Essen. Das Roboter-Auto ist keine Vision mehr, es fährt schon längst. Zumindest im Film. Und es ist von General Motors (GM). Trotzdem verkauft es sich gut. Im Kino. Denn weite Teile der jungen Welt mögen die Roboter mehr als die meisten Opa-Autos von GM.

So werden Blockbuster gemacht: Bis zu 13 mal am Tag läuft beispielsweise im Essener Cinemaxx der zweite Teil von Transformers. Für alle, die aus Alters- oder sonstigen Gründen nicht so im Thema sind. Harmlose Autos transformieren sich in riesige Roboter, wahlweise gute oder böse, was aber wie bei vielen anderen Soldaten im Krieg keinen großen Unterschied macht. Selbstverständlich geht es um nicht weniger als die Rettung der Welt.

Auch diesmal sind die harmlosen Autos verschiedene Modelle von General Motors. Ein großer Teil des Problems von General Motors besteht darin, dass weite Teile der jungen Welt die Roboter mehr mögen als die meisten Opa-Autos von GM. Zum Blockbuster fehlen GM noch einige Transformationen.

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Opel ist auf dem Weg, sich neu zu erfinden - Ausgang noch ungewiss. Zehn Generationen in der Kompaktklasse seit 1936 beschwört Opel beim neuen Astra. Bei aller Beschwörung: Eine kontinuierlich weiterentwickelte Optik ist genau das, was dem kompakten Opel spätestens seit der Einführung des ersten Astra 1991 fehlt. Da hilft es auch nicht, wenn die Opel-Designer beim durchaus gelungenen, sehr stark am Insignia angelehnten Neuen davon sprechen, Anleihen beim Kadett der Sechziger genommen zu haben, etwa dessen Kiemen in der C-Säule.

Die Wahrheit sieht doch so aus: Ein Golf mit seiner breiten, Solidität versprechenden C-Säule sieht seit 35 Jahren aus wie ein Golf, so wie ein Neunelfer mit seinem Buckel seit über 45 Jahren wie ein Neunelfer aussieht. Unverwechselbare Charakterzüge sind ein Markenzeichen, gleichzeitig natürlich auch langweilig, immer nur dasselbe Thema zu variieren.

Herbeireden lässt sich ein historischer Bezug schon mal gar nicht. In der Situation eines bevorstehenden Neuanfangs ist es auch unverständlich, nicht vorhandene Bezüge herstellen zu wollen, die – das grenzt ans Absurde – in der Vorkriegszeit liegen. Die Erfolgsgeschichte des Kadett A als besserem Volkswagen beginnt 1962, nicht mit dem 1936er-Modell, nur weil es auch schon den militärisch angehauchten Namen trug. Der Astra mit dem Buchstabenkürzel I (der erste Astra führte die bis zum E reichende Linie des Kadett als Astra F weiter) hätte dies als Verkörperung von New Opel auch gar nicht nötig.

Eine Witzigkeit verdanken wir der beschwörerischen ersten Pressepräsentation des I dennoch: Das Anzeigenmotiv für den Kadett von 1969, überschrieben mit „Das Auto“.