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Corona-Studie: Große Testreihe in Düsseldorfer Kitas

Corona versus Grippe: Essener Virologe erklärt Unterschied

Ist Corona genau so schlimm wie die Grippe? Virologe Prof. Dr. Ulf Dittmer erklärt die Unterschiede und beantwortet aktuelle Fragen zum Thema.

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Essen.  Land NRW startet im Juni große Testreihe mit Kindern und Erziehern. Lehrer dürfen bald nur noch mit Attest zuhause arbeiten. Alle Infos im Newsblog.

  • Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen steigt in Deutschland und auch in Nordrhein-Westfalen inzwischen sehr gebremst an, zugleich wächst die Zahl der Genesenen: In den vergangenen 24 Stunden kamen lediglich 84 Neu-Infizierte hinzu. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie in NRW 37.204 Infizierte gezählt; 32.330 Menschen gelten inzwischen als genesen. In NRW gab es seit Beginn der Pandemie 1562 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 (Stand Sonntag, 24. Mai).
  • Einen Überblick über alle Corona-News aus Deutschland und der Welt gibt es in unserem Newsblog.
  • Eine Übersicht über viele weitere Themen rund um das Coronavirus finden Sie auf unserer Themenseite.
  • Freibäder, Gastronomie, Einzelhandel, Kitas: Hier lesen Sie, welche Lockerungen in NRW beschlossen wurden.

Update Montag, 16.05 Uhr: Die Vorbereitungen zur Corona-Studie mit Düsseldorfer Kindergartenkindern sind angelaufen. Tausende Eltern erhalten in diesen Tagen über die Kitas Post von der Landeshauptstadt mit der Bitte um Einverständniserklärungen und Erläuterungen zum konkreten Ablauf.

Mehrere Tausend Kita-Kinder und Erzieher sollen ab 10. Juni für vier Wochen regelmäßig mit Speichelproben auf das Coronavirus getestet werden. Mit Hilfe der Tests sollen Neuinfektionen schneller gefunden und Ansteckungsketten vermieden werden. Die Studie wird von der Universitätsklinik Düsseldorf in Zusammenarbeit mit den örtlichen Ämtern für Jugend und für Gesundheit durchgeführt. Die Schirmherrschaft hat das NRW-Familienministerium.

„Man vermutet, dass - auch wenn Kinder das Coronavirus an andere weitergeben können - die Infektion bei ihnen selbst häufiger unbemerkt bleibt, weil sie keinen Husten, kein Fieber, keine Halsschmerzen oder Ähnliches zeigen“, heißt es im Anschreiben der Stadt an die Eltern und Kita-Fachkräfte. Die Studie solle herausfinden, ob Kinder das Coronavirus in sich tragen, obwohl sie gesund scheinen, und ob sie das Virus etwa an ihre Eltern oder Geschwister weitergeben.

Kinder sollen zweimal pro Woche eine Probe abgeben

Wer an der Studie teilnimmt, erhält ein Test-Paket mit acht Probengefäßen. Zweimal pro Woche soll morgens zu Hause nach dem Aufstehen mit einem Schluck Wasser der Mund ausgespült und der Inhalt im Probengefäß gesammelt werden. Die werden dann in die Kitas mitgenommen und von dort zum Institut für Virologie der Uniklinik transportiert.

„Die Ergebnisse werden Ihnen direkt mitgeteilt, so dass sie im Studienzeitraum Klarheit über den Infektionsstatus haben“, erklärte die Uniklinik in einem Schreiben an die Eltern. Zudem dienten die Daten der Wissenschaft.

Lehrer aus Risikogruppen müssen Attest für Unterrichtsbefreiung vorlegen

Update Montag, 14.02 Uhr: Das NRW-Schulministerium ändert die Regeln für den Einsatz von Lehrern aus sogenannten Corona-Risikogruppen im Unterricht. Ab 3. Juni können sich Lehrer nur noch mit einem ärztlichen Attest vom Präsenzunterricht befreien lassen. Darin müsse bestätigt werden, dass im Falle einer Infektion mit dem Virus aufgrund der besonderen Umstände bei der Lehrkraft „die Gefahr eines schweren Verlaufs von Covid-19 besteht“.

