CO2-Speicher im Untergrund

Energiekonzerne fordern Staatshilfe für Klimaschutz

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Düsseldorf. Politik und Kraftwerksbetreiber setzen große Hoffnung in die Abscheidung und Lagerung von CO2. Doch die Energiekonzerne fordern Hilfe vom Staat, um ihre Kohlekraftwerke mit neuer Klimaschutz-Technologie auszurüsten. Der Staat soll auch Mitverantwortung für den Gas-Transport übernehmen.

Die Unternehmen wollen nur dann Milliarden in die Abtrennung und unterirdische Speicherung von Kohlendioxid (CO2) investieren, wenn der Staat Fördergelder bereitstellt und Mitverantwortung für den Transport des Gases übernimmt. „Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, deshalb brauchen wir eine Anschubfinanzierung. EU und Bund haben die Möglichkeit, Fördermittel bereitzustellen”, sagte Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender von RWE Power, zur WAZ.

Werbung um Vertrauen

Angesichts der hunderte Kilometer langen Kohlendioxid-Pipelines, die künftig zu den Lagerstätten in Norddeutschland führen sollen, warb Lambertz um Akzeptanz und um das Vertrauen der Bürger. „Es ist noch viel Aufklärungsarbeit nötig”, sagte Lambertz mit Blick auf die in NRW anhaltenden Proteste gegen Chemiepipelines und Kohlekraftwerke. NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) warnte, dass Bürgerprotest gegen Investitionen den Industriestandort NRW schwächen: „In Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise wird diese Debatte gefährlich.”

Politik und Kraftwerksbetreiber setzen große Hoffnung in die Abscheidung und Lagerung von CO2. Die so genannte CCS-Technik gilt als einziger Ausweg, um angesichts strenger Klimaschutz-Auflagen weiter Strom aus Kohle zu erzeugen. Kritiker argumentieren hingegen, die Technik sei zu teuer und berge Risiken.

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