Corona-Lage

Corona in NRW: Erneut mehr als 9500 Neuinfektionen

| Lesedauer: 8 Minuten
Virologe: Impfpflicht für bestimmte Berufe muss kommen

Virologe: Impfpflicht für bestimmte Berufe muss kommen

Eine Impfpflicht für bestimmte Bereiche müsse "sofort" kommen, erklärt Virologe Dittmer im Interview. Außerdem Thema: Reichen die neuen Regeln?

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Essen.   Die 7-Tage-Inzidenz in NRW steigt am Freitag auf 274,2. Knapp zehn Prozent der Geimpften sind mittlerweile "geboostert". Der Überblick.

  • Die Sieben-Tage-Inzidenz in NRW liegt am Freitag bei 274,2. Der bundesweite Wert ist auf 438,2 gestiegen.
  • 9502 Corona-Neuinfektionen hat das RKI in NRW registriert.
  • 2595 Covid-19-Patienten werden in NRW im Krankenhaus behandelt behandelt, davon 628 auf einer Intensivstation.
  • 74,9 Prozent der Menschen in NRW sind mindestens einmal geimpft. 71,6 Prozent haben vollen Impfschutz. 9,5 Prozent haben bislang eine Booster-Impfung erhalten.
  • Hier finden sie einen bundesweiten Überblick über die RKI-Daten.


  1. Wie viele Neuinfektionen hat das RKI in NRW gemeldet? Zum Thema ↓
  2. Wo in NRW ist die Sieben-Tage-Inzidenz besonders hoch? Welche Inzidenzstufe gilt in meinem Kreis? Zum Thema ↓
  3. Wie ist die Situation in den Krankenhäusern? Zum Thema ↓
  4. Wie weit sind die Impfungen in NRW vorangeschritten? Zum Thema ↓


Corona in NRW: 9502 neue Fälle beim RKI gemeldet

Die Corona-Fallzahlen in NRW sind Daten des Robert-Koch-Instituts zufolge um 9502 angestiegen und liegen nun bei insgesamt 1.146.385 (Stand Freitag).

In ganz Deutschland wurden 76.414 neue Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind es damit 5.650.170 (Stand Freitag 0 Uhr).

Im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion meldete das RKI in NRW am Freitag 51 neue Todesfälle. Damit sind in Nordrhein-Westfalen insgesamt 18.853 Menschen seit Beginn der Pandemie gestorben. Bundesweit starben 100.476 Menschen (+357).

Die Sieben-Tage-Inzidenz in NRW liegt bei 274,2 (gestern: 262,2). Der Wert in Nordrhein-Westfalen ist damit weiterhin deutlich niedriger als der bundesweite: Deutschlandweit wird die Sieben-Tage-Inzidenz vom RKI am Freittag mit 438,2 (gestern: 419,7) angegeben.

Corona-Schutzverordnung in NRW: Diese Kennzahlen sind jetzt entscheidend

Die Inzidenz ist inzwischen nur noch eine Kennziffer unter mehreren, aber nicht mehr der entscheidende Richtwert für Schutzmaßnahmen in der Pandemie. Künftig sollen über diese beiden Werte hinaus auch die folgenden Faktoren mit berücksichtigt werden, für die es aber keine festen Grenzwerte gibt:

  • die Zahl der Kapazitäten an Intensivbetten
  • der Anteil der intensivpflichtigen Covid-19-Fälle an der Intensiv-Behandlungskapazität
  • die Impfquote
  • die Zahl der Todesfälle
  • die Altersstruktur der Infizierten
  • die Entwicklung des R-Wertes

Die Neuinfektionen finden Sie hier in der Grafik:


Corona in NRW: Sieben-Tage-Inzidenzen für Städte und Kreise

In 47 nordrhein-westfälischen Städten oder Kreisen liegt die Inzidenz aktuell höher als 200, in allen 53 Städten oder Kreisen liegt sie über 100.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz gibt gibt es in Leverkusen mit einem Wert von 402,7 (Stand: Freitag). Gestern lag der Wert bei 397,2 (+5,5). Den niedrigsten Inzidenzwert meldet das RKI für die Stadt Münster mit 158,7 (-8,8).

Im Kreis Mettmann ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zum Vortag um +54,7 gestiegen. Am stärksten zurückgegangen ist der Wert im Ennepe-Ruhr-Kreis (-26,9).

Die meisten Neuinfektionen gemeldet hat das Gesundheitsamt der Stadt Köln (686). Dahinter folgen der Kreis Mettmann (416), die Städteregion Aachen (349) und Essen (314).

Grundsätzlich: Die Angaben des RKI und aus den Städten und Kreisen variieren oft. Die unterschiedlichen Werte resultieren aus zeitlichen Verzögerungen in der Meldekette. Die Zahl der Neuinfektionen laut RKI in einer Stadt umfasst also mitunter die Infektionen mehrerer Tage. Außerdem ist montags bzw. nach Feiertagen die Zahl der Neuinfektionen meist geringer als an anderen Wochentagen, da in den Kommunen am Wochenende bzw. Feiertagen weniger getestet wird.