Bis zur Vorlage eines solchen Attests seien die Lehrer zum Dienst verpflichtet, heißt es in einer Rundmail des Ministeriums an die Schulen, die der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag.

Das Ministerium begründete die Änderungen mit neuen Informationen durch das Robert-Koch-Institut, dass „eine generelle Festlegung zur Einstufung in eine Risikogruppe nicht möglich“ sei. Bisher reichte eine schriftliche Erklärung der Lehrkraft gegenüber der Schulleitung als Nachweis der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe.

Auch Lehrerinnen und Lehrer, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, konnten bisher unabhängig von Vorerkrankungen nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden. Lehrkräfte dieser Altersgruppe können aber bereits jetzt schon freiwillig in der Schule unterrichten.

Fast ein Viertel weniger Verkehrstote in NRW wegen Corona-Krise

Update Montag, 12.59 Uhr: Die Einschränkungen in der Corona-Krise haben in NRW für deutlich weniger Verkehrsunfälle und Verkehrstote gesorgt. Von Januar bis März kam 72 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben - etwa ein Viertel (23 Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Die Gesamtzahl der Unfälle ging NRW-weit um gut 15 Prozent auf 14.126 zurück.

Bundesweit sank die Zahl der Unfälle und der Verkehrstoten im März auf einen Tiefststand seit der Wiedervereinigung. Wegen der Pandemie blieben seit Mitte März deutlich mehr Menschen zu Hause, was sich deutlich im Straßenverkehr bemerkbar machte.

NRW testet Telemedizin hinter Gittern - mehr Sicherheit für Bürger

Update Montag, 11.51 Uhr: Mit Hilfe von Telemedizin will das Land NRW die ärztliche Behandlung von Gefangenen in Justizvollzugsanstalten beschleunigen, vereinfachen und das Risiko von Ansteckungsgefahren mit Blick auf Corona senken.

Justizminister Peter Biesenbach (CDU) stellte ein Pilot-Projekt zusammen mit dem Telemedizin-Unternehmen Videoclinic aus Hamburg an diesem Montag in Düsseldorf vor:

  • In sieben von 37 JVAs in NRW sollen Häftlinge künftig im Fall des Falls von Ärzten untersucht werden, die per Videokamera zugeschaltet werden.
  • Das europaweit ausgeschriebene Pilot-Projekt läuft über 18 Monate. Es soll vor allem dort die ärztliche Versorgung sichern, wo in Haftanstalten derzeit Ärzte fehlen, weil Stellen nicht besetzt werden können. Damit könnten Häftlinge vor Ort behandelt werden und müssten nicht personalaufwändig per Transport in eine Praxis oder ein Krankenhaus gebracht werden, erläuterte Biesenbach. Bei Erfolg werde es auf alle JVAs in NRW ausgeweitet.
  • Der Telemedizin-Anbieter Videoclinic greift nach eigenen Angaben auf 60 eigene Ärzte zurück, die Gefangene per Fern-Diagnose an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar medizinisch begutachten sollen.
  • Details des Telemedizin-Angebots würden jetzt in den kommenden Wochen in Absache mit jeder der beteiligten JVAs konzipiert, heißt es.
  • Laut Videoclinic hätten Erfahrungen an Haftanstalten in Baden-Württemberg gezeigt, dass Behandlungen in 93 Prozent der Fälle ausschließlich per Videodiagnose erledigt werden konnten: "Nur in 7 Prozent war ärztliche Hilfe vor Ort nötig".
  • Umgang mit der zunehmenden Zahl psychisch Kranker ist eine besondere Herausforderung, sagt Minister Biesenbach. Hier könne Telepsychiatrie helfen, die Gefangenen vor Ort zu erreichen und "Druck aus dem Kessel zu nehmen".

