Booster-Impfung in NRW

Corona-Impfung in NRW – So gibt es die Booster-Impfung

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Virologe: Impfpflicht für bestimmte Berufe muss kommen

Virologe: Impfpflicht für bestimmte Berufe muss kommen

Eine Impfpflicht für bestimmte Bereiche müsse "sofort" kommen, erklärt Virologe Dittmer im Interview. Außerdem Thema: Reichen die neuen Regeln?

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NRW.  Die Übersicht zur Covid 19-Impfung in NRW: Die Stiko empfiehlt die Auffrischung allen Menschen ab 18 Jahren. Infos zu Anlaufstellen und Wirkung.

  • Corona-Impfungen gibt es aktuell bei niedergelassenen Ärzten, im Betrieb oder bei Impfaktionen. Einige Städte und Kreise haben zudem ihre Impfzentren reaktiviert, um die Zahl der Auffrischungs-Impfungen (Booster) zu beschleunigen.
  • Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren können in NRW geimpft werden. Außerdem empfiehlt die Stiko Schwangeren und Stillenden die Corona-Impfung.
  • Auch für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen empfiehlt die Stiko die Corona-Impfung. Bislang ist nur der Impfstoff von Biontech zugelassen.
  • Informationen zu den Corona-Impfstoffen, ihrer Wirksamkeit und möglichen Nebenwirkungen.

Das Land NRW will die Booster-Impfungen massiv beschleunigen. Viele Städte und Kreise haben daher wieder feste Impfstellen eingerichtet, in denen Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen angeboten werden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Auffrischungen allen Menschen ab 18 Jahren. Das hängt damit zusammen, dass die Zahl der Impfdurchbrüche zunimmt (Wieso das zu erwarten war, erklären wir hier).

Lesen Sie hier alles Wichtige über die Corona-Impfstoffe und die Impfkampagne in NRW.

Corona-Impfungen in NRW – Wo wird in NRW geimpft

Bei ihrem Hausarzt können Impfwillige selbst einen Termin vereinbaren. Wer keinen Hausarzt hat, kann bei den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe nach Praxen in seiner Umgebung suchen und dort einen Termin zur Impfung vereinbaren.

In vielen Städten und Gemeinden gibt es Impf-Angebote ohne Termin, egal ob Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung. Zwischen der Zweit- und Booster-Impfung müssen in NRW mindestens vier Wochen liegen. Die Stiko empfiehlt das Boostern nach drei Monaten.

Hier wird in der Region geimpft:

Corona-Drittimpfung: So wirkt die Auffrischungs-Impfung

Das in Deutschland für die Zulassung und Kontrolle von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gab unserer Redaktion an: „Nach aktuellem Kenntnisstand ruft die Auffrischimpfung eine Gedächtnisantwort hervor, mit der nach fünf bis sieben Tagen ein vergleichbarer Schutz wie nach der Grundimmunisierung erreicht wird.“

Grundsätzlich gelte, dass der vollständige Impfschutz bei einer Impfserie 14 Tage nach der letzten Impfung besteht – viel länger dürfte es wohl nicht dauern, bis auch eine dritte Impfung wirksam ist.

Was Mediziner zur Corona-Impfung bei Schwangeren sagen

Mitte September hat die Ständige Impfkommission (Stiko) auch Schwangeren empfohlen, sich grundsätzlich gegen Corona impfen zu lassen. Ungeimpften Schwangeren wird demnach eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ans Herz gelegt. Bislang war die Immunisierung nur für werdende Mütter mit besonderem Risiko empfohlen.

Auch ungeimpften Stillenden empfiehlt die Stiko eine Impfung, zudem rät sie „allen ungeimpften Personen im gebärfähigen Alter dringend die Impfung gegen Corona, so dass ein optimaler Schutz vor dieser Erkrankung bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft besteht“.

Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen in NRW

In Deutschland können Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren generell gegen das Coronavirus geimpft werden. Bei ihnen muss aber einer der beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe (Biontech/Pfizer oder Moderna) genutzt werden.

Fünf- bis Elfjährige können mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft werden. Ende November hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) den Weg für die Impfung jüngerer Kinder frei gemacht und der EU-Kommission die Zulassung empfohlen.

