Krisenfolgen

Absatz runter - Gaspreis nicht

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Essen. Verbraucher haben das Nachsehen: Zwar verkauften Energieanbieter wegen der Wirtschaftskrise weniger Erdgas als gedacht und müssen daher Gas speichern. An Preissenkungen denken sie aber trotzdem nicht – im Gegenteil.

Viele Energieversorger erhöhten zum Jahresanfang die Gaspreise oder haben dies in der nächsten Zeit vor. „Das liegt an der Ölpreis-Bindung und am mangelnden Wettbewerb”, sagt Energie-Expertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Der Gaspreis folgt dem des Öls im Abstand von etwa einem halben Jahr – und Öl wurde in den vergangenen Monaten teurer.

Unter der Gasschwemme leide vor allem der größte deutsche Erdgasverteiler Eon Ruhrgas, der die Mehrheit der regionalen Gasanbieter versorge, sagt Kemfert. Denn die Eon-Tochter hat nach eigenen Angaben mit Gaslieferanten wie der russischen Gazprom mehrjährige Lieferverträge. Teils reichen sie bis 2036. Eon Ruhrgas, deren Speicher derzeit gefüllt sind, würde die Verträge gern nachverhandeln, um die Folgen der Gasschwemme in Europa abzumildern. Zum Verlauf dieser Gespräche wollte sich ein Firmensprecher nicht äußern.

"Versorgungssicherheit"

Konkurrent RWE hat es da einfacher. Der Essener Konzern unterhält, anders als Eon, einen eigenen Handelsbereich auch für Erdgas. Diese Sparte verkauft überschüssiges Gas weltweit an den Märkten zu Tagespreisen – auch wenn die gesunken sind. RWE liefert Erdgas aber auch an regionale Energieversorger. Diese profitieren nicht von den aktuellen Tagespreisen.

Das liegt auch hier an den mehrjährigen Lieferverträgen. Die müssen wegen der Versorgungssicherheit sein, erklärt Geschäftsführer Gerd Bachmann vom Mülheimer Energieversorger Medl. „Wir müssen immer genug Gas liefern können.”

Auch wenn große Versorger Gas ungeachtet des Überangebots nicht verbilligen, können Verbraucher sparen. Sie müssten nur den Versorger wechseln, was ganz einfach gehe, sagt Peter Blenkers von der Verbraucherzentrale NRW. In NRW buhlten überall mindestens acht Anbieter um Kunden, teilweise sogar über zwanzig. Kommentar

Überblick über Gasversorger und Preise:

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