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Sorge wegen Corona-Ausbruch an Schlachthöfen im Grenzgebiet der Niederlande

Update, Montag, 8.37 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch in einem niederländischen Schlachthof im Ort Groenlo an der Landesgrenze zu NRW sind insgesamt 147 der 657 Beschäftigten positiv auf das Coronavirus getestet worden - 22 Prozent. Dies teilten die Behörden der Gemeinde Oost Gelre mit. Insgesamt 30 Coronatests unter der Belegschaft stünden noch aus, hieß es. 600 Mitarbeiter wurden in häusliche Quarantäne geschickt.

Die Nachricht beunruhigt auch Behörden und Politik im Kreis Kleve. Laut einem Bericht der niederländischen Tageszeitung De Gelderlander leben 79 der Infizierten in Deutschland. Die Stadt Emmerich geht davon aus, das mindestens einige der Infizierten in Sammelunterkünften in Emmerich untergebracht sein dürften. Genaue Zahlen im Zusammenhang mit Groenlo habe man aber nicht, sagte ein Sprecher am Montag.

Emmerichs Bürgermeister Peter Hinze hatte unterdessen jüngst in einer Videobotschaft die Hoffnung geäußert, dass in dieser Woche die in seiner Stadt untergebrachten osteuropäischen Leiharbeiter niederländischer Schlachtbetriebe auf Corona getestet werden und die Unterkünfte von Amtsmitarbeitern inspiziert werden. Dies aber müsse vom Kreis Kleve veranlasst werden, hieß es bei der Stadt. Der Kreis Kleve lehnt bis dato jedoch solche Kontrollen ab, hieß es und stelle sich damit auch gegen die Rechtsauffassung des NRW-Gesundheitsministeriums.

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Corona: NRW startet Pilotprojekt mit Telemedizin in Haftanstalten

Update, Montag, 25. Mai, 6.37 Uhr: Nordrhein-Westfalen hat ein Pilotprojekt für Telemedizin im Justizvollzug gestartet. Am diesem Montag stellt Justizminister Peter Biesenbach (CDU) die Initiative in Düsseldorf vor. Telemedizin soll gerade in Zeiten der Corona-Pandemie gefahrlos die Distanz zwischen Arzt und Gefangenen überbrücken, aber auch danach für eine bessere medizinische Versorgung hinter Gefängnismauern sorgen. Den Zuschlag für das Projekt hat nach europaweiter Ausschreibung ein Telemedizin-Dienstleister aus Hamburg erhalten. Etwa ein Fünftel der 36 Justizvollzugsanstalten in NRW nimmt an dem Modellversuch teil.

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Corona-Ausbruch in Düsseldorfer Pflegeheim

Update, Sonntag, 18.51 Uhr: In einem Senioren- und Pflegeheim in Düsseldorf sind 23 Bewohner positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Bislang sei nur eine Bewohnerin in eine Klinik eingeliefert worden, die restlichen seien zurzeit symptomfrei, teilte die Stadt am Sonntag mit. Sie blieben in der Pflegeeinrichtung in Quarantäne. Insgesamt lebten mehr als 100 Menschen in der Einrichtung im Stadtteil Benrath, hieß es.

Das Gesundheitsamt hatte alle Bewohner getestet, nachdem das Coronavirus bei einem Mitarbeiter nachgewiesen worden war. Besuch darf nun nicht mehr empfangen werden, Mitarbeiter müssen Masken mit hoher Schutzstufe tragen.

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Coronavirus in NRW: Den Bauern fehlen Erntehelfer

Update Sonntag, 13.40 Uhr: Den Spargel- und Erdbeerbauern fehlen Erntehelfer. Viele Hilfskräfte aus Osteuropa sind aus Angst vor der Corona-Pandemie zu Hause geblieben. „Es wird definitiv Einiges auf den Feldern bleiben“, sagte Peter Muß vom Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauern der Deutschen Presseagentur. Wegen der Corona-Krise sind in diesem Jahr nur wenige Erntehelfer aus Osteuropa eingereist. Landwirte versuchten, die Lücken mit heimischen Freiwilligen zu füllen.

