Gesundheit

NRW prüft neue Wege in der Psychiatrie

Foto: ddp

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Düsseldorf. Erstmals lässt die NRW-Landesregierung untersuchen, ob zur Behandlung psychisch kranker Menschen die Unterbringung in einer offenen oder geschlossenen Klinik besser ist. Bisher arbeitet der weitaus größte Teil der psychiatrischen Kliniken in NRW ausschließlich mit geschlossenen Türen.

Es geht um das Wohl von insgesamt rund 190 000 Patienten, die pro Jahr in den etwa 100 Psychiatrien in NRW landen. Auf Druck der FDP-Fraktion im Landtag erhalten Wissenschaftler auf dem neuen Gesundheitscampus in Bochum 100 000 Euro, um zu erforschen, ob eine der beiden Organisationsformen dieser Kliniken etwa bei Patienten mit Psychosen besser für den Heilungsprozess ist. Bisher arbeite der weitaus größte Teil der psychiatrischen Kliniken in NRW ausschließlich mit geschlossenen Türen, so der Gesundheitsexperte der FDP-Landtagsfraktion, Stefan Romberg, der selbst Nervenheilarzt ist. Er hält das für problematisch. „Patienten macht das zusätzlich extreme Angst, wenn sie eine Klinik betreten, bei der sie spüren: Ich komme hier rein, aber nicht wieder raus.”

Kritiker wie Romberg plädieren schon seit langem für mehr niederschwellige Angebote für psychisch Kranke. Für Kliniken, die grundsätzlich offen sind und „Intensivräume” nur für solche Patienten bereit halten, die aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung zwangsweise untergebracht werden müssen. Das betrifft etwa ein Zehntel aller Fälle in Nordrhein-Westfalen.

„Seit über 100 Jahren gibt es einen Streit in der Psychiatrie, ob Patienten besser in offenen oder geschlossenen Abteilungen untergebracht werden”, so der Arzt und FDP-Politiker. Die Gesundheitswissenschaftler sollen nun helfen, den Streit zu beenden. Romberg hielte es schon für einen Erfolg, wenn die Untersuchung belegen würden, „dass die Qualität der Versorgung bei offenen Türen zumindest nicht schlechter ist”.

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