Coronavirus

Corona-Impfung NRW: Zentren in jeder Stadt und jedem Kreis

Symbolfoto: In jeder kreisfreien Stadt und jedem Landkreis in NRW soll es eine Corona-Impfzentrum geben, so Gesundheitsminister Laumann. Zusätzlich sind mobile Teams geplant.

Symbolfoto: In jeder kreisfreien Stadt und jedem Landkreis in NRW soll es eine Corona-Impfzentrum geben, so Gesundheitsminister Laumann. Zusätzlich sind mobile Teams geplant.

Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool / Ingo Otto

An Rhein und Ruhr.  Das Gesundheitsministerium in NRW bereitet die Impfkampagne gegen das Coronavirus vor. So könnte deren Umsetzung für die Bürger im Land aussehen.

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium arbeitet mit Hochdruck an der Vorbereitung der Impfkampagne gegen das Coronavirus. „Unser Ziel ist, dass das System bis Weihnachten steht, dann warten wir bis der Impfstoff kommt“, sagte Minister Karl-Josef Laumann (CDU) an diesem Mittwoch (18. November 2020) bei einem Termin in Grevenbroich im Rhein-Kreis Neuss.

Nach den Vorstellungen der Landesregierung soll es im jeden Landkreis und jeder kreisfreien Stadt zunächst ein Impfzentrum geben. Laut Laumann liegt es aber auf der Hand, dass es in Großstädten wie der Millionenstadt Köln mehr als ein Zentrum geben müsse.

Noch keine konkreten Standorte für Impfzentren

Darüber hinaus sollen die Impfzentren durch mobile Teams ergänzt werden, die insbesondere bei der Impfung vulnerabler Personengruppen in stationären Einrichtungen (z.B. Pflegeeinrichtungen) eingesetzt werden sollen. Auch die Krankenhäuser werden in die Impforganisation für das bei ihnen tätige medizinische Personal eingebunden.

Konkrete Standorte für mögliche Impfzentren wurden bislang noch nicht festgelegt. Minister Laumann wird am kommenden Montag mit den Landräten der Kreise und den Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte über die Einrichtung von Impfzentren sprechen und diese über das weitere Vorgehen informieren.

Kampf gegen Corona: 2021 wird Impfjahr werden

Dem Minister zufolge ist es im weiteren Verlauf auch denkbar, dass es Impfungen in großen Firmen und Verwaltungen gibt – „so wie es jetzt bei der Grippe ja auch schon geschieht“. Ohnehin werde sich das Impfgeschehen nach einigen Monaten von den Zentren zu den niedergelassenen Ärzten verlagern.

Bei dem Termin im Kreishaus in Grevenbroich nannte Laumann die Impfungen eine „Herkulesaufgabe“ und „einen langen Lauf“. Umfragen zufolge wollten sich 70 Prozent der Bundesbürger impfen lassen, in NRW gehe es um die Immunisierung von 16 Millionen Menschen: „Das schafft man nicht in ein paar Wochen“, meinte Laumann. 2021 werde „mehr oder minder Impfjahr“ werden. Laumann geht grob davon aus, dass man pro Woche 80.000 bis 100.000 Bürger werde impfen können.

Welche Bevölkerungsgruppen zuerst geimpft werden, das könne heute noch nicht mit letzter Gewissheit gesagt werden, so Laumann. „Das hängt maßgeblich vom letztendlich zugelassenen Impfstoff und der vom Bund gelieferten Menge ab.“

NRW hat bislang rund 20,2 Millionen Spritzen bestellt

Bei der Vorbereitungen zur Impfkampagne gebe es viel zu bedenken und zu organisieren – angefangen vom Personal und dem nötigen Spritzen-Material bis zur Aufbewahrung des Impfstoffes, die wahrscheinlich bei minus 70 Grad erfolgen muss, und der Zusammenstellung von aufsuchenden Impfteams für Alten- und Pflegeheime. Krankenhäuser werden die Impfung bei sich vermutlich selbst organisieren, meinte der Minister.

Wegen der gegenwärtigen Unwägbarkeiten hat das NRW-Gesundheitsministerium verschiedene Impfszenarien entworfen. Dabei spielen auch Fragen der Logistik und Lagerung eines potenziellen Impfstoffes eine Rolle. Bislang hat das Land NRW rund 20,2 Millionen Spritzen bestellt.

Unterstützung durch die Bundeswehr möglich

Unterstützung für die Impfkampagne könnte es durch die Bundeswehr geben, Laumann dankte ihr schon jetzt namens der Landesregierung und Ministerpräsident Armin Laschet für ihren Einsatz bei der Coronabekämpfung. Über 1000 Soldaten verstärken in NRW derzeit die und helfen bei der Kontaktnachverfolgung. In Bottrop und Mönchengladbach helfen Soldaten auch in Krankenhäusern. Für die nächsten Wochen wird nicht ausgeschlossen, dass weitere Kliniken und Altenheime in NRW folgen.

Die Soldaten werden „als helfende Hände“ zum Beispiel bei der Essensausgabe eingesetzt, um das Personal zu entlasten. In Mönchengladbach sind aktuell auch Sanitäter vor Ort. Die Bundeswehr komme nur auf Anforderung zum Einsatz, erklärte Generalleutnant Martin Schnelleis, der Territoriale Befehlshaber und Inspekteur der Streitkräftebasis.

Laumann: Auf einen Infizierten im Schnitt zehn Kontaktnachverfolgungen

Die Kontaktnachverfolgung sieht Minister Laumann in NRW trotz hoher Inzidenzwerte „immer noch gut im Griff“ – eben dank der Unterstützung der Bundeswehr. Die Gesundheitsämter seien massiv verstärkt worden. Noch bis in den September hinein seien sie bei einer Stärke von etwa 2200 Mitarbeitern gewesen. „Dann kann ungefähr ein Drittel noch mal durch interne Umbesetzungen bei den Kommunen hinzu“, erklärte der Minister.

Weitere Verstärkung kam durch besagte 1000 Soldaten und jetzt stelle das Land NRW noch mal weitere 1000 Kräfte bereit – durch abgeordnete Landesbedienstete und Geld für Neueinstellungen. Laut Laumanns Angaben kommen auf einen Infizierten im Schnitt zehn Kontaktnachverfolgungen.

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