Aber: „Die Lage ist nach wie vor sehr angespannt“, sagt Muß. Der Mangel wird verstärkt, da im Mai nicht nur für den Spargel etliche Helfer benötigt werden, sondern auch für die Erdbeerernte. Viele Osteuropäer seien trotz einer Ausnahmeregelung der Bundesregierung nicht zur Ernte nach Deutschland eingereist, da sie Angst vor einer Corona-Infektion gehabt hätten.

Update Sonntag, 9.46 Uhr: In Nordrhein-Westfalen sind seit Freitag 129 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Acht weitere Menschen mit Corona-Infektion starben laut Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums vom Samstag. Die Gesamtzahl stieg damit auf 1554. Die Zahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie liegt demnach bei 37 120. Von Freitag bis Samstag gab es 430 neue Genesene. Den offiziellen Zahlen zufolge haben damit 32.180 Menschen eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden. Rein rechnerisch waren damit am Samstag 3386 Menschen akut infiziert - ein deutlicher Rückgang um 309 Fälle. Die Zahl der aktuell Infizierten verringert sich derzeit täglich.

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Weniger Zulauf bei Corona-Demos am Wochenende

Update Samstag, 18.50 Uhr: Die Polizei zieht Bilanz zu den Corona-Demos des heutigen Tages. Gemeinsamkeit aller Veranstaltungen: friedlicher Verlauf, keine Vorkommnisse, wenig Zulauf. In Düsseldorf kamen nur 70 der erwartete 300 Protestanten zur Unteren Rheinwerft. Auf dem Messeplatz in Essen waren es nur 360 statt der vom Veranstalter angemeldeten 1000 Teilnehmer. Auch Demos in Bochum, Paderborn, Köln oder Aachen verliefen laut Polizei störungsfrei.

Update Samstag, 15.45 Uhr: An diesem Wochenende hat es landesweit wieder mehrere Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen gegeben. In Bochum auf dem Husemann-Platz lief eine Protest-Veranstaltung. Schon am vergangenen Samstag hatten sich dort Dutzende versammelt.

Auch in Essen hat ein Aktionsbündnis eine Demonstrationskundgebung gestartet - genehmigt wurden maximal 1000 Teilnehmern. Rund 300 wurden gezählt. Sie versammelten sich auf dem Messeparkplatz am Mülheimer Flughafen. Nach Angaben der Polizei verläuft die Veranstaltung bisher ohne Vorkommnisse.

Und in Köln war eine Demo unter dem Titel „Grundrechte schützen - Für Freiheit und Gerechtigkeit“ angesetzt. 500 Teilnehmer waren an der Deutzer Werft gemeldet, 200 fanden sich ein.

Unser Themenpaket zu den Protesten:

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Coronavirus in NRW: Land soll neuen Therapieansatz mit Blutplasma unterstützen

Update, Samstag, 12.17 Uhr: Die NRW-Landesregierung soll klinische Studien zum Einsatz von Antikörpern gegen das Coronavirus unterstützen. Das fordern die Koalitionsfraktionen in einem Antrag an den Düsseldorfer Landtag. Das Parlament soll am Freitag darüber abstimmen. Der Therapieansatz sei erfolgversprechend. Diese Antikörper könnten aus dem Blutplasma von Menschen gewonnen werden, die eine Infektion bereits überstanden haben, heißt es im Koalitionsantrag. Dies werde weltweit bereits in mehreren Studien getestet. „Auch Unikliniken in Nordrhein-Westfalen haben inzwischen Heilversuche gestartet. Den wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit in der klinischen Anwendung können aber nur Studien über einen längeren Zeitraum und mit mehr Patienten erbringen.“

Daher solle die Landesregierung eine Initiative zur Förderung der Blutplasma-Spende entwickeln. Dazu gehöre eine Informationskampagne in Krankenhäusern, Arztpraxen und den sozialen Netzwerken. Die Landesinitiative solle aufklären über Krankheitsbilder, die von einer Plasmaspende profitieren.