Die Ständigen Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Corona-Impfung allerdings nur für vorerkrankte Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Auch Kindern, in deren Umfeld Risikopatienten leben, wird eine Impfung empfohlen. Eltern können nach individueller Aufklärung aber auch ihre gesunden Kinder impfen lassen.

Corona-Impfung bei Allergikern und bei Menschen mit Vorerkrankungen

Bei allen Impfstoffen können nach Anwendung allergische Reaktionen auftreten. Nicht geimpft werden dürfen demnach Patienten mit einer bekannten früheren schweren allergischen Reaktion auf die Inhaltsstoffe Polyethylenglykol (=Macrogol) und Tromethamin/Trometamol.

Das Helmholtz-Zentrum München hat auf seiner Seite allergieinformationsdienst.de Informationen für Allergiker in Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung zusammengefasst. Auch die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie hat in Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften eine einseitige Patienteninformation veröffentlicht (PDF).

Menschen mit chronischen Krankheiten oder anderen Vorerkrankungen sollten vorab klären, ob sie tatsächlich geimpft werden können. Am Besten sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt an, ob Ihre Erkrankung oder Ihre Medikamente für oder gegen eine Impfung sprechen. Lesen Sie auch: Corona-Impfung bei Vorerkrankungen: Das sollten Sie wissen

Corona-Impfungen in NRW - Diese Impfstoffe werden eingesetzt und das ist zu Nebenwirkungen bekannt

Aktuell sind in Deutschland vier Impfstoffe zugelassen. Es handelt sich um die Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson (die Impfstoffe im Vergleich).

Zuletzt in Deutschland zugelassen wurde der Impfstoff von Johnson & Johnson. Der Vektorimpfstoff muss im Gegensatz zu den übrigen Wirkstoffen nur einmal geimpft werden, damit er vollständig wirkt. Allerdings ist nach einigen Monaten auch bei diesem Vakzin eine Booster-Impfung notwendig, wie eine US-amerikanische Studie zeigt. Der Corona-Impfstoff von Johnson&Johnson wird in Deutschland in der Regel bei Menschen ab 60 eingesetzt. Nach ärztlicher Aufklärung können sich auch Jüngere dafür entscheiden.

Weitere Impfstoffhersteller haben die Zulassung bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA beantragt, darunter der Produzent des russischen Sputnik V-Vakzins. Außerdem haben mehrere Pharmakonzerne bereits sogenannte Totimpfstoffe entwickelt, die aber noch nicht zugelassen sind. Was bereits über die Wirksamkeit der einzelnen Impfstoffe und mögliche Nebenwirkungen bekannt ist.

Corona-Impfstoff gegen Omikron-Variante wohl im März fertig

Der Impftstoffhersteller Pfizer produziert bereits einen angepassten Corona-Impfstoff von Biontech gegen die Omikron-Variante. Dieser sei bereits im März fertig, sagte der CEO des Pharmaunternehmens, Albert Bourla, dem Fernsehsehsender CNBC. Ob der Impfstoff tatsächlich auch zum Einsatz kommt, ist derzeit unklar. Man habe mit der Herstellung auf eigenes Risiko begonnen, so Bourla. Die Hoffnung sei, dass man einen besseren Schutz gegen Infektionen bieten könne. Der Impfstoff solle auch gegen andere Varianten wirksam sein.

Weitere Informationen: So wirksam sind die Impfstoffe noch bei Mutationen

Hausärzte und Apotheker stellen digitale Impfnachweise aus

Wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist, kann sich seit Juni seinen Impfnachweis digital ausstellen lassen. Geimpfte können sich das dafür nötige Dokument in vielen Apotheken oder bei ihrem Hausarzt besorgen: Digitaler Impfnachweis: So bekommt man ihn in der Apotheke

Auf unserer Themenseite zum Coronavirus haben wir auch viele Informationen rund um die Corona-Impfung für Sie aufbereitet. In unserem täglichen Corona-Newsletter erfahren Sie zudem alles Wissenswerte zur Entwicklung der Corona-Pandemie in der Region.

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