Schauspiel im Drogeriemarkt

Theater zwischen Einkaufswagen

Das Theaterprojekt  Liebe, LOVE,SEVGIN wurde im dm -Markt , Herbeder Straße in Witten vorgestellt. Wer es gut fand, konnte mit Karte abstimmen.                                                                 Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool

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Das Theaterprojekt Liebe, LOVE,SEVGIN wurde im dm -Markt , Herbeder Straße in Witten vorgestellt. Wer es gut fand, konnte mit Karte abstimmen. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool Foto: WAZ FotoPool

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Zwischen Waschmitteln, Zahnbürsten und Kosmetikartikeln geht ein Theaterprojekt auf Stimmenfang. Die Wittener Schauspielerin Beate Albrecht präsentiert in einem Drogeriemarkt eine Szene aus ihrem Stück.

Die Idee: Wenn Kunden das Stück, das sich mit der Lebenswelt von Jugendlichen auseinandersetzt, gut finden, sollen sie dafür eine Stimmkarte abgeben und in einen Loskasten stecken. Erhält dieses Stück, das noch gegen zwei weitere Projekte antritt, die meisten Stimmen in dem Markt, dann wird es mit 1000 Euro gefördert.

„Es ist ein niederschwelliges Angebot“, sagt die Schauspielerin. Sie will mit diesem Stück später „lustvolle Aufklärungsarbeit in Schulklassen leisten“. Beate Albrecht hat ihr Jugend-theaterprojekt „Liebe, Love, Sevign...“ genannt. Sie setzt sich darin unter anderem mit der Frage nach selbst bestimmter Sexualität auseinander. „Für Jugendliche ist es nicht einfach, eine Sprache für ihre Sexualität zu finden“, sagt sie.

Die Künstlerin gibt eine Kostprobe am Drogerieregal. Sie stellt sich vor ihr Theaterplakat, spielt gleich zwei Rollen auf einmal: Billy the Boy und Lovely Rita im lockeren Dialog. Es fallen Wörter wie „very sexy“ und „beliebtester Typ im Revier“. Die Kunden schauen erstaunt.

Initiiert wurde dieser Wettbewerb unter anderem von der Deutschen Unesco Kommission und dem Drogeriemarkt dm – was den Ort der Präsentation erklärt. Doch die Niederschwelligkeit bereitet im Laden an der Herbeder Straße ein paar Probleme: Der Loskasten für die Stimmzettel ist nicht da. Auch die anderen zwei Wettbewerber fehlen.

Die szenische Lesung ist für einen Tag angedacht, die Abstimmung läuft noch bis Freitag, 21. Januar. Was nach der Präsentation bleibt, ist nur ein dichtbeschriebenes Plakat, das am Regal hängt und das Theaterstück ausführlich beschreibt. Wie viele Kunden es beim Gang durch die Regale wahrnehmen, bleibt fraglich.

„Es ist ein Experiment“, sagt Schauspielerin beate Albrecht dennoch optimistisch.

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