Ultras – ein Phänomen der Fußball-Fankultur

Die Ultras sind die auffälligste Fan-Gruppe im deutschen Fußball. Ultra-Gruppen unterstützen ihre Vereine mit Sprechchören, Kurven-Choreografien und dem verbotenen Abbrennen von Pyrotechnik. Deswegen und wegen mehrerer Gewalttaten stehen Ultras besonders seit der Saison 2011/12 in der Kritik.

Ultras sind besonders aktive und leidenschaftliche Fans. Die Ultra-Bewegung hat ihren Ursprung im Italien der 50er. Seit etwa 15 Jahren geben Ultra-Gruppen in immer mehr Fankurven deutscher Fußballvereine den Ton an. Unter den Ultra-Fans eines Clubs kann es unterschiedliche Ansichten zu Politik und Gewalt geben. Die meisten Ultras verstehen sich als unpolitisch, und anders als bei den Hooligans steht bei ihnen nicht der Schlagabtausch mit gewaltbereiten Anhängern des Gegners im Vordergrund, sondern die Unterstützung des eigenen Teams. Die südländische Kultur des Anfeuerns zelebrieren sie durch Sprechchöre und Lieder, Choreografien in den Kurven und vor den Stadien, Spruchbänder, Fahnen und Pyrotechnik. Viele Ultra-Gruppen setzen sich für das kontrollierte Abbrennen bengalischer Feuer in Stadien ein („Pyrotechnik legalisieren“). DFL und DFB lehnen dies ab. Was fast alle Ultras eint: Sie kritisieren die Kommerzialisierung im Fußball und für die meisten sind Polizei und Presse Feindbilder. In NRW engagieren sich große Ultra-Gruppen für den BVB, Schalke, Fortuna Düsseldorf und den 1. FC Köln. Aber auch VfL Bochum, MSV Duisburg und Rot-Weiß Essen erhalten Ultra-Support.