Corona NRW: Situation in den Kliniken und auf Intensivstationen

In den nordrhein-westfälischen Kliniken sind aktuell 5302 der 5961 Intensivbetten belegt. 659 Betten sind noch frei. Das entspricht 11,1 Prozent. (Stand: 25.11., 12.15 Uhr).

Der vom Landeszentrum Gesundheit (LZG) ausgewiesene Index, der den Anteil der Covid-19-Patienten an betreibbaren Intensivbetten beschreibt, liegt bei 11,27 Prozent. Die Hospitalisierungsinzidenz liegt laut LZG bei 4,21 (Stand Donnerstag, 0 Uhr).

2595 Covid-19-Patienten sind in NRW derzeit im Krankenhaus, davon 628 auf einer Intensivstation (Stand: 26. November). Zum Vergleich: Die Zahl der generell mit Covid in einer Klinik behandelten Menschen erreichte Ende Dezember 2020 ihren bis dato höchsten Wert mit 6000. Zu den Pandemiehöhepunkten Ende Dezember 2020 und Anfang Mai 2021 mussten jeweils mehr als 1100 Corona-Infizierte intensivmedizinisch in Kliniken des bevölkerungsreichsten Bundeslandes behandelt werden.

Mehr Details finden Sie in unserem interaktiven Klinik-Monitor.


Impfungen in NRW: 71,5 Prozent der Bürger haben vollen Impfschutz

Das RKI gibt die Zahl der in NRW insgesamt verabreichten Impfdosen mit 27.181.414 an. Davon sind 13.432.553 Erstimpfungen und 12.826.903 Zweitimpfungen. In den Daten enthalten sind Impfungen in Impfzentren, Krankenhäusern, in Hausarztpraxen und durch mobile Impfteams. Für das gesamte Bundesland ergibt sich so eine Erstimpfquote von 74,9 Prozent. 71,6 Prozent der Menschen in NRW haben bereits einen vollen Impfschutz – 9,5 Prozent haben sich bislang "boostern" lassen.

Zum Vergleich: Die Quote der Erstimpfungen in Deutschland liegt bei 70,8 Prozent (Zweitimpfung: 68,2 Prozent, Booster: 8,8 Prozent). Seit Dezember 2020 wurden in ganz Deutschland 119.524.302 Corona-Impfdosen verabreicht.

Seit dem 7. Juni ist die Impf-Priorisierung in NRW aufgehoben. Die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson waren in Arztpraxen bereits zuvor für alle freigegeben. Auch Kinder ab zwölf Jahren dürfen sich nun impfen lassen. Die ständige Impfkommission (Stiko) hat eine Empfehlung der Impfung von Kindern abgegeben. In der EU ist der Impfstoff von Biontech für alle Kinder ab zwölf Jahren zugelassen, zuletzt hat die EMA auch den Impfstoff von Moderna bei Kindern ab 12 Jahren freigegeben.

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Am 1. Juli hat die Stiko ihre Impf-Empfehlung für die Menschen geändert, die bei der Erstimpfung mit Astrazeneca ("Vaxzevria") geimpft worden sind: Demnach wird empfohlen, bei der Zweitimpfung einen mRNA-Impfstoff zu verwenden (Moderna bzw. Biontech/Pfizer).

Diese Empfehlung war bis dato eingeschränkt auf Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Impfung mit Astrazeneca erhalten haben. Bereits seit Ende März wird der Impfstoff von Astrazeneca nur noch für Menschen über 60 Jahren verimpft – an Jüngere jedoch auch auf Verlangen: Nach mehreren Thrombosefällen wurde die Impfung mit dem Vakzin für jüngere Menschen ausgesetzt.

Stiko empfielt "Booster"-Impfung für alle Menschen ab 18 Jahren

Am 10. November hat die Stiko ihre Impfempfehlung für Menschen unter 30 Jahre geändert: Wegen neuer Daten zu Nebenwirkungen rät die Stiko zur Impfung mit dem Impfstoff "Spikevax" von Moderna ab. Stattdessen wird zum Impfstoff "Comirnaty" von Biontech geraten.

Angesichts der dramatischen Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland empfielt die Stiko nun die "Booster"-Impfung für alle Menschen ab 18 Jahren in Deutschland, teilte die Ständige Impfkommission am 18. November mit. Weitere Informationen finden sich hier.

Am 24. November teilte die Stiko mit, dass sie bis Ende Dezember über die Corona-Impfempfehlung für Kinder ab 5 Jahre entscheiden wolle.

Impfpriorisierung ist gefallen: Hier können Sie geimpft werden

  • Arztpraxen impfen in eigener Verantwortung, es bleibt also den jeweiligen Arztpraxen überlassen, welchen Patienten sie einen Impftermin vergeben.
  • Die Betriebsärzte werden mit in die Impfkampagne einbezogen. Der Bund stellt dafür die Impfdosen zur Verfügung.
  • Die Impfzentren sind Ende September geschlossen worden. Die Impfung läuft vor allem über die Arztpraxen weiter, aber es gibt in den Kommunen auch mobile Impfangebote und zentrale Impf-Stellen.
  • Die beiden Kassenärztlichen Vereinigungen haben online Listen von Arzt-Praxen veröffentlicht, die auch praxisfremde Personen impfen. Hier finden Sie die Übersicht.

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