Essen. Die Welt wächst, Deutschland schrumpft – mit dieser Prognose überraschte am Donnerstag der Internationale Währungsfonds (IWF).

Das Institut der Weltbank-Gruppe der Vereinten Nationen sieht eine schnellere Erholung der Weltwirtschaft. Im April ging der IWF für 2010 noch von einem Wachstum von 1,9 Prozent aus. Gestern schraubten die Experten das erwartete Plus auf 2,5 Prozent hoch – nachdem die Weltwirtschaft 2009 um 1,4 Prozent schrumpfen dürfte.

Die Eurozone, heißt es in Washington, hinke der Entwicklung hinterher. Die deutsche Wirtschaft werde 2009 um 6,2 Prozent und 2010 um 0,6 Prozent schrumpfen. Ein Minus-Wachstum für das nächste Jahr hat laut IWF nur noch Italien zu befürchten. Asien dagegen sei Wachstumstreiber.

Wieder mehr Exporte

Es gibt aber auch ermutigende Prognosen für Deutschland: Nach den Zuwächsen bei Aufträgen und Produktion meldet das Statistische Bundesamt nun auch ein zartes Plus bei den Exporten: Im Mai legten die Ausfuhren gegenüber April um 0,3 Prozent zu. Gegenüber dem Vorjahr beträgt der Export-Rückgang jedoch 24,5 Prozent.

Die deutsche Industrie steigerte ihren Umsatz im April um 4,6 Prozent – so viel wie seit 18 Jahren nicht mehr. In Regierungskreisen keimt die Hoffnung, dass nach der langen Schrumpfungskur die Wirtschaft im zweiten Quartal eine „schwarze Null” eingefahren haben könnte.