der Fokus stärker auf die Qualität gerichtet worden und seit zehn Jahren auf das Thema Nachhaltigkeit.

Beitrag zur Verbraucherbildung

Verantwortung zu übernehmen gehöre zur Unternehmensphilosophie, sagt Philipp Skorning, stellvertretender Geschäftsführer im Bereich Qualitätswesen. „Das darf auch Geld kosten.“

Indem man etwa das konventionelle Hähnchen durch ein teureres Bio-Hähnchen ersetzt habe, biete man ein „gutes Produkt“ an, „das nachgefragt wird“, verzichte aber auch auf Umsatz. Bezogen auf die Eigenmarken, die über 90 Prozent des Sortiments ausmachen, hat Aldi Süd im vergangenen Jahr 5,6 Prozent des Lebensmittelumsatzes mit zertifizierten Bio-Produkten erzielt. Damit folge der Konzern nicht nur einer veränderten Erwartungshaltung der Verbraucher, so Skorning, sondern wolle selbst zur Verbraucherbildung beitragen, indem man beispielsweise das Prinzip des fairen Handels erkläre.

Branchenstandards positiv beeinflussen

Allein die schiere Größe des Unternehmens mit seinen weltweit 5300 Filialen, 81 Logistikzentren, 104 400 Mitarbeitern und einem Nettoumsatz von 45,5 Milliarden Euro im Jahr 2015 versetze Aldi Süd in die Lage, Branchenstandards positiv beeinflussen zu können. Was man dem Bericht zufolge bereits seit vielen Jahren versucht: durch den Dialog mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die Unterstützung der Detox-Kampagne von Greenpeace zum Verzicht auf bestimmte Chemikalien in Schuh- und Textilherstellung, den Beitritt zum „Bündnis für nachhaltige Textilien“, das die sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen in der Branche verbessern will.

Schulungen zu Arbeitssicherheit und Brandschutz sowie eigene Kontrollen in den Textilfabriken in Bangladesch sollen die Lage der Angestellten verbessern. Im nächsten Jahr will Aldi zudem ein Büro in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka eröffnen, um die Präsenz vor Ort zu intensivieren.

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