„Bei der Plasmaspende wird nur der flüssige Bestandteil des Blutes gespendet“, heißt es in der Vorlage ans Parlament. Deswegen sei sie weniger belastend für den Organismus als eine Vollblutspende. „Ein Plasmaspender kann insgesamt innerhalb von einem Jahr bis zu 60 Mal spenden.“ Dies könne Leben retten.

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Coronavirus in NRW: Unterstützung für Unternehmen und Forderung nach mehr Kindergeld

Update, Freitag, 15.36 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) haben am Freitag ein Konjunkturprogramm für Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Nach Berechnungen der Landesregierung sind Konjunkturhilfen in Höhe von 120 Milliarden Euro für die deutsche Wirtschaft notwendig. Die geplanten Unterstützungsmaßnahmen von Seiten des Landes erfolgten im Rahmen des bereits beschlossenen 25-Milliarden-Euro-Rettungsschirms, sagte Laschet. Infolge der Corona-Krise rechnet die Landesregierung mit einem massiven Wirtschaftseinbruch in Nordrhein-Westfalen. Ein Rückgang „im zweistelligen Prozentbereich“ sei nicht auszuschließen. „Wir stehen jetzt vor der größten Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg“, sagte Laschet

Das Land will sich zum Beispiel an Unternehmen beteiligen, die durch die Corona-Krise finanziell in Schwierigkeiten gekommen sind. Man werde in einem ersten Aufschlag zusätzliches Eigenkapital in Höhe von 100 Millionen Euro für einen NRW-Fonds zur Verfügung stellen. Das Land will sich damit an „etablierten Unternehmen“ beteiligen, deren Eigenkapitalbasis durch die Corona-Krise geschwächt worden ist und die „gute Überlebenschancen“ hätten.

Für Eltern sollte es einmalig 600 Euro mehr Kindergeld pro Kind geben. Ein solcher Bonus sei ein schnell wirksames Mittel, das die Kaufkraft stärke und dem Einzelhandel zusätzliche Nachfrage bringe. Der Bund müsse schnell einen entsprechenden Vortrag unterbreiten. Als Land sei man bereit, die Mittel mit einem eigenen Landesprogramm zu ergänzen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat am gleichen Tag einen Familienbonus von 300 Euro ins Gespräch gebracht.

Zudem will die Landesregierung gemeinsam mit den Kommunen die Schulen in die Lage zu versetzen, „alle Schüler, deren Familien die finanziellen Mittel hierfür fehlen, mit digitalen Endgeräten und geeigneter Software auszustatten“. Für die Digitalisierung von Landesverwaltung, Kommunen, Schulen und Hochschulen will das Land dem Papier zufolge bis 2025 zusätzlich 600 Millionen Euro investieren.

Mit der Corona-Soforthilfe hätten seit Ende März rund 400.000 Unternehmen eine finanzielle Unterstützung bekommen, sagte Laschet. Insgesamt hätten Land und Bund bisher mehr als vier Milliarden Euro ausgezahlt.

Außerdem hat die Landesregierung den Bund aufgefordert, schnell ein Härtefallprogramm für Unternehmen aufzulegen, die noch länger von den Folgen der Corona-Krise betroffen sind. Eine solche Überbrückungshilfe benötigten unter anderem Reisebüros, Reiseveranstalter, Schausteller, Künstler, Messebauern sowie Konzert- und Eventagenturen. NRW wolle die Bundeshilfe um eigene Mittel in einem Härtefallprogramm ergänzen.


Coronavirus in NRW: 13.000 Verstöße binnen acht Wochen

Update, Freitag, 6.36 Uhr: Die Corona-Schutzverordnung mit diversen Einschränkungen für das öffentliche Leben ist vor zwei Monaten in NRW in Kraft getreten. Seit dem 23. März hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen rund 13.000 Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen geahndet, Bei knapp 12.400 Verstößen seien Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen erfolgt, in 640 schwereren Fällen seien Strafanzeigen erstattet worden, berichtete eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums auf dpa-Anfrage.

Seit acht Wochen gelten die Auflagen. In dieser Zeit seien fast 38.400 Menschen durch Verstöße aufgefallen. Waren in den ersten Wochen 2000 bis 2500 Ordnungswidrigkeiten pro Woche registriert worden, sank ihre Zahl in der zweiten Hälfte auf zuletzt gut 300.

Hinzu kommen die Zahlen der kommunalen Ordnungsämter - wie etwa aus Dortmund. Bei über 7300 Kontrollen schrieb das Ordnungsamtes bisher mehr als 1650 Anzeigen, davon mehr als 1000 Mal wegen Ansammlungen im öffentlichen Raum. Das Ordnungsamt erließ 1500 Bußgelder wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung. Insgesamt fertigte das Dortmunder Ordnungsamt Im Mai sei die Anzeigenzahl zurückgegangen. Das gestufte Verfahren des Ordnungsamtes habe sich bewährt, erst nach vergeblichen freundlichen Hinweisen und Aufklärung zu Sanktionen zu greifen.

In Münster verzeichnete der Ordnungsdienst seit März fast 8000 „Coronavirus-Kontrollen“, bei denen 3145 Verstöße festgestellt wurden.Die allermeisten Menschen in Münster halten sich vorbildlich an die Vorgaben, teilt die Stadt mit.

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Zahl der Infizierten in NRW um 146 gestiegen

Update, Donnerstag, 17.42 Uhr: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der gemeldeten Corona-Fälle um 146 gestiegen. Das waren deutlich weniger als in den Tagen zuvor, wie aus den Zahlen des NRW-Gesundheitsministeriums vom Himmelfahrtstag hervorgeht. Allerdings sind die Zahlen an Feiertagen und Wochenenden oft niedriger, weil nicht alle Ämter ihre Daten am gleichen Tag weiterleiten. Wegen eines Ausbruchs des Coronavirus in einem Flüchtlingsheim im Rhein-Sieg-Kreis stieg die Zahl der Neuinfektionen dort binnen sieben Tagen auf 29,5 pro 100.000 Einwohner. Damit steht der Kreis derzeit an der Spitze in NRW. Danach folgte der Kreis Heinsberg, in dem der Wert auf 27,1 stieg.

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Lage am Vatertag in NRW ruhig – Laschet dankt Bevölkerung

Update, Donnerstag, 13.49 Uhr: In Venlo und Roermond war die Sorge groß, dass die grenznahen Städte an Himmelfahrt von deutschen Ausflüglern überrannt werden. Wie lief es tatsächlich? Unsere Reporterin war vor Ort.

In NRW verlief der Vatertag recht ruhig. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) twitterte am Abend: „Dank an alle Nordrhein-Westfalen, die auch am heutigen Feiertag bei traumhaftem Wetter verantwortlich unterwegs waren. Seit Wochen sinken die Neuinfektionen. Dies ist das Verdienst aller, die besonnen und eigenverantwortlich handeln, auch ohne Lockdown.“

In Köln sagte ein Sprecher der Polizei: „Der Vatertag ist hier quasi ausgefallen.“ Selbst an beliebten Orten wie dem Rheinboulevard seien bei den Kontrollen kaum Verstöße gegen die geltenden Kontaktbeschränkungen festgestellt worden.

Update, Donnerstag, 11.46: Uhr: Bewohner von Flüchtlingsunterkünften sind einem höheren Risiko ausgesetzt, sich mit Corona zu infizieren. Das haben Bielefelder Wissenschaftler in einer Studie nachgewiesen.

Die Grünen im Landtag hatten am Dienstag flächendeckende Tests bei allen Bewohnern in den Landesunterkünften gefordert. Von rund 11.800 Menschen, die allein in den Landesunterkünften lebten, zählten 800 bis 900 zur Risikogruppe. Diese seien immer noch nicht gesondert untergebracht, zudem lebten die Menschen in Sammelunterkünften sehr beengt, sagte Grünen-Fraktionschefin Monika Düker.

Alle weiteren Texte zum Thema finden Sie auf unserer Themenseite zum Coronavirus.

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